Früherer Verkehrsminister Peter Ramsauer: "Recherche-Verbünde sind Beute-Syndikate"

 

Schwere Geschütze gegen die Medien fährt der frühere Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) auf. "Recherche-Verbünde" mit Organisationen wie Greenpeace oder Deutsche Umwelthilfe sind für ihn "Beute-Syndikate" - und eine Gefahr für Arbeitsplätze.

In Roland Tichys "WirtschaftsWoche" in der "Bild am Sonntag" greift der frühere "WiWo"-Chefredakteur die Praxis von großen Medien wie "Süddeutsche Zeitung", "Der Spiegel" oder ARD auf, die von "reichen Vereinen" wie Greenpeace oder Deutsche Umwelthilfe Testergebnisse übernehmen und große Skandale daraus stricken würden. "Bei dieser Art von Kampagnen-Journalismus sind wir wehrlos", zitiert Tichy einen anonymen Top-Manager.

In Axel Springers "Bilanz" hatte der frühere "Handelsblatt"-Chefredakteur Bernd Ziesemer sogar gewarnt: "Journalisten machen sich mit Verbänden gemein, weil es angeblich der guten Sache dient. Wir sollten das lieber lassen."

Wütend auf diese Entwicklung scheint auch die Politik zu sein. Eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland sieht der frühere Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), heute Vorsitzender des mächtigen Wirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestages, in der Kooperation zwischen den vermeintlich "guten" Lobbyisten und Medien: "Beute-Syndikate" seien diese "Rechercheverbünde" und eine Gefahr für Arbeitsplätze", zitiert Tichys "WirtschaftsWoche" den erfahrenen Politiker.

Eine kress.de-Anfrage, was er damit genau gemeint hat, ließ Peter Ramsauer bislang unbeantwortet.

Ihre Kommentare
Kopf

Keumel

06.06.2016
!

Er hat Recht, der Ramsauer. Ich glaube, "die Medien" können gar nicht mehr selbst recherchieren. Sie zitieren ständig andere, oft ungeprüft. Oft ungelesen?. Blome hat zur Bild-Flüchtlings-Recherche gesagt: Das ist teuer, das können nur Medien die Geld verdienen". Heißt, alle anderen schreiben ab was geschickt wird oder was sie googeln. Bertelsmann-"Studien" zitieren Medien UND Politiker mit deren Schlagzeile, die nur Aufreger ist sonst nix. Bravo Bertelsmann! Paßt doch! Schlimme Entwicklung!


Egmonte

06.06.2016
!

Pressefreiheit gefährdet Arbeitsplätze, interessante Argumentation. Wenn von der Industrie lancierte PR-Artikel erscheinen, ist das für Herrn Ramsauer vermutlich völlig in Ordnung.


agtrier

06.06.2016
!

Wenn Politiker so reagieren, haben Journalisten alles richtig gemacht!


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