Hochkarätiger Gastredner auf der drupa: Wie Frans Johansson die Drucker zum Querdenken auffordert

 

Frans Johansson, CEO der von ihm gegründeten Beratungsgesellschaft The Medici Group, muss man das Etikett "Querdenker" gar nicht erst umhängen. Der Sohn einer Mutter afroamerikanischer-indianischer Abstammung und eines Schwedens ist ein weltweit gehörter Advokat der Offenheit. "Querdenken heißt, Selbstverständliches der eigenen Branche in Frage zu stellen", sagte er in seiner drupa-Eröffnungsrede.

Der in Schweden aufgewachsene, an führenden US-Universitäten ausgebildete Schriftsteller, Redner und Unternehmer, ist einer der diesjährigen Stargäste der Düsseldorfer Messe für die Druck- und Medientechnik - und ein spannender Ideengeber. Wie schon in seinem Bestseller "The Medici Effect", der ihn nach dessen Erscheinen im Jahr 2004 weltweit bekannt machte, plädiert er auch für die Druckindustrie dafür, die aktuellen medialen Umbrüche als Chance zu sehen und zu bejahen.

Offenheit ist Pflicht - in herausfordernden Umbruchszeiten

Um wirtschaftlich in den turbulenten Umbruchszeiten der digitalen Revolution bestehen zu können, sollte man sich von der Offenheit der Medici in der Schwellenphase der Renaissance in Florenz inspirieren lassen. "Die besten Chancen für bahnbrechende Innovationen findet man, wenn man an den Schnittstellen zu völlig anderen Branchen, Disziplinen, Kulturen oder Ausbildungen sucht", sagt Frans Johansson. "Anders gesagt - wenn wir uns die Vielfalt in Denkansätzen, Sichtweisen, Erfahrungen, Fachwissen zunutze machen, um Innovationen zu befeuern."

Neue Markt-Teilnehmer geben den Takt vor

Gerade die Druckindustrie ist derzeit gefordert, alte Gewohnheiten schonungslos in Frage zu stellen, um sich zukunftssicher aufzustellen. "Jede Branche hat ihre Regeln und folgt der vertrauten Praxis. Aber wenn sie sie nicht selbst in Frage stellt, dann tut es jemand anders", so Johansson. "Denken Sie einfach mal an die Fernsehbranche, die Autobauermetropole Detroit oder Fluggesellschaften. Die sahen sich plötzlich im Wettbewerb mit solchen Anbietern wie Netflix, Tesla oder Virgin Airlines."

Für die Drucker bedeutet das laut dem kosmopolitischen Denker. "Querdenken heißt Selbstverständliches der eigenen Branche in Frage zu stellen, Anregungen in unerwarteten, ja unlogischen Assoziationen zu finden und sich bei Branchenfremden Rat für die dringendsten Herausforderungen zu suchen", sagt Frans Johansson in Düsseldorf.

Gedankenaustausch rund um den "drupa cube"

Welche besseren Chancen zum unmittelbaren Austausch könnte ein Messe - und intellektuelle Gravitationsorte wie der "drupa cupe"-Bereich mit seinen rund 60 Vorträgen und Keynotes bieten? "Jeder, der mehr Einblick in die Trends und Entwicklungen der Branche haben will, sollte beim drupa cube vorbeischauen", rät Johansson. 

Vor Ort lassen sich Ideen aufgreifen, die auch dem vielbeschworenen Prinzip der "Nachhaltigkeit" gerecht werden. "Nachhaltigkeit", so der Medici Group-Berater, "ist eine globale Herausforderung für so viele Industrien und so verhält es sich auch mit Talenten – sie sind so entscheidend für die Innovationskraft einer Organisation."

kress.de-Tipp:

Die drupa findet in Düsseldorf vom 31. Mai bis 10. Juni statt. Die Redaktion von "Druck & Medien", das wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer erscheint, finden drupa-Besucher in der Halle 7, Stand C01. Dort produziert man zusammen mit dem Team der britischen "Printweek" (Mark-Allen-Verlag) für die Messe Düsseldorf die englisch-deutsche Tageszeitung "drupa daily". Das Printprodukt wird durch die drupa-daily-App in englischer Sprache ergänzt, die ab sofort erhältlich ist. "Druck & Medien"-Chefredakteur Thomas Fasold freut sich auf Besuch in der "gläsernen Redaktion" im drupa innovation park.

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