Düsseldorf verneigt sich vor "RP"-Verleger Gottfried Arnold: Ein Abschied mit Augenzwinkern

 

Zur Auferstehungsfeier für Gottfried Arnold, Herausgeber der "Rheinischen Post", war das Gotteshaus der Gemeinde St. Anna in Düsseldorf-Niederkassel bis auf den letzten Platz gefüllt mit Trauernden, darunter Familie, Freunde und Medienvertreter, NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, deren Stellvertreterin Sylvia Löhrmann und der Stadtdechant der Landeshauptstadt, Monsignore Ulrich Hennes. Der Herausgeber der "Rheinischen Post" war am 28. Dezember 2015 im Alter von 82 Jahren verstorben.

Lange Zeit war der gebürtige Düsseldorfer hier im Vorstand der Gemeinde aktiv. "Er hat diese Kirche geliebt. Hier hat er seinen Glauben gelebt, Kraft getankt für sein Leben und seine Arbeit. Durchaus kritisch, aber überaus wohlwollend, beschrieb Pfarrer Michael Dederichs das Engagement des Verstorbenen: "Ich habe zwar mein Glaubensbekenntnis abgelegt, aber nicht meinen Verstand", so könnte man ihn vielleicht zitieren. Er habe Verantwortung in seinem Leben übernommen, zunächst in der Familie mit seiner Frau Irene, den beiden Eltern, einer Tochter und zwei Söhnen und neun Enkelkindern und werde sicher eine wichtige Person in der Familie bleiben.

"Rheinische Post" als Glaubensbekenntnis

Die "Rheinische Post" setze nach wie vor als 'Zeitung für christliche Kultur' ein deutliches Zeichen, ein Bekenntnis für alle Herausgeber und die Chefredaktion zum Christentum. Verantwortung habe Arnold auch als Verleger und Herausgeber gezeigt. "Er war im besten Sinne des Wortes 'liberal'. Ihm war wichtig alle mitzunehmen und keinen auf der Strecke zu lassen." In seinem Arbeitszimmer würde er sich über die Gestaltung seines Schreibtisches freuen, dort fehlen neben einem Bild, einem Strauß Blumen und dem Kondolenzbuch auch seine geliebten Zigarillos nicht. Ein Eintrag spreche für viele andere: "Wenn ein Verleger im eigenen Haus gleichermaßen respektiert und beliebt ist, dann ist dies nicht nur Ausdruck einer bewundernswerten Haltung, sondern gleichzeitig eine großartige Lebensleistung."

Landeshauptstadt als Lebensmittelpunkt

"Er war ein mächtiger Düsseldorfer", beschrieb der Pastor das Engagement für die Heimatstadt von Arnold. Hier geboren am 10. Februar 1933, am Görres-Gymnasium Abitur gemacht, nur das Studium führte nach München und dann nach Köln. Er habe gerne in Düsseldorf gelebt, im Haus seines Vaters, des ehemaligen Oberbürgermeisters und ersten frei gewählten Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen, Karl Arnold. Die Landeshauptstadt bildete den Lebensmittelpunkt und selbst Urlaub sei "nicht so ganz seines" gewesen. Bei Schützenfesten hörte man immer: "Niederkassel, dass ist da, wo Düsseldorf am schönsten ist".

In der Politik wurde er früh durch seinen Vater geprägt, erlebte während des '1000-jährigen Reiches' Repressalien gegen seinen Vater, die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, Verfolgung. So sei ihm alles braune, alles nationalistische zutiefst zuwider gewesen. Dagegen habe er die Offenheit geliebt, Kleingeistigkeit und Enge waren ihm fremd. Zugleich war er Vollblut-Europäer und Vollblut-Demokrat, auch als prägende Figur der CDU NRW als damals jüngster Bundestagsabgeordneter mit 28 Jahren im Parlament unter Bundeskanzler Konrad Adenauer. Selbst in seinen letzten Stunden habe ihn sein Humor nicht verlassen, "zugegeben teilweise ein sehr spezieller Humor" wie der Pastor abschließend schmunzelnd beschrieb: "Als einmal das Telefon lange klingelte und seine Frau im Keller war und die Treppe hinaufstürmte entgegnete er auf deren leichte Vorwürfe: Ich habe keinen Anruf erwartet..."

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