Springer-Chef Mathias Döpfner: "Der Journalismus hat sein Bestes noch vor sich"

04.11.2015
 
 

Axel Springer setzt unverändert auf das boomende Internetgeschäft und den digitalen Journalismus. "Wir glauben, dass der Journalismus sein Bestes noch vor sich hat", sagte Konzernchef Matthias Döpfner am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zur Erläuterung der Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres. Das Medienunternehmen legte sowohl bei Umsatz und Ergebnis kräftig zu.

Axel Springer setzt unverändert auf das boomende Internetgeschäft und den digitalen Journalismus. "Wir glauben, dass der Journalismus sein Bestes noch vor sich hat",  sagte Konzernchef Matthias Döpfner am Mittwoch in einer Telefonkonferenz zur Erläuterung der Geschäftsentwicklung in den ersten neun Monaten des Jahres. Das Medienunternehmen legte sowohl bei Umsatz und Ergebnis kräftig zu. Es hob deshalb seine Umsatz-Erwartungen an. "Unsere Finanzlage ist komfortabel", beschrieb Finanzvorstand Julian Deutz die Lage des Unternehmens, das im dritten Quartal seinen Vorsteuergewinn um gut ein Drittel auf 129,3 Millionen Euro verbesserte und dessen Eigenkapitalquote sich auf 40,8 Prozent beläuft.

"Unsere Priorität ist in diesem Jahr Wachstum", sagte Döpfner. Die Aktivitäten im digitalen Geschäft trugen Springer zufolge zwischen Januar und September mehr als 60 Prozent zum Konzernumsatz und über 70 Prozent zum Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) bei. Für die ersten neun Monate des Jahres wies Springer einen bereinigten Konzernüberschuss von 257,9 Millionen Euro (plus 12,7 Prozent) aus

Deutsche "Business Insider" startet am 16. November

Große Potenziale sieht der Herausgeber von "Bild" und "Welt" im Anzeigengeschäft und durch sein Engagement in englisch-sprechenden Ländern, sagte Döpfner weiter. Insbesondere durch die Übernahme von "Business Insider" habe sich Springer bei der Reichweite vom Marktführer in Europa "zu einem der größten Digitalverlage weltweit entwickelt". Die deutsche Ausgabe von "Business Insider", der sich vor allem junge, wirtschaftsaffine Leser wendet, wird Döpfner zufolge am 16. November an den Start gehen. Die Redaktion des start ups unter Führung von Christin Martens werde eng mit der englisch-sprachigen Ausgabe kooperieren, aber auch deutsche Geschichten recherchieren.

362.000 zahlende Digital-Abonnenten 

Ein kräftiges Umsatzplus von 25 Prozent gegenüber dem dritten Quartal 2014 verzeichnete Springer bei den digitalen Abonnements. "Bild" und "Die Welt" hätten im September zusammen 362.000 zahlende Abonnenten gehabt. Davon seien mehr 290.000 auf die "Bild" entfallen. Bei den Bezahlangeboten ging der Umsatz zwischen Januar und September um drei Prozent auf 1,09 Milliarden Euro zurück. Das sei auf den Rückgang der Erlöse aus dem Printgeschäft (minus 2,8 Prozent) zurückzuführen. 2014 habe Springer zudem höhere Werbeeinnahme wegen der Fußball-Weltmeisterschaft erzielt.

Der Konzernumsatz wuchs im dritten Quartal um 7,3 Prozent auf 795,4 Millionen Euro. Wegen der guten Geschäftsentwicklung hob der Herausgeber von "Bild" und Welt" seine Umsatzprognose an. Wie Finanzvorstand Deutz erläuterte, rechnet Springer beim Umsatz nun mit einem Plus im mittleren statt im niedrigen bis mittleren Bereich, das Ergebnis werde wie erwartet im hohen einstelligen Prozentbereich zulegen.

Das Medienunternehmen werde in den nächsten weiterwachsen, und zwar sowohl organisch als auch durch Zukäufe, so Deutz.

Emotionale Mail an die Mitarbeiter

An die mehr als 15.000 Mitarbeiter appellierte Döpfner zu einer engeren Zusammenarbeit. In einer emotionalen Email, die kress.de vorliegt, schrieb Döpfner: "Lassen Sie uns aus den vor uns liegenden letzten Wochen des Jahres das Beste herausholen. Konzentration auf Wachstum und Konzentration auf Kostendisziplin, das bleibt unsere Devise! Dabei können wir noch mehr erreichen und auch noch mehr Spaß an unserer Arbeit haben, wenn wir uns im Unternehmensverbund noch besser vernetzen und noch besser zusammenarbeiten. Das wünsche ich mir und danke Ihnen allen, dass Sie Axel Springer zu dem machen, was wir sein wollen: Der führende digitale Verlag." Einem Sprecher zufolge knackte Springer im dritten Quartal die Schwelle von 15.000 Mitarbeitern. Derzeit beschäftigt der Konzern 15.107 Frauen und Männer.

Joint-Venture zur TV- und Bewegtbild-Vermarktung

Axel Springer gab auch bekannt, dass man mit Viacom International Media Networks die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens zur TV- und Bewegtbildvermarktung vereinbart habe. Das Vermarktungsportfolio soll die TV-Sender Comedy Central, MTV, N24, Nickelodeon/Nicknight und VIVA umfassen. Zudem soll das Joint Venture die Vermarktung der Digital- und Bewegtbildinhalte von Viacom International Media Networks in Deutschland übernehmen.

Der Plan, für den die Kartellfreigabe noch fehlt: Viacom International Media Networks wird sich mit 49 Prozent an thads.media, dem TV-Vermarkter von N24, beteiligen. Die Geschäftsführung des Joint Ventures übernehmen Franjo Martinovic, aktuell Vorsitzender der Geschäftsführung thads.media, Kai Ladwig, zurzeit Mitglied der Geschäftsführung von thads.media, und André Mendo, aktuell Vice President Sales für Deutschland, Österreich und die Schweiz von VIMN Northern Europe.

von Volker Warkentin

 

Ihre Kommentare
Kopf

Dittsche

04.11.2015
!

Irgendetwas an den ewigen Digital-Erfolgsmeldungen aus dem Hause Springer lässt mich zweifeln.


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