Neues Logo, neue Marketing-Strategie: Warum sich Susanne Aigner-Drews an die Eurosport-Fans ranschmeißt

 

Seit über 25 Jahren spielte Eurosport mit dem Flaggen-Pathos der EU und bosselte nur minimal an Logo-Veränderungen herum. Nun zieht Susanne Aigner-Drews, Deutschland-Geschäftsführerin beim Sportsender und bei Discovery, einen klaren Schnitt: Künftig strahlt nur noch ein Stern im neuen Eurosport-Logo. Der aufgepeppte neue Look ist Teil einer Marketingstrategie, die die Leidenschaft - und das Leiden - der Fans ins Zentrum stellt.

Seit über 25 Jahren spielte Eurosport mit dem Flaggen-Pathos der EU und bosselte nur minimal an Logo-Veränderungen herum. Nun zieht Susanne Aigner-Drews, Deutschland-Geschäftsführerin beim Sportsender und bei Discovery, einen klaren Schnitt: Künftig strahlt nur noch ein Stern im neuen Eurosport-Logo. Der aufgepeppte neue Look ist Teil einer Marketingstrategie, die die Leidenschaft - und das Leiden - der Fans ins Zentrum stellt.

Entwickelt wurde das neue Erscheinungsbild, demnach die Sender künftig im Schriftbild "Eurosport 1", "Eurosport 2", "Eurosport 1 HD" und "Eurosport 2 HD" heißen, europaübergreifend für alle Territorien - und zentral vom Eurosport-Marketingchef Antonio Ruiz gesteuert. In Fokus-Gruppen, die bei der Entwicklung der neuen Senderstrategie mitwirkten, saß für Deutschland auch Werner Starz, Director Product Development Eurosport.

"Das einzige, was Bestand hat, ist der Stern"

Zum Zuge kommt der On-Air-Look samt allen Logos am Freitag. Oder wie es Marketingchef Peter Wunner mit der branchenüblichen Vollmundigkeit gegenüber kress.de ankündigte: "Am 13. 11. wird sich für Eurosport die Welt verändern", so Wunner. "Das einzige, was Bestand haben wird, ist der Stern."

Tatsächlich ist die Abkehr vom Logo mit der Europa-Flagge ein radikaler Bruch mit der bisherigen, oft etwas betulich wirkenden Gestaltung. Und dass die Kurzform des Logos, das sogenannte E1-Monogramm, durchaus Assoziationen etwa an Sport1 erlaubt, dürfte Susanne Aigner-Drews zumindest einkalkuliert haben. Vom gesprengten Europa-Gedanken will sie trotzdem natürlich nichts wissen. "Eurosport bleibt Eurosport - auch wenn es jetzt weniger Sterne sind", sagte Aigner-Drews zu kress.de.

"Lokale Vermarktung weiter ausbauen"

Wichtig ist ihr aber der bereits eingeschlagene Kurs, die Inhalte stärker zu lokalisieren und damit näher auf die deutschen Fan-Interessen einzugehen. Die Lokalisierungsstrategie - etwa mit eigenen Rechten, aber auch mit "eingedeutscher" Berichterstattung samt eigener Experten und neuer Talks - spiegelt dabei auch den Wunsch wieder, beim Kampf um Werbegelder sportlicher aufzutreten. "Wir müssen die lokale Vermarktung weiter ausbauen", so Aigner-Drews. "Da sehen wir viel Wachstumspotenzial."

Kern der inhaltlichen Neuausrichtung des Senders ist der "Fan", den Eurosport auch bildlich in den Mittelpunkt rückt. Daher auch der neue Claim "Fuel Your Passion". Der Neuausrichtung war eine umfangreiche Befragung der Eurosport-Gemeinde vorangegangen - europaweit. "Wir sind alle verrückt nach Sport", so Peter Wunner. Deswegen möchte der Sender die Sprache der Fans sprechen und die Interaktionsfreudigkeit - auch über die flankierende Social-Media-Kampagne unter dem Hashtag #sharemypassion - anheizen. "Es ist ein viel emotionalerer Ansatz, als das bislang bei Eurosport der Fall war", so Wunner.

Eurosport will verrückter und leidenschaftlicher werden

Künftig gilt es, "die Gladiatoren deutlicher in den Vordergrund zu stellen". Für die neue Leidenschaft, die Eurosport in seinem Inszenierungsstil befeuern will, steht der Sinnspruch "You can only understand my madness, if you share my passion" im Pflichtenheft der Kreativen. Dabei macht sich nun nicht nur im Logo-Monogramm, das auch ein wenig an das "D"-Logo von Discovery erinnert, die Handschrift der neuen Eigner bemerkbar: "Discovery bringt die Leidenschaft im Erzählen von Geschichten ein", sagt Wunner über die neue Tonalität.

Mit dem Zusammenführungsprozess von Discovery und Eurosport ist Susanne Aigner-Drews fast am Ziel angelangt. Anfang 2016 sollen die letzten Eurosport-Mitarbeiter unter das gemeinsame Unternehmensdach im Münchner Lehel gezogen sein. Damit rundet sich ein Projekt, das auch für die Senderchefin, die bereits seit neun Jahren bei Discovery ist, offenbar ein sportliches war. "Das war das aufregendste Jahr, das ich hinter mir habe."

Ihre Kommentare
Kopf
Chris Ecklebe

Chris Ecklebe

COSMOTY.de
Geschäftsführer

13.11.2015
!

Sehr gutes Makeover, das wird Eurosport gut tun.


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