Bisheriger "Elektrotechnik"-Chefredakteur Robert Weber wird Unternehmer: Newsgames für die Industriekommunikation

 

Für Newsroom.de und das Fachmagazin "Technikjournalist" gehörte Robert Weber schon 2014 zu den führenden Journalisten des Landes, die sich mit allem rund um Technik beschäftigen. Jetzt wechselt Weber, Jahrgang 1984, die Seiten - er gründet ein eigenes Unternehmen und produziert zukünftig Newsgames für die Industriekommunikation.

Weber, seit Mai 2015 Chefredakteur der angesehenen Fachzeitschrift "Elektrotechnik" (erscheint bei Vogel Business Media), kehrt dem Journalismus den Rücken, bleibt aber im Mediengeschäft. Was er zukünftig macht, erklärt er so: "Stellen Sie sich vor, Sie bieten Cyber-Security-Lösungen für die Industrie an und suchen neue Kommunikationsformate für Ihre Zielgruppe: Wie wäre es, wenn Ihr Kunde in einem Onlinespiel in die Rolle eines Hackers schlüpfen und spielerisch die Produktion einer fiktiven Fabrik lahmlegen könnte? Nach dem erfolgreichen Angriff erklären Sie dem Spieler dann, wie er seine Produktion schützt. Das leistet ein Newsgame auch zum Beispiel für Steckverbinder oder Roboter. Oder ein weiteres Beispiel: Das Hype-Thema Industrie 4.0 - wir beamen den Spieler in die Zukunft der Fabrik und er kann Erfahrungen für seinen Arbeitsplatz sammeln."

"Habe Vogel Business Media viel zu verdanken"

Den Würzburger Kollegen von Vogel Business Media habe er viel zu verdanken, sie würden eine großartige Arbeit machen. Die Entscheidung für das eigene Unternehmen sei für ihn aber der richtige Weg: "Die Idee Newsgames für die Industrie zu entwickeln, fasziniert mich am Ende mehr als die Verlags- oder Journalistenkarriere."

Wer mit Robert Weber spricht, merkt schnell, er brennt für sein Thema. Und dabei kennt er natürlich auch schon die Zahlen - Ingenieure und Fachleser sind aus seiner Sicht die passende Zielgruppe. "Eine Studie aus 2014: In Deutschland spielen fast 90% der 14- bis 29-jährigen und 50% der 30- bis 49-Jährigen Games. Dazu kommt: Gamification-Spielanleihen finden sich mittlerweile auch in vielen Steuerungen von Werkzeugmaschinen wieder. Das Tolle an unseren Newsgames ist, dass sich der User, Fachleser oder Interessierte in eine Rolle hineinversetzt und selber entscheidet, welche Informationen er bekommen möchte. In einem Game verbinden wir Texte, Videos, Grafiken und Spielelemente." Für Robert Weber steht fest: "Das Game ist der Fachbeitrag 4.0."

Weg in die virtuelle Fabrik

Wie ein Spiel entstehen soll? "Ich entwickle die Geschichte und die Struktur, Geschichten aus der Industrie erzählen kann ich. Die Geschichte des Spiels ist entscheidend für den Erfolg der Anwendung, denn nur wenn sich der Spieler wiederfindet, spielt er sich in die virtuelle Fabrik. Nach der Struktur kommt das Layout, die Videoproduktion und die Programmierung in HTML5, damit das Game auf der Website eines Verlages oder eines Industrieunternehmens eingebunden werden kann", so Robert Weber.

Damit er die Industrial Newsgames GmbH & Co. KG stemmen kann, so Weber, habe er gespart, aber er könne sich durchaus vorstellen, Verlage oder Kommunikationdienstleister als Finanzier zu beteiligen. Zu den ersten Kunden zählen Industrie-, Handels- oder Dienstleistungsunternehmen, die ihre B2B-Kommunikation neu ausrichten oder ergänzen wollen. "Newsgames können aber auch für Verlage ein Produkt sein", erklärt Weber.

Im April, spätestens Mai will Robert Weber das erste Spiel präsentiert werden, das mit einem Kunden realisiert wurde. Im Mai wird Weber zudem sein Konzept auch auf dem Kongress der Deutschen Fachpresse in Berlin vorstellen.

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