Madsack greift durch: Bei der "Ostsee-Zeitung" fallen 18 Stellen weg

 

Jetzt greift der Madsack-Konzern auch im Osten durch: Nach Informationen von kress.de sollen bei der in Rostock erscheinenden "Ostsee-Zeitung" 18 von 109 Stellen wegfallen. An den bisher zehn Lokalausgaben hält der Verlag aber fest - mit neuen Arbeitsabläufen und Strukturen will das Medienhaus sicherstellen,

Jetzt greift der Madsack-Konzern auch im Osten durch: Nach Informationen von kress.de sollen bei der in Rostock erscheinenden "Ostsee-Zeitung" 18 von 109 Stellen wegfallen. An den bisher zehn Lokalausgaben hält der Verlag aber fest - mit neuen Arbeitsabläufen und Strukturen will das Medienhaus sicherstellen, "dass in Mecklenburg-Vorpommern unabhängiger und kritischer Journalismus eine gute Zukunft hat", so Geschäftsführerin Stefanie Hauer am Sonntag zu kress.de.

Nachdem Mitte September bekannt geworden war, dass die "Lübecker Nachrichten" ein Drittel der Stellen in der Redaktion abbauen wollen, trifft es nun die Schwesterzeitung in Rostock. "Die Auflage der OZ ist in den vergangenen sieben Jahren um 14 Prozent gesunken, die Anzeigen- und Beilagenerlöse sogar um 43 Prozent", macht Stefanie Hauer deutlich, dass das Medienhaus unter Druck steht, in Rostock zu sparen: "Wir glauben fest daran, dass eine starke Presse wichtig ist für die Demokratie. Stark bedeutet aber auch, unabhängig und wirtschaftlich auf einem soliden Fundament", so Hauer.

Zukünftig sollen in der Redaktion nur noch 91 Mitarbeiter beschäftigt sein: "Die aktuelle Altersstruktur bei der OZ würde es ermöglichen, den Übergang in die neuen Strukturen durch die Nutzung von Altersteilzeit umzusetzen", erklärt Hauer.

Mail von Chefredakteur Andreas Ebel

Am vergangenen Donnerstag hat Chefredakteur Andreas Ebel seine Ideen zur neuen "OZ" der Redaktion vorgestellt. In seiner Mail an sein Team, die kress.de vorliegt, schreibt er unter anderem:

"Unsere Stärke und die Zukunft liegen im Lokalen. Daher bleiben wir bei unseren zehn Lokalredaktionen und den Lokalausgaben. Wie soll das gehen, im Regionalen und Lokalen zu sparen, ohne Qualität einzubüßen? Das kann nur funktionieren, wenn wir die Arbeitsabläufe in der Redaktion komplett ändern. Wir müssen noch effizienter an Desks produzieren, damit sich unsere Reporter vor Ort wieder mehr um Recherche, Termine vor Ort, Texte, Fotos, Videos usw. kümmern können und nicht so viel Kraft ins Produzieren von Seiten stecken müssen.

Die Lokalchefs sind vor Ort in den Redaktionen und bestimmen wie bisher die Inhalte und Schwerpunktsetzung ihrer Ausgaben im Einvernehmen mit der Chefredaktion. Produziert wird dann an zwei Lokaldesks (Rostock und Stralsund). Die Titelseiten sowie die Seiten Meinung, MV, Wirtschaft, Kultur, Service, Sport usw. könnten die Kollegen am Regiodesk in Rostock produzieren.

Es wäre ein großer Umbau, der Kraft und viele Ideen erfordert. Wenn wir jetzt nicht reagieren, laufen wir Gefahr, dass die OZ in den nächsten Jahren in die Verlustzone rutscht. Das würde die Existenz der Zeitung und aller Jobs gefährden. Ich glaube daran, dass die OZ auch in Zukunft Erfolg haben wird. Im guten Lokal- und Regionaljournalismus liegt unsere große Chance - in der Printausgabe aber auch in den digitalen Medien. Ich bin auch stolz, in einem so starken Team arbeiten zu können. Deshalb habe ich überhaupt keine Angst, mit meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erfolgreich den neuen Weg in die Zukunft zu gehen. Ich lade Euch ein, ihn aktiv mit zu gestalten."

Hintergrund

Die "Ostsee-Zeitung" erscheint in einer täglichen Auflage von 143.596 Exemplaren (IVW, 3/2015). Chefredakteur ist seit Frühjahr 2012 Andreas Ebel, bei der er bereits seit 1993 als Redakteur tätig ist und seit 2002 die Lokalredaktion Rostock leitete. Die Geschäftsführung der "Lübecker Nachrichten" und der "Ostsee-Zeitung" übernahm erst im Herbst 2015 die frühere "Zeit"-Verlagsleiterin Stefanie Hauer.

Gesellschafter der Mediengruppe Madsack sind unter anderem die SPD-Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (ddvg) und die Verlags-Erbin Sylvia Madsack, Autorin der Graf-Stanislaw-Trilogie ("Melodie der Nacht", "Tausend Augen hat die Nacht" und "Hymne an die Nacht").

Ihre Kommentare
Kopf

Bodenloser Unsinn

16.11.2015
!

Oh, nein, Herr Ebel! Desk und Effizienz, das schließt sich leider aus. Lassen Sie sich nicht von ihren Chefredakteurskollegen die Tasche voll lügen, viele wissen es auch nicht besser. Desks sind Zeitfresser und Frustmacher. Lassen Sie es. Fragen Sie mal ehrliche Indianer, die unter diesen Umständen arbeiten müssen...


Klaus

17.11.2015
!

"Wir müssen noch effizienter an Desks produzieren, ..."

Wer so redet, schreibt wohl auch so.
Und sowas les' ich nicht. Bin doch nicht doof.


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