Heidi Klum ist "InTouch" treu geblieben: Wie Bianca Pohlmann eine erfolgreiche Markenfamilie formt

 

Dem Model und TV-Moderatorin Heidi Klum sind sie bei "InTouch" treu geblieben. Die Stil-Ikone zierte mit ihrem Sohn Henry das erste Cover vor zehn Jahren und schaffte es seitdem 126 Mal auf die Titelseite, alleine sieben Mal in diesem Jahr. Verlagsgeschäftsführerin Bianca Pohlmann ist stolz auf ihr Team: "Wir haben immer noch die außergewöhnlichsten Fotos und verrücktesten Storys aus der Welt der Stars", sagt sie am kress.de-Telefon.

Dem Model und TV-Moderatorin Heidi Klum sind sie bei "InTouch" treu geblieben. Die Stil-Ikone zierte mit ihrem Sohn Henry das erste Cover vor zehn Jahren und schaffte es seitdem 126 Mal auf die Titelseite, alleine sieben Mal in diesem Jahr. Verlagsgeschäftsführerin Bianca Pohlmann ist stolz auf ihr Team: "Wir haben immer noch die außergewöhnlichsten Fotos und verrücktesten Storys aus der Welt der Stars", sagt sie am kress.de-Telefon.

"Verstehen uns als Entertainment-Magazin"

Für Pohlmann, seit Februar 2014 bei der Bauer Media Group für die People-Lifestyle-Magazine verantwortlich, hat "InTouch" ihren Platz in dem dicht besetzten Feld der Fachzeitschriften für Frauen mit Interesse für alles von Hollywood bis Babelsberg gefunden: "Wir verstehen uns als Entertainment-Magazin. Über 'InTouch' kann man sich gut mit seiner Freundin unterhalten", sagt Pohlmann. Und betont: "Das Bedürfnis nach Klatsch und Tratsch hat sich seit Adam und Eva nicht geändert." "InTouch" sei optisch das kleinste Magazin im Segment und passe in jede Handtasche: "Zum Jubiläum haben wir eine XXL-Ausgabe veröffentlicht, die richtig gut ankam, sowohl im Leser- als auch im Anzeigenmarkt. Wir können uns vorstellen, das zu bestimmten Themenschwerpunkten auch in Zukunft zu wiederholen."

In zehn Jahren hat "InTouch" über 81 Promi-Hochzeiten und 479 Trennungen berichtet. Auch die restlichen Zahlen stimmen, erstmals hat Bauer die Line-Extension "InTouch Style" von der IVW prüfen lassen: "Insgesamt haben wir eine verkaufte Auflage von 106.969 Exemplaren, das macht Spaß", sagt Pohlmann zu kress.de. Etwa 90.000 Exemplare würden im Einzelverkauf abgesetzt. "InTouch" selbst konnte im dritten Quartal 2015 im Vergleich zum Vorquartal seine Auflage um 13,3 Prozent auf jetzt 229.975 verkaufte Hefte steigern.

"Redaktionen müssen Zielgruppen genau kennen"

Laut Pohlmann ist eine "Zeitschrift ist immer dann erfolgreich, wenn die Redaktion genau weiß, was die Zielgruppe aktuell bewegt, was sie berührt. Außerdem ist es wichtig, eine klare Positionierung zu haben und sich auf den Markenkern zu besinnen", macht sie deutlich. "InTouch" habe eine klare Zielgruppe, geändert habe sich allerdings die Marke: "Wir haben die Markenwelt von 'InTouch' nach und nach ausgebaut. Wir sind 2005 als Zeitschrift gestartet, 2009 kam die Website dazu, seit 2013 gibt es die mobile App und es folgten die Line-Extensions 'InTouch Summer' und 'InTouch Style'. Unsere Marke kommt bei Werbepartnern gut an, das sind im wesentlichen Kunden aus den Bereichen Fashion und Beauty. Aber auch die Fahrzeugindustrie sucht immer öfter ein Lifestyle-Umfeld, eine weibliche Zielgruppe, die wir natürlich bieten."

"InTouch ist Teamarbeit"

Die Idee zu "InTouch Style" entstand aus dem "InTouch"-Ressort Fashion und Beauty, das bei den Leserinnen sehr beliebt ist. "InTouch Style" überträgt die Looks der Stars in die Welt der Leserinnen und setzt dabei sowohl auf international bekannte Marken und Designer als auch auf kostengünstige Alternativen zum Nachstylen: "InTouch Style ist Teamarbeit", so Pohlmann. Die Verlagsgeschäftsführerin, die vor ihrem Wechsel zu Bauer als Verlagsleiterin für Frauenzeitschriften bei Axel Springer tätig war, glaubt, dass Zeitschriften noch lange eine Zukunft haben: "Der Vorteil von einem Magazin ist auch, dass es abgeschlossen ist und Magazine setzen die Prioritäten. Erfolgsfaktor ist dabei natürlich unsere Redaktion, die die Entwicklungen im Auge behält. Sie hat sich voll und ganz auf die Zielgruppe eingestellt, deren Bedürfnisse sie bestens kennt. Wir befragen regelmäßig unsere Zielgruppe, natürlich betreiben wir Marktforschung. Aber unsere Zielgruppe sitzt auch in der Redaktion. Was hat der Star für eine Geschichte zu erzählen? Bewegt er die Menschen? Das weiß niemand besser als unsere Redaktion."

Auch digital unternimmt das Hamburger Verlagshaus einiges für seine "InTouch", die Webseite sei weiter auf Wachstumskurs, natürlich gebe es online eine andere Aktualität und Halbwertszeit für Inhalte. Auch sei die Interaktion mit den Leserinnen entscheidend für den Erfolg, Gradmesser für Trends und Stimmungen. "Die Sozialen Netzwerke bereichern unsere Arbeit anstatt sie zu ersetzen", sagt Bianca Pohlmann: "Ein Beispiel aus der aktuellen Woche: US-Sängerin Beyonce hat vor kurzem in einem Interview gesagt, dass sie sehr geizig sei. Das passt aber überhaupt nicht zu ihren Fotos, die sie auf Instagram postet. Das aufzudecken, einen Zusammenhang herzustellen und Stellung dazu zu beziehen, ist der Grund, warum unsere Leserinnen gerne zum Magazin 'InTouch' greifen."

Hintergrund

Chefredakteur von "InTouch" ist Tim Affeld, Stellvertreterin des Chefredakteurs Julia Wöltjen. Die Redaktionsleitung liegt in den Händen von Alexandra Siemen. Art-Direktorin ist Sabrina Stahmer, Fotochefin Diana Alfonsi-Poßner, Chefin vom Dienst Nadine Fallert, People-Leitung: Luisa Geißler, Fashion & Beauty: Christiane Härtel (auch Mitglied der Chefredaktion); Objektleiterin ist Janina Reyer, Anzeigenleiterin Anna Rosenfeld. Zu der Entwicklung einer anderen wichtigen Zeitschrift hat sich Bianca Pohlmann übrigens in dieser Woche auch geäußert. Laut Verlagsangaben hat das vor sechs Monaten gestartete "People"-Magazin (Chefredakteur: Tom Junkersdorf) eine Gesamtauflage von 105.000 Exemplaren, davon würden 50 Prozent im Einzelverkauf abgesetzt.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.