TV-Marktanteile im November: RTL und RTL II müssen viele Federn lassen

 

Ein düsterer November für Frank Hoffmann (RTL) und Andreas Bartl (RTL II): Ihre beiden Sender zählen zu den großen Verlieren im elften Monat. Die größten Verluste musste der Kölner Noch-Marktführer bei den 14- bis 49-Jährigen wegstecken. Ohne Fußball-Länderspiel und mit einigen hausgemachten Schwächen sackte RTL in der Werbezielgruppe um 0,9 Prozentpunkte auf nur noch 12,4% Monats-Marktanteil durch. ProSieben drängte mit 11,0% gefährlich nah dahinter.

Ein düsterer November für Frank Hoffmann (RTL) und Andreas Bartl (RTL II): Ihre beiden Sender zählen zu den großen Verlieren im elften Monat. Die größten Verluste musste der Kölner Noch-Marktführer bei den 14- bis 49-Jährigen wegstecken. Ohne Fußball-Länderspiel und mit einigen hausgemachten Schwächen sackte RTL in der Werbezielgruppe um 0,9 Prozentpunkte auf nur noch 12,4% Monats-Marktanteil durch.

ProSieben drängte mit 11,0% gefährlich nah dahinter. Der "The Voice"-Sender und traditionell hartnäckige RTL-Verfolger verbesserte sich im November um 0,2 Prozentpunkte gegenüber dem Oktober. 

"Reisechecker" und "Comedy-Preis" reißen RTL mit runter

Bei RTL machte sich neben den fehlenden Länderspielen - nur partiell ausgeglichen durch den furiosen Klitschko-Kampf zum Monatsende - vor allem die Schwäche der "Formel 1" bemerkbar. Seitdem der Sieger feststeht, fuhr der Rennzirkus nur noch mit angezogener Handbremse. Außerdem schlugen der Flop mit der "Comedy-Gala" zur besten Sendezeit und der Fehlversuch mit dem "Reisechecker" ins Kontor. "Bauer sucht Frau" kommt absolut kaum mehr über die wichtige Sechs-Mio-Gesamtzuschauerschwelle.

Serienwiederholungen schaden Sat.1

Sat.1, bekanntlich zur Hälfte auch beflügelt durch "The Voice", musste sich im November mit einem Zielgruppen-Schnitt von 9,4% zufrieden geben, im Oktober lief's um 0,2 Prozentpunkte besser. Hier hat Neu-Geschäftsführer Kaspar Pflüger in der Kürze der Zeit noch kein Rezept für den maladen Vorabend gefunden. Außerdem kann er bei früher verlässlichen Quotenbringern wie "Navy CIS" am Sonntag und "Criminal Minds" am Donnerstag nur Wiederholungen zu zeigen. Und der zeitweise Verzicht auf "Hawaii Five-0" vor Weihnachten zeigt Spuren.

"Club der roten Bänder" hilft Vox nur wenig

Vox dagegen sonnt sich im Glanz der Ausnahmequoten für "Club der roten Bänder", hat aber sonst viele Programm-Baustellen vor allem im Serien-Bereich. "Suits" funktioniert etwa auch im zweiten Anlauf nicht. Unterm Strich kann Bernd Reichart mit einem Monatsmarktanteil von 6,5% (0,1 Prozentpunkte weniger als im Vormonat) noch ganz zufrieden sein.

RTL II so unbeliebt wie vor vier Jahren

Bei RTL II macht sich bemerkbar, dass bei Klassikern wie "Die Geissens", "Frauentausch" und "Die Kochprofis" der Lack ab ist: Andreas Bartl dürfte sehr wurmen, dass mit nun nur noch 5,5% ein Zielgruppen-Wert so schlecht wie zuletzt im September 2011 erreicht ist. Zudem schmilzt der Sicherheitsabstand zu kabel eins bedrohlich: Im November lag er dort - unter anderem dank Frank Rosins Kantinentests zur besten Sendezeit - bei 5,2% (0,1 Prozentpunkt im Plus).

Das Erste drängelt sich an das ZDF heran

Beim Gesamtpublikum steht weiterhin das ZDF als Sieger fest. Allerdings ging's mit jetzt 12,1% der Zuschauer ab drei Jahren nur um 0,1 Prozentpunkte nach oben - geschuldet unter anderem den verlässlich starken Montagsfilmen.

Dahinter holte aber das Erste - dank vieler guter "Tatort"-Werte (etwa mit Maria Furtwängler oder der Münster-Rekord "Schwanensee") und dem Florian-Silbereisen-"Adventsfest" - stark auf: Nun stehen 11,9% in den Büchern - beachtliche 0,7 Prozentpunkte mehr als im Oktober. Außerdem profitierte die ARD auch davon, dass in Krisen- und Terrorzeiten die Abendnachrichten und der "Brennpunkt" für die Masse der Deutschen der erste Anlaufpunkt ist. 

RTL schließlich verlor auch bei den Gesamtzuschauern kräftig und sackte um 0,6 Prozentpunkte auf 10,0% durch, gefolgt von Sat.1 (7,9%), ProSieben (5,4%) und Vox (5,2%). Die Kleineren - RTL II (3,2%) und kabel eins (3,7%) - spielen beim Blick auf das größte Publikum traditionell keine wichtige Rolle.

Europa League beflügelt Sport1

Wie viel sich aus starken Rechten machen lässt, merkte im November der Europa-League-Sender Sport1: Der Free-Sender kam bei den Gesamtzuschauern sowie in der klassischen Werbezielgruppe auf einen Marktanteil von 1,0%. Im Gesamt-Zuschauermarkt war das der beste November-Wert seit 2007, bei den 14- bis 49-Jährigen seit 2008. Besonders rund lief's in der Kernzielgruppe der Männer zwischen 14 und 49 Jahren mit einem Schnitt von 1,6%. 

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