Pharma-Symposium bei Bauer: Ein Manifest für eine Branche

 

Welche Ziele sollte eine Branche verfolgen, die sich wie so viele im Umbruch befindet? Punkt 1: Sie muss das Handeln selbst in die Hand nehmen. Punkt 2: Sie holt sich Input von einem wichtigen Partner, der einen Rahmen schafft, in dem in Ruhe und auf Augenhöhe diskutiert werden kann. Diesen Rahmen hat jetzt die Bauer Media Group für einen ihrer wichtigsten Werbepartner geschaffen, der Pharma-Industrie.

Frank Fröhling, Director Pharma bei Bauer, hatte mit seinem Team ein Programm auf die Beine gestellt, das frisch und modern im TED-Stil kurzweilig die unterschiedlichsten Schwerpunkte beleuchten konnte. Moderator Gero von Boehm war es dann, der den Gästen teilweise noch mehr herauslocken konnte, als sie wahrscheinlich geplant hatten. Kurzweilig führte der erfahrene Journalist durch das Symposium, sorgte mit seinen Nachfragen dafür, dass auch schwierige Aspekte verständlich blieben.

Das Pharma-Symposium, zu dem die Bauer Media Group in diesem Jahr zum 14. Mal einlud, profitierte auch vom Wissen der Livekommunikations-Agentur mf.projektmanagement (Geschäftsführer: Markus Firnhaber), die bei der Modernisierung halfen.

Im Zentrum des Pharma-Symposiums stand die Erkenntnis, dass sich der Markt der Selbstmedikation massiv verändert. Wie müssen die Weichen gesetzt werden, damit die Unternehmen auch in den nächsten Jahren noch erfolgreich agieren können? Wie kann die Technologie helfen, um den Menschen noch besser zu dienen?

Zu den Referenten und Gästen der Diskussionsrunden gehörten unter anderem der Historiker und Bestseller-Autor Prof. Dr. Christopher Clark, Cambridge; Prof. Dr. Norbert Bolz, Philosoph, Medien- und Kommunikationstheoretiker sowie Designwissenschaftler, TU Berlin; Prof. Dr. Kai-Uwe Hellmann, Professor für Konsum- und Wirtschaftssoziologie am Institut für Soziologie an der TU Berlin, Autor vom Buch "Der Konsum der Gesellschaft. Studien zur Soziologie des Konsums"; Dr. Traugott Ullrich, General Manager Marketing & Sales für das deutsche Phyto-Geschäft bei der Dr. Willmar Schwabe GmbH, Karlsruhe; Prof. Dr. Dr. Ulrich Hemel, Direktor des Instituts für Sozialstrategie; Familien-Unternehmerin Marianne Boskamp, Geschäftsführende Gesellschafterin der G. Pohl-Boskamp GmbH; Susanne Caspar, Geschäftsführerin beim Pharma-Hersteller Schaper & Brümmer; Dr. Ralph Grobecker, General Manager Consumer Health Germany & Austria der Merck Group in Darmstadt; Peter Ditzel, Herausgeber der Deutschen Apotheker Zeitung (DAZ); Malte W. Wilkes, Seniorpartner der Unternehmensberatung Erfolgsketten Management Wilkes Stange; Prof. Dr. Astrid Schütz, Professorin für Persönlichkeitspsychologie und Diagnostik sowie wissenschaftliche Leiterin des Kompetenzzentrums für Angewandte Personalpsychologie an der Universität Bamberg; Thomas Knüwer, Gründer und Partner von kpunktnull oder Prof. Dr. Bernhard Pörksen vom Institut für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen.

kress.de-Dokumentation

Gemeinsam mit den rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmern - Unternehmer, Manager, Funktionäre und Apotheker - aus der gesamten Industrie wurde am Ende des Pharma-Symposiums das "Manifesto 2016 - The Power of Yet" erstellt. kress.de dokumentiert die Thesen.

Die Zukunft in Thesen für die Pharma-Branche

1. Wir benötigen mehr echte Improvisation, die sich primär auf das Nicht-Etabliert-Schematische, das Noch-Nicht, das rein Mögliche einlässt.

2. Zukünftige Senioren werden zur heterogensten Zielgruppe, die sich überhaupt denken lässt.

3. Der freie Zugang zu relevanten Gesundheitsinformationen verändert den Patienten vom Gesundheitsempfänger zum Selbstoptimierer.

4. Patienten haben heute weniger denn je ein Informations-Defizit und mehr denn je ein Entscheidungskompetenz-Defizit. Dadurch steigt die Bedeutung von Arzt und Apotheker.

5. Das Pharma-Geschäftsmodell wird sich von produktzentriert zu patientenzentriert verändern.

6. Apotheken werden näher auf den Patienten zugehen. Nur empathische Apotheken sind gute Apotheken.

7. Apotheken werden sich differenzieren. Nicht mehr alle Apotheken werden alles anbieten. Sie werden sich Schwerpunkte suchen und ihr spezifisches Dienstleistungsangebot ausbauen.

8. Die digitale Disruption des Gesundheitsmarktes wird getrieben durch drei Faktoren:

• die wirtschaftlichen Zwänge des Gesundheitssystems

• digitale Technologie

• selbstbestimmte Millennial-Konsumenten

9. Die Digitalisierung der Gesellschaft sorgt dafür, dass die Zukunft ganzheitlichen Gesundheitsmarken mit starkem Lifestyle-und Community-Charakter gehört, die alle Bereiche des Healthcare- und Pharma-Marktes abdecken und vernetzen.

10. Die Digitalisierung der Wirtschaft und des Gesundheitsmarktes wird branchenübergreifende Fusionsbewegungen historischen Ausmaßes zur Folge haben.

11. Alle Teilnehmer des Gesundheitsmarktes werden im Rahmen der Digitalisierung ihr Selbstbild verändern - weg von Produzenten und hin zu Lösungsanbietern. Dadurch verschiebt sich die Betrachtung des Patienten hin zum Kunden und Verbraucher.

12. Glaubwürdigkeit wird zum unschätzbaren Gut.

13. Alles muss heute auch öffentlich vertretbar sein.

14. Unternehmen wachsen durch kundenzentrierte Kooperationen schneller als durch Wettbewerbsorientierung.

15. Kooperation ist eine unabdingbare Haltung. Sie verändert Unternehmen von innen - sie gestaltet Marktgeschehen außen neu.

16. Der Charakter der Kooperation zeigt sich darin, inwieweit sie auf 5 gleichgewichtige Säulen baut:

• modulare Marktleistung

• psychisch-mentales Customer Centricity

• soziale Gemeinschaft

• spirituelle Ethik

• kooperative Führung

= die Kooperations-DNA

Vom Führungsteam der Bauer Media Group nahmen am Pharma-Symposium bzw. am Empfang am Vorabend zahlreiche Entscheidungsträger teil, neben Chef-Organisator Frank Fröhling, Director Pharma bei Bauer, unter anderem Jörg Hausendorf, Konzerngeschäftsleiter Bauer Media Group; Dirk Wiedenmann, Geschäftsleiter Bauer Advertising KG; Markus Hüßmann, Geschäftsleiter Bauer Xcel Media Deutschland KG; Andrea Fratini, Leiterin der Unternehmenskommunikation; sowie die Chefredakteure Joy Jensen, Sabine Ingwersen, Roland Hag oder Uwe Bokelmann, der die Gäste am Morgen auch kurzweilig persönlich begrüßte.

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