Maßnahmen nach Schickler-Durchleuchtung: SWMH spart bis zu 75 Stellen ein

29.10.2015
 

Die Unternehmensberatung Schickler hat mit ihrem Projekt OPTIV (steht für: "Optimierung interner Verlagsprozesse") zuletzt die Arbeitsprozesse der Südwestdeutschen Medienholding ("SZ", "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" durchleuchtet. Am Donnerstag gab die Mediengruppe das Ergebnis einer "detaillierten Analyse" bekannt:

Die Unternehmensberatung Schickler hat mit ihrem Projekt OPTIV (steht für: "Optimierung interner Verlagsprozesse") zuletzt die Arbeitsprozesse der Südwestdeutschen Medienholding ("SZ", "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten" durchleuchtet (kress.de berichtete bereits im Mai 2014). Am Donnerstag gab die Mediengruppe das Ergebnis einer "detaillierten Analyse" bekannt: Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen über die gesamte Unternehmensgruppe hinweg circa 70 bis 75 Stellen eingespart werden. Die Veränderungen betreffen die Bereiche Anzeigensachbearbeitung, Rechnungswesen, Controlling, Personalwesen, Facility-Management und SZ-Leserservice.

"Zukünftig sollen die Abläufe in den betroffenen Bereichen weiter harmonisiert und sofern sinnvoll, zentralisiert werden", heißt es bei der SWMH. Konkret: In den Bereichen Anzeigensachbearbeitung und SZ-Leserservice werden künftig mehr Aufgaben von externen Dienstleistern erbracht.

Mit Hilfe der Maßnahmen will die Unternehmensgruppe ihre Wettbewerbs- und Innovationsfähigkeit sichern und ihre internen Vorgänge den sich wandelnden Rahmenbedingungen der Medienbranche anpassen. 

"Soweit möglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen"

Der Stellenabbau soll sozialverträglich und, soweit möglich, ohne betriebsbedingte Kündigungen erfolgen, betont die Mediengruppe. Sowohl die Mitarbeiter als auch der Betriebsrat, dem laufend über das Projekt Auskunft gegeben worden sei, seien über die Pläne bereits informiert worden. Mit den zuständigen Betriebsräten will man in Kürze "umfassende Beratungsgespräche" aufnehmen.

Im Frühjahr hatte der SWMH-Betriebsrat einen Brandbrief an die Belegschaft geschickt und die Geschäftsführung aufgefordert, auf "betriebsbedingte Kündigungen" zu verzichten (kress.de berichtete exklusiv).

Die Südwestdeutsche Medienholding mit Sitz in Stuttgart gehört mit rund 7.000 Mitarbeitern in 130 Gesellschaften und an mehr als 30 Standorten zu den größten Mediengruppen Deutschlands. Sie ist auch in der Schweiz, Österreich, Polen, Ungarn und Tschechien aktiv. Zur SWMH gehören neben "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", "Süddeutsche Zeitung" auch "Schwarzwälder Bote" oder "Freies Wort" in Suhl. Zum Unternehmen zählen verschiedene Fachverlage wie "Werben und Verkaufen", oder "Verlag Moderne Industrie" sowie Anzeigenblätter, Radiosender und eine Fernsehproduktionsgesellschaft. Hauptgesellschafter ist die Ludwigshafener Medien-Union von Verlegerfamilie Schaub ("Rheinpfalz", "Freie Presse" Chemnitz) sowie die Gruppe Württembergischer Verleger, dessen größter Anteilseigner Eberhard Ebner ist, Verleger der "Südwest-Presse".

Vorsitzender der Geschäftsführung ist Richard Rebmann. Der promovierte Jurist übernahm 2008 die Geschäfte bei der SWMH, davor war er Verleger vom "Schwarzwälder Boten". Rebmann ist seit 1998 Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). Ihm zur Seite steht Alexander Paasch. Paasch kam 2012 zur Südwestdeutschen Medienholding, davor war er in leitenden Funktionen innerhalb des Pharmahandelskonzerns Celesio tätig.

Vorsitzender des Aufsichtsrates der Südwestdeutschen Medienholding ist Medien-Union-Manager und Dieter-Schaub-Vertrauter Oliver C. Dubber.

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