Groß-Umbau bei Mediengruppe Thüringen: Michael Tallai ersetzt Klaus Lange als Vorsitzender der Geschäftsführung

22.02.2016
 

Die Mediengruppe Thüringen stellt sich "vor dem Hintergrund des Auflagen- und Anzeigenrückgangs sowie der Einführung des gesetzlichen Mindestlohns", der zu Kostensteigerungen in zweistelliger Millionenhöhe führe, neu auf. Michael Tallai, seit Juni vergangenen Jahres Teil der Geschäftsführung, löst zum 1. März 2016 Klaus Lange als Sprecher ab.

Klaus Lange soll sich im Zuge der Neuorganisation "schrittweise" aus der Mediengruppe Thüringen zurückziehen.

"Wir danken Klaus Lange für seine wertvolle Arbeit. Gemeinsam mit Michael Tallai hat er die Neuaufstellung der Mediengruppe Thüringen in den vergangenen Monaten vorbereitet. Michael Tallai wird ihre Umsetzung sowie die gruppenweite Zusammenarbeit nun mit seiner Kreativität und Kompetenz beharrlich vorantreiben", sagt Manfred Braun, Geschäftsführer der Funke Mediengruppe, zu der die Mediengruppe Thüringen gehört.

Weitere Personalie

Hans-Peter Meinhardt wird als operativer Geschäftsführer die neue zentrale Mantelredaktionseinheit (Thüringen Contents & Services GmbH) leiten. Diese Tätigkeit übernimmt er zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Geschäftsführer der MGT Service GmbH, die er seit Januar 2014 innehat. Meinhardt  ist seit mehr als einem Jahrzehnt als Geschäftsführer für diverse Verlagsgesellschaften in den Bereichen Redaktion, Anzeigen, Kundenservice und Marketing tätig.

Nils Kawig ist seit dem 12. Januar Chefredakteur der "Thüringischen Landeszeitung" - er soll die lokale und regionale Berichterstattung ausbauen (kress.de berichtete). Johannes M. Fischer wird in Kürze seine Arbeit als Chefredakteur der "Thüringer Allgemeinen" aufnehmen. Jörg Riebartsch werde seine Arbeit als Chefredakteur der "Ostthüringer Zeitung" fortsetzen, betont die Mediengruppe Thüringen. Andreas Hohmann ist seit Jahresbeginn Verlagsleiter für alle drei Regionalzeitungen und unter anderem für den Ausbau der Markenprofile zuständig.

Neue Gemeinschaftsredaktionen - Personalzuwachs im Lokalen

Wesentliche Ziele des "Zukunftsprogramms" der Mediengruppe Thüringen sind "die spürbare Stärkung der Lokalberichterstattung" sowie eine Neuaufstellung des Anzeigenbereichs. Die Tageszeitungen "Thüringer Allgemeine", "Ostthüringer Zeitung" und "Thüringische Landeszeitung" sollen eine neue Blattstruktur erhalten, mit ausgebautem Lokalteil.

"Die Blattplanung und Themensetzung findet zukünftig wieder in den Regionen und nicht mehr in den Mantelredaktionen statt. An Standorten, an denen 'TA' und 'TLZ' bzw. 'OTZ' und 'TLZ' bisher mit zwei Redaktionen vertreten waren, werden Gemeinschaftsredaktionen mit Redakteuren beider Titel eingerichtet, was einen Ausbau der lokalen Berichterstattung ermöglicht", kündigt die Mediengruppe an. Zusätzlich sollen die Lokalredaktionen um weitere Redakteure aufgestockt werden.

Zentraler Inhalte-Lieferant

Anstelle der bisherigen drei parallelen Mantelredaktionen der "TA", "OTZ" und "TLZ" soll die neue Redaktionsgesellschaft Thüringen Contents & Services GmbH zentraler Content-Lieferant für alle drei Titel sein. "Die drei Chefredakteure werden diese Redaktion gemeinschaftlich inhaltlich steuern und für die individuelle Ausprägung der einzelnen Titel sorgen." Ab dem Sommer werde außerdem die Funke-Zentralredaktion in Berlin mit der Belieferung nationaler und internationaler Inhalte beginnen. Überregionale Sportinhalte soll das "neue Kompetenzzentrum in Essen" beisteuern. Die Details würden derzeit mit den Betriebsräten verhandelt. Bei der "OTZ" sei eine Einbeziehung der Kartellbehörden notwendig.

"Gemeinschaftliche Verkaufsorganisation"

Die Beratung der Werbekunden werde in Zukunft durch eine gemeinschaftliche Verkaufsorganisation sowohl für die Tageszeitungstitel als auch für das Anzeigenblatt erfolgen.

Stellenabbau in Mantelredaktion & Sales - Verhandlungen mit Betriebsrat

"Diese Neuorganisation ist mit einem sozialverträglichen Stellenabbau in den bisherigen Mantelredaktionen und im Anzeigenbereich verbunden, dessen Details derzeit mit den Betriebsräten verhandelt werden", heißt es bei der Mediengruppe Thüringer weiter.

Ihre Kommentare
Kopf
Weitere Beiträge zu diesem Thema
Inhalt konnte nicht geladen werden.