"Besonders geschätzt und gelesen in Berlin": Thomas Lindners großes Plädoyer für die "FAZ"

 

Für markige Worte ist Thomas Lindner, Geschäftsführer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", eigentlich nicht bekannt. Zum Jubiläum der Marken-Kampagne "Kluge Köpfe" machte er jetzt in Berlin eine Ausnahme -

Für markige Worte ist Thomas Lindner, Geschäftsführer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", eigentlich nicht bekannt. Zum Jubiläum der Marken-Kampagne "Kluge Köpfe" machte er jetzt in Berlin eine Ausnahme - und zeigte ganz nebenbei "Tagesspiegel"-Herausgeber Sebastian Turner, was er von dessen Art, für seinen "Tagesspiegel" zu werben, hält: nichts.

Lindners Worte sind dabei das Plädoyer für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", das nicht nur Branchenbeobachter lange Zeit eigentlich von den Herausgebern des Blattes erwartet haben: "Wer die FAZ liest, entscheidet sich bewusst für einen Moment der Ruhe, der Konzentration, der Aufmerksamkeit und der ganz besonderen Wahrnehmung von Qualität. Die Nachricht unserer Kommunikation ist klar: Der Mensch steht im Mittelpunkt, mit seiner FAZ, die Umgebung ist meist eine Reminiszenz an den Protagonisten, sie ist aber auch ein Spiegel für die Vielfalt der Zeitung selbst. Ob Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport – die klugen Köpfe sind überall. Und die FAZ mit ihren Journalisten ist in jedem Terrain vorne: mit höchster journalistischer Güte, nicht selten überragend. Die FAZ ist die Zeitung der deutschen Meinungsführer. Unsere Leser haben hohe Ansprüche an die Qualität. FAZ-Leser gehören zur Elite in Politik, Wirtschaft und Kultur. Sie wollen die politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Debatten in unserem Lande mitgestalten. Mit den dafür notwendigen Informationen und Zusammenhängen versorgen wir sie jeden einzelnen Tag", betonte Lindner.

"Das Prinzip Zeitungen wird vielleicht wieder etwas beliebter"

Und Lindner machte das gerne, was Manager immer gerne machen - er unterfütterte seine Argumente mit einer Erhebung: "Unsere neue, just aufgelegte Elite-Studie hat gezeigt, dass in diesem gesellschaftlichen Leitmilieu das Zeitungslesen auch heute noch für viele eine tägliche Selbstverständlichkeit ist. Digital oder Print. Dementsprechend ist die Reichweite der Zeitung dort überproportional höher, als in anderen Bevölkerungsgruppen. Und die Medien der Frankfurter Allgemeinen rangieren in der Beliebtheit ganz weit vorne. Darauf können wir stolz sein – und ehrlich gesagt: das sind wir auch. Natürlich stimmt es, dass die Zeitungen es mit den neuen Konkurrenten im Netz zu tun haben. Vom kleinen Blog bis zum allumfassenden sozialen Netzwerk. Aber der Zuspruch unserer Leser zeigt uns jeden Tag und wieder aufs Neue: das Prinzip Zeitung als ein abgeschlossenes, kuratiertes, für die Zielgruppe komprimiertes Produkt – egal ob print oder digital – ist nicht überholt. Vielleicht sogar wird das Prinzip Zeitung aufgrund dieser Eigenschaften wieder etwas beliebter. In einer Zeit nämlich, die viele Menschen mit ihrer Flüchtigkeit und Oberflächlichkeit zunehmend erschreckt und ausgrenzt."

"Hier, Herr Turner, hat die FAZ Einfluss, macht Meinungen und definiert Positionen"

Als "Zeitung der Entscheider" wirbt in Berlin gerne der "Tagesspiegel". Coram publico machte Lindner dem Herausgeber des "Tagesspiegel", Sebastian Turner, die Unterschiede zwischen "FAZ" und "Tagesspiegel" deutlich: "Die FAZ ist zwar die Zeitung aus Frankfurt, aber besonders geschätzt und gelesen wird sie in Berlin – der Hauptstadt. Hier, Herr Turner, hat sie Einfluss, macht Meinungen und definiert Positionen. Zwar hat Berlin selbst eine außerordentlich vielfältige, regionale Zeitungslandschaft und an lokalem Kolorit keinen Mangel. Aber es sind ohne Zweifel die großen nationalen Zeitungen, die FAZ, Süddeutsche und Zeit, wie auch der Spiegel, die in Deutschland die Themen setzen. Deshalb haben wir hier ein großes Büro, viele Kollegen und eine insgesamt hohe Präsenz. Gerade die letzten Tage haben wieder gezeigt, wie wichtig eine kluge, besonnene aber auch eine entschiedene Stimme für unsere Gesellschaft ist. Die FAZ biedert sich dabei nicht an. Wir machen uns durchaus auch Gegner mit dem, was wir denken und schreiben. Aber wir suchen ohne Rücksicht darauf nach der Haltung, die für unser Land und für unsere Gesellschaft richtig ist. Denn die Aufgabe der FAZ ist es nicht, Gesellschafter mit einem möglichst arbeitsfreien Einkommen zu versorgen, unsere Aufgabe ist es viel mehr, die Meinungsführer des Landes mit Informationen und Hintergründen zu versorgen – und zwar so, dass diese ihre meist wichtigen Aufgaben klug, wichtig und verantwortungsbewusst wahrnehmen können."

Hintergrund

Die erste Ausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ erschien am 1. November 1949. Die Verkaufte Auflage der "FAZ" beträgt 264.638 Exemplare (laut IVW 3/2015), die Verkaufte Auflage der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" beträgt 276.030 Exemplare (laut IVW 3/2015). Die "FAZ" gehört mehrheitlich der FAZIT-Stiftung. Vorsitzender des Kuratoriums der FAZIT-Stiftung ist der langjährige "Spiegel"-Geschäftsführer Karl Dietrich Seikel. Der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums ist der Verleger Thomas Schmitt. Die weiteren Kuratoren sind Andreas Barner, Ludwig Georg Braun, Michael Hoffmann-Becking, Marija Korsch und Jens Odewald. Zu den FAZIT-Zeitungen gehören "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Herausgeber: Werner D'Inka, Jürgen Kaube, Berthold Kohler, Holger Steltzner; Chefredakteur FAZ.net: Mathias Müller von Blumencron, früher Chefredakteur "Der Spiegel“; Geschäftsführer: Thomas Lindner, Vorsitzender, früher: Gruner+Jahr, Burkhard Petzold), "Frankfurter Neue Presse" (Chefredakteur: Rainer M. Gefeller, stellvertretender Chefredakteur: Thomas Ruhmöller; Geschäftsführer: Oliver Rohloff); "Frankfurter Rundschau" (Chefredaktion: Arnd Festerling, Bascha Mika; Michael Bayer (Ressortleitung Digital).

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.