Ab 2016 verkauft sich Sportradio wieder alleine - Sport1 löst Vertrag mit ARD-Vermarkter AS&S

 

Sportliches Miteinander ist ein Ideal, auf dem Platz zählt der Wettkampf: Sport1.fm, der 2013 gestartete Sport-Radiosender der Constantin Media AG, ließ sich bis zuletzt von der ARD-Tochter AS&S mitvermarkten, obwohl vor allem das Fußball-Live-Programm vielen Fans als echte Konkurrenz zu den öffentlich-rechtlichen Wellen gilt. Nach kress.de-Informationen läuft die Kooperation zum Jahresende aus. Sport1.fm will sich künftig alleine vermarkten. 

"Die AS&S hat uns mit Sicherheit auf ein neues Niveau gehoben", bilanziert Patrick Fischer, Geschäftsführer von Sport1 Media und damit für die Vermarktung der Free- und Pay-TV-Angebote von Sport1 sowie das breite Online-, Mobile- und eben auch Radio-Angebot der Gruppe zuständig, die bisherige Zusammenarbeit.

Trennung nach nur anderthalb Jahren

Zusammengefunden hatte man sich im Sommer 2014 - damals mit hohen Hoffnungen. "Sport1.fm ist damit nun Teil eines hochklassigen Portfolios, das neue Möglichkeiten in der Vermarktung eröffnet. Wir erwarten uns sehr viel von dieser Kooperation und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem Team", sagte Fischer seinerzeit angesichts der Vertragsunterzeichnung. 

Die anfänglich etwas belächelte Idee, ausgerechnet in das vermeintlich altmodische Medium Radio zu investieren, hat sich für Sport1 offenbar bezahlt gemacht. "Aus Vermarktungssicht gilt: Wir haben in den letzten zwei Jahren sehr gute Ergebnisse erzielt", so Patrick Fischer gegenüber kress.de. "Es ist ein kleiner Markt, der sich aber dynamisch entwickelt: Wir konnten in der Regel unsere Vermarktungserlöse um je 100 Prozent gegenüber dem jeweiligen Vorjahr steigern." Konkreter in seine Bücher ließ er sich aber nicht blicken.

Mehr integrierte Kunden-Konzepte

Nun möchte er das Geschäft mit seinen eigenen Verkäuferteams wieder ausschließlich selbst in die Hand nehmen. Deswegen die Trennung von der AS&S. "Ab 2016 werden wir wieder in die Eigenvermarktung gehen", bestätigte Patrick Fischer das Ende der Zusammenarbeit. "Das hat folgende Gründe: Zum einen fragen Agenturen und Kunden immer mehr integrierte Konzepte an, die wir auch bislang schon selbst kreiert haben. Zum anderen reduzieren wir dadurch die Anzahl der Schnittstellen und vereinfachen die Prozesse."

Patrick Fischer, der vor seinem Wechsel zu Sport1 unter anderem für Burda Intermedia Publishing tätig war, ist das Sport-Radio der erklärte "Liebling" unter den Angeboten, die er zu vermarkten hat. Und das auch aus privaten Gründen. "Ich bin zweifacher Familienvater. Der Samstag ab 15.30 Uhr gehört nicht zu unserer Fernsehzeit. Meine Kinder sind mit drei und sechs Jahren schon leidenschaftliche Fans. Im Auto wollen sie immer Fußball-Radio hören", erzählt er.

Die Besonderheit des Mediums sind das unmittelbare Erleben und die hohe Emotionalität. "Anders als die Öffentlich-Rechtlichen sind wir der einzige Anbieter, der die Partien in voller Spiellänge überträgt. Und wir sprechen unsere Hörer per Du an. Daher ist Sport1.fm mein Liebling – neben dem 'Bitburger Fantalk'", so Fischer.

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