Kein guter Tag für Mobile: Gruner + Jahr verschiebt eMags zu DPV

 

Alle sprechen von Mobile, nur wie das alles finanziert werden soll, ist immer noch so eine Frage. Das "beste Portfolio innovativer Apps und Mobiler Websites für die G+J-Marken" sollte die Mobile Unit entwickeln, gegründet im Oktober 2013. Sollte.

Intern ist die Nachricht seit ein paar Tagen bekannt, Oliver von Wersch hat sie den Mitarbeitern bereits verkündet. In der Öffentlichkeit will Gruner+Jahr die Niederlage dagegen noch nicht eingestehen, auf Anfrage heißt es, dass das Haus zu Einzelheiten noch keine Stellung abgeben könne, da der Prozess noch nicht abgeschlossen sei. Wieviele Mitarbeiter betroffen sind, ob sie an anderer Stelle weiterbeschäftigt werden oder den Verlag verlassen müssen - unklar.

Was aber jetzt offiziell ist: "Es ist geplant, dass Produktion und Vertrieb der eMags künftig von der G+J-Vertriebstochter DPV übernommen werden", so der Sprecher, der natürlich betont dass das Hamburger Medienhaus "Marktführer bei eMags" in Deutschland sei, zudem, dass das Haus "weiteres Wachstum" anstrebe.

Was bleibt also? Dieser Fakt - der Mobile-Trend, über den wir alle berichten und der auch bei der Nutzung des Internets an Bedeutung gewinnt, bleibt weiterhin nur schwer finanzierbar.

Bei der Gründung der Mobile Unit hatte Gruner + Jahr 2013 noch stolz verkündet: "Mit einem starken Fokus auf mobile Medienformate treibt Gruner + Jahr die digitale Transformation seines Kerngeschäfts voran. Um der wachsenden Bedeutung von Mobile für das Angebot und die Vermarktung digitaler Medienformate gerecht zu werden, hat der Digitalbereich von G+J eine eigenständige Mobile Unit innerhalb der G+J Digital GmbH gegründet. Ziel der Mobile Unit ist die Realisierung mobiler Web- und App-Projekte in enger Zusammenarbeit mit den Communities of Interest von Gruner + Jahr."

Hintergrund

Die Bruttoaufwendungen für mobile Werbung sind 2015 laut Nielsen in Deutschland um 58 Prozent gestiegen. Klingt nach Erfolgsgeschichte. Tatsächlich wurden hierzulande im vergangenen Jahr aber weniger als 300 Millionen Euro in auf Smartphones und Tablets zugeschnittene Werbeformate investiert, das entspricht einem Marktanteil von lediglich einem Prozent.

Ihre Kommentare
Kopf
Kressköpfe dieses Artikels
  • Noch kein kresskopf?

    Logo
    Dann registrieren Sie sich kostenlos auf kress.
    Registrieren
Inhalt konnte nicht geladen werden.