60 Prozent ihres letzten Jahresgehaltes: 12.000 Euro Rente für RBB-Chefin Dagmar Reim

 

Was darf ein Intendant verdienen? 12.000 Euro soll Dagmar Reim ab Juli bekommen, wenn sie in Rente geht. Das meldet "Bild am Sonntag".

Springers Sonntagsblatt bezieht sich bei seiner Berichterstattung auf vertrauliche Dokumente, die der Redaktion in Berlin vorliegen. In seinem Bericht schreibt Reporter Jan C. Wehmeyer: "Mehr als 40 Jahre wird Dagmar Reim (64) für ARD-Sender tätig gewesen sein, wenn sie Ende Juni die Leitung des Rundfunks Berlin Brandenburg (RBB) abgibt. Vergangenes Jahr bezog die Intendantin ein Gehalt von rund 240.000 Euro." Ihr Ruhegehalt, so zitiert Wehmeyer aus einem internen RBB-Prüfbericht, "werde nach der Höhe des letzten Jahresgehalts errechnet". Dort heißt es: "Der bei Vertragsbeginn festgesetzte Prozentsatz des Ruhegehalts steigt mit jedem weiteren zurückgelegten Dienstjahr (...) bis zur Höchstgrenze von 60%".

Reim nur "Leichtgewicht"

Laut "Bild am Sonntag" sagten anonyme Verwaltungsratsmitglieder, dass Reim mit den monatlich ihr zustehenden 12.000 Euro zu den "Leichtgewichten" innerhalb der öffentlich-rechtlichen Sender gehöre, andere ehemalige und aktuelle Intendanten hätten sich "häufig Ruhegeld-Ansprüche von 70 Prozent und mehr" ihrer letzten Gehälter ausgehandelt.

Wie Wehmeyer zudem notiert, soll von den ARD-Intendanten niemand mehr kassieren als Tom Buhrow vom Westdeutschen Rundfunk. Mit seinen rund 370.000 Euro Jahresgehalt sei er Spitzenverdiener: "Um seine spätere Betriebsrente zu finanzieren, hat der WDR bereits heute mehr als drei Millionen Euro zur Seite gelegt", heißt es in der "Bild am Sonntag".

Der WDR übrigens, der 2016 rund 21 Millionen Euro an seinem Programm sparen will, der WDR, der wichtige regionale Programme wie die "Lokalzeit" am Samstag zusammengestrichen hat und der auch bei seinen freien Mitarbeitern spart.

Laut eigenen Angaben hat der RBB 2014 1915 Mitarbeiter beschäftigt. Freie Journalisten sollen im Durchschnitt 3880 Euro verdienen, das monatliche Bruttogehalt von Redakteuren beträgt zwischen 3496 bis 9111 Euro, bei Kameraleuten sind es zwischen 2674 bis 7249 Euro. Laut Tarif zahlt der RBB 13 Monatsgehälter. Alle festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des rbb erhalten ein Urlaubsgeld von 500 Euro pro Jahr. 

Ihre Kommentare
Kopf

Mensch Meier

22.05.2016
!

Die Zahlen stimmen nicht. Ich hab die aktuelle Gehaltstabelle vor mir liegen. Die Gehälter der nicht leitenden Angestellten liegen zwischen 2.124 Euro und 6.135 Euro. Die 6.135 Euro (Tarifgruppe C) bekommt beispielsweise ein IT-Spezialist mit 18 Jahren Betriebszugehörigkeit. Wenn er neu anfängt, muss er mit 4.157 Euro brutto pro Monat zufrieden sein. Das sind 54.541 Euro brutto Jahresgehalt. Dafür sind gute ITler kaum zu bekommen.

Ein Hauptabteilungsleiter hat zwischen 6.157 Euro und 8001 Euro


Mensch Meier

22.05.2016
!

Die Zahl der Mitarbeiter stimmt auch nicht. Es sind etwa 1.800 feste Mitarbeiter und 1.500 freie Mitarbeiter. Bei den Festen arbeiten allerdings viele in Teilzeit und von den Freien ist auch nicht jeder exklusiv für den rbb tätig. Seit 2003 (Gründung) hat der rbb 300 Stellen abgebaut.

Nun zu Dagmar Reim. Im Vergleich zu Managergehältern ist ihr Salär überschaubar, im Vergleich zu den Gehältern der Mitarbeiter fürstlich. Besonders das Ruhestandsgehalt. Das hätte ich auch gerne.


Mensch Meier

22.05.2016
!

Wenn die Quelle dieser Phantasiegehälter die Bild am Sonntag ist, wundert mich der Quatsch überhaupt nicht. Deren Auflage ist von 240.000 im Jahr 2000 auf inzwischen unter 100.000 gesunken. Das Wettern gegen die Rundfunkanstalten ist Propaganda gegen die öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Da setzt man auch gerne mal falsche Zahlen in die Welt, statt mit Qualität und Wahrheit zu punkten. Die Bild kann ja gerne mal die Gehälter der Springer-Manager und ihres Chefredakteurs veröffentlichen. ;-)


L

24.06.2016
!

Ehemalige Mitarbeiter träumen von so einer Rente! Ausserdem ist die scheidende RBB-Chefin nicht unbedingt durch Engagement, Innovation usw. aufgefallen. Ich verbinde mit Frau Reim zunehmende Spiessigkeit, Provinzialität, bspw. beim Prix Europa. Man kann nur hoffen, dass es dem RBB gelingt, einen Nachfolger zu finden, der (die) frischen Wind in diesen doch im Laufe der Zeit sehr lahmen Sender bringt. Und Herr Buhrow war im Vergleich sein Geld wert.


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