Deutliches Minus für 2015: So geht es der "SZ"-Eignerin SWMH

 

Seit 2008 zählt die "Süddeutsche Zeitung" zur Südwestdeutschen Medienholding SWMH, die für ihre defensive Informationspolitik bekannt ist. "kress pro" nennt in seiner aktuellen Ausgabe exklusiv die aktuellen Ergebniszahlen und berichtet aus dem Innenleben des verschwiegenen Konzerns.  

Demnach hat das Unternehmen laut internen Zahlen 2015 bei einem Umsatz von 852 Millionen Euro einen Verlust vor Steuern von 14,1 Millionen Euro eingefahren. Das negative Ergebnis hängt allerdings wesentlich damit zusammen, dass der Konzern den Kauf des Süddeutschen Verlages (mit der "Süddeutschen Zeitung", einer Fachinformationssparte und der Zeitungsgruppe Hof, Coburg, Suhl) 2008 noch nicht verdaut hat. Hohe Abschreibungen und Zinszahlungen für den aus heutiger Sicht überteuerten Deal belasten das Ergebnis seit Jahren. So betrug das Ebitda-Ergebnis (vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen) 2015 rund 88 Millionen Euro. Operativ laufen die Geschäfte also nicht schlecht. Die "Süddeutsche Zeitung" selbst wies internen Quellen zufolge 2015 bei einem Umsatz von rund 313 Millionen Euro ein Ebitda-Ergebnis von 34 Millionen Euro aus. Die Zeitungsgruppe Hof, Coburg, Suhl (Umsatz: rund 79 Millionen Euro; Ebitda: 8 Millionen Euro) und die Fachinformationssparte (Umsatz: 166 Millionen Euro , Ebitda: 21,5 Millionen Euro) laufen ebenfalls gut. Sorgenkind bei den Fachinformationen ist allerdings die Kommunikationssparte (mit den Titeln "Werben und Verkaufen", "Kontakter"), die seit Jahren mit zum Teil deutlich mehr als einer Million Euro defizitär ist.

Millionen-Rückstellungen für "neuen Stuttgarter Weg" und Sparprogramm OPTIV

Die Medienholding Süd (u.a. "Stuttgarter Zeitung", "Stuttgarter Nachrichten", "Schwarzwälder Bote") erzielte bei einem Umsatz von 287 Millionen Euro ein Ebitda-Ergebnis von rund 32 Millionen Euro. In Stuttgart gab es im vergangenen Jahr erhebliche Unruhe, weil der Konzern die Redaktionen von "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" weitgehend zusammengelegt hatte. Nach "kress pro"-Informationen stellte die SWMH allein für diesen sogenannten "neuen Stuttgarter Weg" 4,2 Millionen Euro zurück, für das Sparprogramm OPTIV ("Optimierung interner Verlagsprozesse" für den Gesamtkonzern) waren es noch einmal 4,6 Millionen Euro.

Zu den Anteilseignern der SWMH zählt neben der Medienunion der Verlegerfamilie Schaub (47,54 Prozent) die Gruppe Württembergischer Verleger (47,54 Prozent) mit rund drei Dutzend kleinen Anteilseignern. In dieser Gruppe wächst die Kritik am Kurs der SWMH, berichtet "kress pro", weil seit dem Kauf des Süddeutschen Verlages keine Dividenden mehr gezahlt wurden. Ein weiterer Kritikpunkt aus den Reihen der Mitarbeiter und Anteilseigner: Die SWMH hat es versäumt, nennenswerte digitale Umsatzfelder zu erschließen. Einziger Lichtblick ist die "Süddeutsche", die 2014 rund 7,5 Prozent ihres Umsatzes digital erwirtschaftete, 2015 dürften es rund 10 Prozent gewesen sein. Darüber hinaus ist die SWMH stark in strukturell rückläufigen Printmärkten investiert.

Im Jahr 2014 hatte die SWMH bei einem Umsatz von 855,4 Millionen Euro einen Verlust vor Steuern von 5,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Ebitda-Ergebnis betrug 95,2 Millionen Euro.

Geschäftsführer der SWMH sind Richard Rebmann (Vorsitzender) und Alexander Paasch.

kress.de-Tipp: "Stresstest für Rebmann" ist die Titelgeschichte im aktuellen "kress pro", das wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer erscheint. Die "kress pro"-Ausgabe kann hier im Newsroom.de-Shop bestellt werden. Zum Abo geht es hier entlang.

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