Tatverdächtiger schnell gefasst: Wieder Angriffe auf Journalisten bei Demo von Rechtspopulisten

 

Wieder Angriffe auf Journalisten bei einer Demonstration von Rechten. In Magdeburg wurden jetzt Kamerateams von MDR und ZDF mit Reizgas attackiert, ein Tatverdächtiger festgenommen. In der ARD-Talkshow "Maischberger" kam es am Mittwoch zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen Publizist Jakob Augstein und der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry.

Der Zwischenfall ereignete sich am Mittwochabend am Rande einer Demonstration der rechts-populistischen Alternative für Deutschland (AfD). Der mutmaßliche Angreifer sei bei der Tat gefilmt worden und aufgrund der Bilder festgenommen worden, berichtete der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR). Auch ein Sicherheitsmann sei getroffen worden. Die Geschädigten hätten Augenreizungen erlitten und Strafanzeige erstattet. Der Tatverdächtige muss mit einem Verfahren wegen Verdachts auf Körperverletzung rechnen.

Der Deutsche Journalisten-Verband forderte derweil die AfD zur Distanzierung von Gewalt auf. "Wenn die AfD Wert darauf legt, als demokratische Partei wahrgenommen zu werden, muss sie sich umgehend von dieser gefährlichen Gewalt distanzieren", erklärte der DJV-Vorsitzende Frank Überall. Er begrüßte, dass der Polizei gelungen sei, einen Tatverdächtigen festzunehmen. Er hoffe, dass Polizei und Justiz die Zeichen der Zeit erkannt hätten und Journalisten künftig besser schützten.

Der Zwischenfall in Magdeburg war nicht der erste dieser Art. Journalisten wurden wiederholt bei Demonstrationen islamfeindlicher Gruppen beschimpft und angegriffen. Mitte Januar traf es eine MDR-Reporterin, die in Leipzig über einen Aufzug des örtlichen Pegida-Ablegers Leigida berichtet hatte. In einer Anhörung des Bundestags-Kulturausschusses kündigte MDR-Chefredakteur Stefan Raue den Einsatz privater Sicherheitskräfte an, um die Journalisten zu schützen. Raue und andere Medienvertreter bekräftigten bei der Veranstaltung Mitte Januar, sich dem Druck rechter Organisationen nicht zu beugen (kress.de berichtete).

Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland ging auf Distanz zu Übergriffen von Magdeburg. Er missbillige den Angriff zutiefst, sagte Gauland der Nachrichtenagentur dpa.

Augstein: Petry quatscht alle an die Wand

Ebenfalls am Mittwoch kam es in der ARD-Talkshow "Maischberger" zu einem verbalen Schlagabtausch mit der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry. Sie ging zwar auf Distanz zu Äußerungen des thüringischen AfD-Fraktionschefs Bernd Höcke über das angebliche Fortpflanzungsverhalten von Afrikanern. Gleichwohl nahm sie ihren Parteifreund gegen Rassismus-Vorwürfe in Schutz. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner forderte in der erregt geführten Diskussion, die der Moderatorin zeitweise zu entgleisen drohte, den Verfassungsschutz auf, die AfD zu beobachten. Der Publizist und "Spiegel"-Kolumnist Jakob Augstein nannte die Umfragen der derzeit bei zehn Prozent liegenden AfD eine "Lügenpartei". Der mittlerweile aus der Partei ausgetretene AfD-Mitbegründer Hans-Olaf Henkel sagte, unter Petry habe sich die Organisation zu einem Monster und zu einer "NPD im Schafspelz! entwickelt.

Petry ließ die Vorwürfe äußerlich unbewegt an sich abprallen und vermied konkrete Antworten. Anschuldigungen, die AfD rufe zu Gewalt gegen Politiker anderer Parteien auf, konterte sie wortreich mit dem Hinweis von Angriffen linker Gruppen auf Anhänger der Partei. Ein echtes Gespräch kam nicht zustande, und Augstein rief in Richtung der Dauerlächlerin Petry: "Sie quatschen hier alle an die Wand."

Ihre Kommentare
Kopf

Thomas Wagner

28.01.2016
!

Die jetzige Außenpolitik ist nicht vorausschauend angelegt. Ein Einwanderungsgesetz könnte den Bedarf der Wirtschaft abdecken. Schutzzonen für Flüchtlinge im Nahen Osten mit großzügiger finanzieller Ausstattung(Schulen,Krankenhäuser Ausbildung junger Syrer, Iraker) wäre hilfreich.Eine Art Marshallplan für den Nahen Osten sollte jetzt vorbereitet werden. Eine offene Diskussion dazu sollte über Parteigrenzen hinweg möglich sein.


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