Verlagsgruppe Rhein-Main: Leitlinien zum Thema Flucht sollen Redaktionsarbeit erleichtern

 

Leitlinien zu den Themen Flucht, Migration und Integration haben sich Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main gegeben. Für den redaktionellen Alltag sollen sie als Richtschnur dienen, an denen sich die Redaktionen in Rheinland-Pfalz und Hessen orientieren können.

Leitlinien zu den Themen Flucht, Migration und Integration haben sich Zeitungen der Verlagsgruppe Rhein-Main gegeben. Für den redaktionellen Alltag sollen sie als Richtschnur dienen, an denen sich die Redaktionen in Rheinland-Pfalz und Hessen orientieren können.

kress.de dokumentiert die Leitlinien im Original:

- Die aktuelle Zuwanderung von Flüchtlingen und Migranten aus dem Nahen Osten, vom Balkan und aus Afrika stellt Deutschland und Europa vor die größte Herausforderung seit dem Fall der Mauer und der Deutschen Einheit. Sie wird über Jahre und wahrscheinlich Jahrzehnte hinweg ein Schlüsselthema bleiben, das wir in allen Verästelungen begleiten werden.

- Die Größe dieser Herausforderung bedingt einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Themenkomplex. Stimmungsmache verbietet sich ebenso wie Schönfärberei.

- Wir haben den Anspruch, alle Facetten dieses Themas im klassischen journalistischen Verständnis zu beschreiben und ihnen auf den Grund zu gehen — von den Gefahren bis zu den Chancen.

- Ziel unserer Arbeit ist es, immer wieder, die Kurzatmigkeit tagesaktueller Betrachtungen zu durchbrechen.

- Wir treten in der Debatte entschieden jeder Form von Rassismus und Rechtsextremismus entgegen.

- Wir sind ebenso wachsam, wenn Rechtsextremismus von Linksextremisten instrumentalisiert wird.

- Die Sorge vor falscher Zustimmung hindert uns nicht daran, die Probleme und Herausforderungen zu beschreiben, die der Flüchtlingszustrom mit sich bringt und mit sich bringen wird.

- Wir hüten uns davor, angesichts dieses in jeder Hinsicht komplexen Themas einfachen Lösungen das Wort zu reden.

- Die Größe der Herausforderung hindert uns nicht daran, das Thema Flucht und Integration kontrovers einzuordnen und zu kommentieren. Trotz unterschiedlicher Positionen sehen sich unsere Autoren stets der Qualität der Debatte verpflichtet.

- "Den Menschen in der Region verpflichtet" bedeutet, die Sorgen und Nöte eines großen Teils der Bürger ernst zu nehmen.

- "Den Menschen in der Region verpflichtet" bedeutet, das Engagement der Bürger zu würdigen, die sich in unserer Region für die Aufnahme der Flüchtlinge und ihre Integration engagieren.

- Wir sehen uns dem Ziel verpflichtet, die Menschen, die in Deutschland bleiben werden, in unsere Gesellschaft zu integrieren.

- Integration erschöpft sich nicht in Spracherwerb und Teilhabe am Wirtschaftsleben und am Arbeitsmarkt.

- Integration kann nur gelingen, wenn die Zuwanderer unsere freiheitlich demokratische Grundordnung als Werteordnung anerkennen. Dazu gehören Rechtsstaatlichkeit und staatliches Gewaltmonopol, Religionsfreiheit, die Trennung von Staat und Religion und die gleichen Rechte für Frauen und Männer, Mädchen und Jungen. Den Minderheitenschutz, den Flüchtlinge und Zuwanderer selbst genießen, müssen diese ebenso gegen andere Gruppen gelten lassen.

- Dem Gewicht des Themas werden wir mit eigenen Formaten und Produkten in unseren Medien entsprechen.

Hintergrund

Zur Verlagsgruppe Rhein-Main gehören neben den Tageszeitungen der Rhein-Main-Presse (unter anderem "Allgemeine Zeitung", "Wiesbadener Kurier“, Wormser Zeitung", "Wiesbadener Tagblatt", "Main-Spitze", "Lampertheimer Zeitung" und "Bürstädter Zeitung" sowie ihre Bezirksausgaben) auch die Tageszeitungen der Zeitungsgruppe Zentralhessen (unter anderem "Gießener Anzeiger", "Gelnhäuser Tageblatt", "Kreis-Anzeiger", "Lauterbacher Anzeiger", "Oberhessische Zeitung" und "Uringer Anzeiger"). Die "Allgemeine Zeitung" verantwortet Chefredakteur Friedrich Roeingh, den "Wiesbadener Kurier" Chefredakteur Stefan Schröder, den "Gießener Anzeiger" Frank Kaminski. Chefredakteur Online ist Lutz Eberhard. Sprecher der Geschäftsführung der Verlagsgruppe Rhein-Main ist Hans Georg Schnücker, Geschäftsführer Jörn W. Röper, Mitglied der Geschäftsleitung ist außerdem Bernd Koslowski. Offiziell genehmigt hat das Bundeskartellamt den Kauf vom "Darmstädter Echo" durch die Verlagsgruppe Rhein-Main am 6. Juli; Chefredakteur vom "Darmstädter Echo" ist Lars Oliver Hennemann.

Ihre Kommentare
Kopf

Dennis Giemscher

23.10.2015
!

Diese Leitlinien kann man angesichts des Punktes zum "Linksxetremismus" wohl eher als Rückwärtsgewannt bezeichnen. Welche Kräfte haben seit Jahren und Jahrzehnten auf die Gefahr von Rechts und auch terroristische Tendenzen aufmerksam gemacht? Wärend die Verfassungsschutzämter die Naziszene in den 90ern mit Geld und Personal aufgebaut hat sind es auch die Verfassungsschutz-Geheimdienste die eben diese Gelichsetzung von Links und Rechts vorrantreiben. Hier wird sehr viel Engargement verkannt.


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