"Focus"-Erfinder Helmut Markwort: "Böhmermanns Satire primitives, hetzerisches, rassistisches Machwerk"

 

Mit klaren Worten schlägt sich Groß-Publizist Helmut Markwort, der wichtigste Journalist im Hause Burda, auf die Seite der Kritiker von Jan Böhmermann. Derweil hat sich Mathias Döpfner zu dem gefälschten Interview geäußert, dass "Bild"-Herausgeber Kai Diekmann auf seiner persönlichen Facebook-Seite veröffentlicht hat.

"Egal, wie böse Erdogan ist: Böhmermann ist kein Guter. Seine sogenannte Satire ist ein primitives, hetzerisches, rassistisches Machwerk. Mit Einschüben, so etwas sei nicht erlaubt, tarnt er nur oberflächlich seine Methode, den türkischen Staatspräsidenten pornographisch, sexistisch und in seiner Intimsphäre zu provozieren", urteilt Helmut Markwort.

"Böhmermann nicht sympathisch"

Und fügt in seinem Tagebuch im aktuellen "Focus" hinzu: "Es ist kein Zufall, dass der Text kaum irgendwo gedruckt wurde. Schon das Zitieren ist peinlich. Wir können beruhigt sein, dass wohl nur ein kleiner Teil der 79 Millionen Türken eine Übersetzung zu lesen bekommen hat. Die unpolitische Attacke ist geeignet, Hass auf Deutsche zu schüren. Deswegen kann Böhmermann sich nicht als der gute edle Verfolgte darstellen. Er ist nicht sympathisch."

Markworts Fazit lautet: "Böhmermanns Glück ist, dass Erdogan der Schlimmere ist, unsympathisch in einer viel wichtigeren Dimension. Weil er Menschenrechte missachtet, Minderheiten unterdrückt und Journalisten verfolgt, muss man auf Böhmermanns Seite stehen. Nicht aus Begeisterung, sondern wegen unserer Prinzipien."

"Wahnsinnig witzig"

Derweil hat sich erstmals Mathias Döpfner im kleinen Kreis zu dem gefälschten Interview geäußert, das Kai Diekmann als Satire der Satire auf seiner eigenen Facebook-Seite veröffentlicht hat ("Jan Böhmermann bricht sein Schweigen!"). Döpfner sagte auf die Frage, was er von dem Interview halte (bitte hier den ironischen Zungenschlag dazudenken): "Wahnsinnig witzig."

Wie die "Dresdner Neuesten Nachrichten" melden, will die Türkei jetzt auch ein Projekt der Dresdner Sinfoniker stoppen. Die Türkei habe auf EU-Ebene gegen das Konzertprojekt "Aghet" der Dresdner Sinfoniker zum Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren interveniert.

Ihre Kommentare
Kopf

Hartmut Schwensen

25.04.2016
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Es stimmt einen schon bedenklich, wenn ausgerechnet ein SPRINGER Vorstand in der Sache Böhmermann einen durchweg soliden Eindruck hinterlässt.

Von Markwort war nichts anderes zu erwarten. Man fragt sich nur, warum er so lange dafür benötigt hat, sich das gesamte Video NICHT anzusehen. Hätte er es getan, würde er die Begrenztheit seiner Aussagen gegebenenfalls sehen. Vermutlich nicht.


Klaus Minhardt

Klaus Minhardt

DJV Deutscher Journalisten-Verband Berlin-Brandenburg e.V.
Vorsitzender des Vorstands

25.04.2016
!

Weder Weitblick, noch ein Sinn für tiefgründigen Humor können Markwort zu dieser Aussage gebracht haben. Er betrachtet, wie leider viele minder Begabte, das Gedicht ohne den Kontext und erkennt nicht, dass es sich um eine geniale Performance handelte. Geniale Werke erreichen leider oft nur die geistige Elite. Auf unserer Website finden Sie mehr dazu. www.djv-bb.de


Bernd Hagemann

25.04.2016
!

Lieber Herr Markwort, spätestens seit dem genialen Interview von Roger Willemsen, haben Sie - aus meiner Sicht - das Recht verloren, sich so aus dem Fenster zu lehnen. Die dort aufgezeigten Punkte stimmen noch: Sie poltern los ohne etwas zu verstehen. Aber das entspricht wohl am ehestem dem, was Sie glauben, wie Kommunikation funktioniert. Wäre es bei dem geringem Verständnis von Satire, Realität und Notwendigkeiten nicht angebracht, endlich die öffentliche Bühne zu verlassen? Ich denke: Ja!


Hartmut Klenke

doc.station Medienproduktion GmbH
Produzent

25.04.2016
!

Wie Herr Markwort tickt ist hinlänglich bekannt. Für die Beurteilung des Böhmermann-"Werkes" ist er einfach etwas zu schlicht.


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