"FAZ"-Medienchef Michael Hanfeld: "Deutschland 83" wird nicht fortgesetzt

 

Von der Kritik wird "Deutschland 83" gefeiert, das Publikum konnte mit der Geschichte um den jungen Stasi-Spion aber nur wenig anfangen. Michael Hanfeld, Chef der "FAZ"-Medienseite, ist überzeugt - die von UFA produzierte Serie wird 2016 nicht fortgesetzt. Das Werben der Produzenten Wolf Bauer und Nico Hofmann bleibt (wohl) erfolglos.

Denn noch hat sich RTL nicht offiziell dazu geäußert, ob es eine zweite Staffel von "Deutschland 83" geben wird. In der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erklärt RTL-Fiction-Chef Philipp Steffens: "Die letzten Quoten sind noch nicht vollständig ausgewertet. Wir haben großartige Auslandserlöse, aber weniger Erfolg bei unserem Publikum. Wir müssen schauen, was wir machen und wie wir es machen."

Dabei ist schon jetzt klar: "Die Serie ist ein kapitaler Flop", urteilt Michael Hanfeld, bei den jüngeren Zuschauern im Alter bis 49 Jahren erreichte sie einen Marktanteil von 8,1 Prozent, bei Zuschauern insgesamt einen Anteil von 5,3 Prozent. Einem Sender, der vor Media-Agenturen immer noch gerne damit wirbt, dass er die Massen bewegt, kann das nicht ausreichen.

Der geringe Zuspruch könne auch an der Qualität liegen, so Michael Hanfeld. "Deutschland 83" habe mit "Aplomb" angesetzt, inhaltlich aber schnell geschwächt. "Über die Feiertage wird RTL gewichten, wie schwer der Erfolg im Ausland und der Misserfolg im eigenen Programm wiegen." Und Michael Hanfeld fügt in der "FAZ" bemerkenswerte Sätze hinzu: "Vom Erfolg bei der Kritik kann sich der Sender auch nichts kaufen. Es wird den Verantwortlichen vielmehr zu denken geben, dass die ersten beiden Folgen von "Deutschland 83" 3,22 Millionen Zuschauer hatten, es eine Woche später aber eine Million weniger waren."

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