Outsourcing beim Jalag: Frauenzeitschrift "Petra" lagert Modeproduktion aus

 

Claudia Delorme löst Mitte des Jahres Nina Maurischat an der Redaktionsspitze der Frauenzeitschrift "Petra" ab und übernimmt als Fashion Director zugleich die Leitung des Moderessorts - darüber hat der Jahreszeiten Verlag (Jalag) bereits vor einer Woche informiert. Ein Detail stand allerdings nicht in der Pressemitteilung: Der Jalag will sein zentrales Ressort Mode & Style, das die Modestrecken des Heftes produziert, im Laufe des Jahres auslagern und trennt sich von den Mitarbeiterinnen.

Jalag-Zeitschriftenvorstand Ingo Kohlschein bestätigte kress.de das Vorhaben. Die Maßnahme sei wirtschaftlich begründet. Im Ressort Mode & Style arbeiten - ohne Sekretariat und Korrespondentinnen - vier Mitarbeiterinnen. Vom Outsourcing betroffen sind auch die Ressortleiterin Ines Stüben, über deren Abschied der Verlag bereits informierte, und ihre Stellvertreterin Silvja Lange.

Wer in Zukunft die "Petra"-Modestrecken produziert, wollte Kohlschein nicht sagen. Nach kress.de-Infos ist Nikolas Marten mit seiner Agentur mar10 media der Auserwählte.

"'Petra' ist erfolgreich - Reichweite und Auflage haben sich sehr gut entwickelt und wir haben erheblich Marktanteile gewonnen" - so ließ sich Kohlschein noch in der vergangenen Woche zitieren. Tatsächlich lag die Auflage der monatlichen Mode- und Beautyzeitschrift für Frauen ab 30 Jahren im vergangenen Quartal 4/2015 im Vergleich zum Vorjahr stabil bei 165.000 Exemplaren (+0,04%), binnen fünf Jahren hat der Jalag-Titel aber rund ein Viertel der Käuferinnen verloren.

Der Verlag hat bei den Jobs schon vor Jahren Hand angelegt: 2010 strich der damalige Sprecher der Geschäftsführung, Jan Pierre Klage, unternehmensweit 70 von 420 Stellen. Die Redaktionen des Haues bestehen seitdem aus "Blattmacherteams" aus Chefredaktion, Art-Direktion, Textchefs,  Ressortleitern sowie stellvertretenden Ressortleitern einerseits und andererseits aus freien Mitarbeitern, die das Schreiben besorgen (kress.de vom 23. März 2010).

Claudia Delorme, die "Petra"-Chefin in spe, war zuletzt für den Bauer-Titel "Intouch Style" verantwortlich. Ihr zukünftiger externer Dienstleister Nikolas Marten ist ein erfahrener Macher von Frauenzeitschriften. Er war in jungen Jahren "Playboy"- und "Amica"-Chef, dann u.a. Verlagsgeschäftsführer bei Springer und ist seit zehn Jahren auf eigene Rechnung unterwegs. Auch für den Jalag ist Marten kein Unbekannter: So war er schon bei einem "Vital"-Relaunch vor gut zwei Jahren beteiligt.

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