Stephanie Nannen zu kress.de: Warum Auszeichnungen wie der Nannen-Preis auch die Pressefreiheit unterstreichen

 

Ein Jahr Pause ist genug - mit über 550 Gästen feiern heute Abend der "stern" und der Hamburger Verlag Gruner+Jahr den Nannen-Preis. Das "Henri" wurde gestrichen, der Preis modernisiert, das Preisgeld zum Beispiel entfällt, ein neuer Veranstaltungsort wurde gewählt. Zur Preisverleihung angesagt hat sich auch Stephanie Nannen, Enkelin von Henri Nannen.

Die Journalistin und Buchautorin freut sich auf die Preisverleihung: "Im vergangenen Jahr wurde der Nannen-Preis schmerzlich vermisst. Jetzt ist er wieder da. Das ist doch ein Grund zur Freude", so Nannen zu kress.de. Für die Erfolgsautorin steht fest: "Journalistenpreise wie der Nannen-Preis sind wichtig, weil es richtig ist, Qualität auszuzeichnen und mit gebührender Aufmerksamkeit zu belohnen. Außerdem sind sie in heutiger Zeit auch Zeichen, die wir setzen, um den hohen Wert der freien Meinungsäußerung und der Pressefreiheit kräftig zu unterstreichen."

Erstmals wird es beim Nannen-Preis kein Preisgeld geben. Für Stephanie Nannen ist das allerdings kein Problem: "Nein, denn der Wert war nie mit Geld aufzuwiegen. Der Wert des Nannen-Preises bemisst sich an der Leidenschaft, der Genauigkeit und am Talent der Journalisten, die ihre Texte eingereicht haben. Und er bemisst sich an der Hingabe und der Konzentration, mit denen die Jury diesen Artikeln begegnet.

Anfang der Woche hatte kress.de gemeldet, dass der "stern" in der Kategorie "Beste Investigation" einen Beitrag eingereicht hatte, der derzeit nur geschwärzt verbreitet werden darf. Stephanie Nannen: "Da gilt wohl der alte Satz 'Viel Feind, viel Ehr'." Gegendarstellungen und einstweilige Verfügungen finden sich in der Geschichte - nicht nur - des "stern" zuhauf. Die erfahrene Journalistin betont: "Davor scheut kein guter Journalist zurück. Ich kann die juristischen Details in diesem speziellen Falle nicht beurteilen. Aber wenn die Kollegen vom 'stern' zu dem Text und seinen Inhalten stehen und von der Qualität ihrer Arbeit überzeugt sind, warum sollten sie ihn dann nicht einreichen? Ob er hingegen so gut ist, dass er einen Preis verdient, entscheidet die Jury."

Zu den Preisträgern der vergangenen Jahre gehörten beispielsweise Özlem Gezer vom "Spiegel", Wolfgang Uchatius von der "Zeit", Wolfgang Kaes vom "General-Anzeiger" Bonn, die "Bild"-Reporter Nikolaus Harbusch und Martin Heidemanns, Yang Yankang von "Geo" oder Klaus Brinkbäumer (heute Chefredakteur "Spiegel") und Henning Sußebach von der "Zeit", die sich den Preis für die beste Reportage 2007 sogar teilten.

Zur Preisverleihung heute Abend haben sich zahlreiche Gäste aus Politik und Medien angesagt. Die Moderation des Abends übernimmt Caren Miosga von den "tagesthemen". Mit den Preisträgern feiern wollen neben den Juroren wie Mathias Müller von Blumencron oder Ulrike Demmer auch Olaf Scholz, Britta Ernst, Katja Suding, Andreas Cichowicz, Peter Frey, Tina Hassel, Jan Hofer, Judith Rakers, Anja Reschke, Bettina Schausten, Inka Schneider, Marietta Slomka, Jörg Thadeusz, Bettina Tietjen, Julia Westlake, Ulrich Wickert, Linda Zervakis, Stefan Aust, Giovanni di Lorenzo, Cherno Jobatey, Patricia Riekel, Ildikó von Kürthy, Meike Winnemuth, Dietmar Bär, Rufus Beck, Lars Eidinger, Hannah Herzsprung, Sebastian Koch, Gero von Boehm, Jürgen Flimm, Sascha Lobo, Jörg Quoos, Patricia Schlesinger, Bascha Mika, Steffen Klusmann, Kurt Kister, Christoph Amend, Markus Dohle, Lutz Marmor, Thomas Rabe, Michael Ebert, Angelika Jahr-Stilcken, Hans-Ulrich Jörges oder Wolfgang Krach. Auch die Witwe von Henri Nannen, Eeske Nannen, wird vor Ort sein.

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