Umbau bei der "Neuen Osnabrücker Zeitung": Gesellschafter berufen Geschäftsführer Christoph Niemöller ab - Axel Gleie Nachfolger

 

Überraschender Umbau bei der "Neuen Osnabrücker Zeitung": Nach Informationen von kress.de haben die Gesellschafter den langjährigen Geschäftsführer Christoph Niemöller (links, Foto: Archiv) per sofort abberufen und beurlaubt. Sein Nachfolger kennt das Haus gut: Axel Gleie übernimmt Niemöllers Aufgaben zusätzlich zur Geschäftsführung bei der Medienholding Nord. Gleies Dienstantritt: Montag, 30. Mai.

Die "Neue Osnabrücker Zeitung", deren Gesellschafter die Meinders & Elstermann GmbH & Co. KG sowie die L. V. Fromm Verwaltungsgesellschaft sind, gibt sich eine neue Führungsstruktur. Bereits am Montag tritt Axel Gleie sein neues (altes) Amt in Osnabrück zusätzlich zu seiner Geschäftsführung bei der Medienholding Nord an. Die "NOZ" kennt Gleie gut, war er doch vor seinem Wechsel 2009 zur Medienholding Nord Geschäftsführer des Osnabrücker Medienhauses.

Christoph Niemöller, Jahrgang 1968, kam 1997 zu den NOZ Medien, in die Geschäftsführung rückte er 2007 auf. Zu Niemöllers Aufgaben in der Geschäftsführung der "NOZ" gehörten vor allem Administration, Technik, Logistik und Dienstleistungen. In einem Interview für eine Publikation des Weltverbandes der Zeitungen (WAN IFRA, September/Oktober 2015) hatten Niemöller und Co-Geschäftsführer Laurence Mehl verkündet, dass sie die "NOZ" 2016 zum "erfolgreichsten regionalen Medienhaus in Deutschland machen" möchten.

Auf die Frage des Interviewers, ob die "NOZ" eine "typische (deutsche) Regionalzeitung" sei, hatte Niemöller geantwortet: "Als typisch würde ich uns nicht bezeichnen, obwohl das auch von der Definition abhängt. Wir sind mit einer Vielzahl von Geschäftsmodellen sehr breit aufgestellt, wobei wir das Kerngeschäft und unsere regionalenMärkte aber im Fokus haben. Wir sind eine reichweitenstarke Regionalzeitung, die unsere Leser mit der Region verbindet. Das schaffen wir mit qualitativ hochwertigem Journalismus und dem besonderen Fokus auf das Lokale. Darüber hinaus sind wir aber auch Innovationstreiber. Mit unserem digitalen Produktportfolio sind wir erfolgreich und zukunftsorientiert unterwegs. Außerdem treiben wir unsere regionale sowie nationale Diversifikation voran. Das unterscheidet uns sicherlich von vielen anderen Regionalzeitungen."

Noch Anfang Mai war alles gut in Osnabrück

Hinter den Kulissen muss es in Osnabrück heftig gekracht haben, offizielle Nachfragen von kress.de zum Umbau bei der "NOZ" blieben bislang unbeantwortet. Als die "NOZ" Anfang Mai verkündete, dass Joachim Liebler Nachfolger von Laurence Mehl in der Geschäftsführung wird, der das Haus Ende des Jahres verlässt, hatten die Gesellschafterfamilien Fromm und Elstermann noch erklärt: "Wir freuen uns, dass wir mit Joachim Liebler einen erfahrenen Verlagsmanager nach Osnabrück holen konnten, der den Wachstumskurs der NOZ Medien weiter befördern und den Ausbau des Digitalgeschäftes im Duo mit Christoph Niemöller konsequent vorantreiben wird". Niemöller war in der Presseaussendung sogar zitiert worden: "Mit Joachim Liebler werden wir unsere Strategie der Entwicklung und des Wachstums von regionalen Medienmärkten und des Ausbaus von überregionalen Nischenmärkten perfekt forcieren können."

Hintergrund: NOZ Medien auf Wachstum getrimmt

NOZ Medien ist ein Familienunternehmen: Es gehört zu jeweils 50 Prozent den Familien Elstermann und Fromm. Mitte Februar hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass es die Medienholding gekauft hat. Zu der Medienholding Nord gehören Zeitungen wie das "Flensburger Tagblatt" oder "Schweriner Volkszeitung". Mit dem Kauf zählen sich die Osnabrücker heute zu den zehn größten Zeitungshäusern der Republik. Das Bundeskartellamt hatte die Fusion im April genehmigt. Andres Mundt, Präsident des Bundeskartellamts, erklärte die Genehmigung so: "Ungeachtet der wirtschaftlichen Bedeutung und der Höhe der betroffenen Auflage war der Zusammenschluss wettbewerblich unproblematisch. Unsere Ermittlungen haben ergeben, dass es keine Überschneidungen zwischen den Tätigkeitsgebieten beider Verlagsgruppen gibt. Während sich die NOZ Mediengruppe auf Niedersachsen beschränkt, ist die mhn-Gruppe in Schleswig-Holstein und Mecklenburg Vorpommern aktiv. Dementsprechend war der Zusammenschluss freizugeben."

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