Bauers "Stars & Stories"-Chef Dittmar Jurko: "Uschi Glas ist unser Hack"

 

Stars sind ihr Geschäft. Bei der Bauer Media Group in Hamburg gibt es eine Zentralredaktion, die sich um die Promis kümmert. Die Kompetenzredaktion "Bauer Stars & Stories Experts" produziert Prominentengeschichten, die Fotoagentur Action Press liefert das Fotomaterial dazu. Wie genau funktioniert die Arbeitsaufteilung? Und wie werden die Titel-Redaktionen der Magazine eingebunden, damit sie sich nicht übergangen fühlen? kress.de traf in Hamburg die zwei Männer, die die Stars ins Blatt bringen - Dittmar Jurko, Chefredakteur bei Stars & Stories Experts, und Action Press-Geschäftsführer Joachim Meinke. Ein Gespräch über Synergieeffekte, Win-Win-Win-Situationen und das Promi-ABC.

Seit nunmehr vier Jahren produziert die Kompetenzredaktion Stars & Stories Experts Promigeschichten. Immer an ihrer Seite: Die Fotoagentur Action Press. Fünf feste Mitarbeiter, darunter zwei Chefreporter und eine Reporterin, setzen die Produktionen um. Das Konzept ist simpel: Ein Termin mit den Prominenten liefert das Material für alle Bauer-Titel, für die Promi-Inhalte relevant sind - Programmzeitschriften, Yellows und Women's Weeklies.

Wie der Promi ins Blatt kommt

"Entweder geben die Redaktionen eine Produktion mit einem Wunschpromi bei uns in Auftrag", erklärt Dittmar Jurko, der außerdem auch noch die monatlichen Yellows des Hauses betreut. "Dann kümmern wir uns darum, dass es ein Gespräch gibt und produzieren neben dem Interview auch noch eine Fotostrecke. Oder wir machen eine Produktion und bieten sie den Redaktionen direkt an."

Bei Bauer geht es dabei um Effizienz, die auch den Promis gefällt - die müssen nicht drei verschiedene Fotografen empfangen und nicht drei verschiedenen Reportern die häufig gleichen Fragen beantworten. Stattdessen macht die Kompetenzredaktion eine Produktion mit höherem Zeitaufwand und größerem Budget und kann so qualitativ hochwertiges und auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnittenes Material an die Redaktionen liefern. Win-Win-Win für alle Parteien, findet Jurko.

Steigende Bildzahlen, sinkende Umsätze

Action Press-Chef Meinke nickt, denn die Zusammenarbeit mit Stars & Stories ermöglicht ihm, qualifizierte Fotografen zu beschäftigen und angemessen zu bezahlen: "Gerade heutzutage, wo sich jeder dazu aufgerufen fühlt, als Fotograf zu arbeiten, ohne einer zu sein, ist der Markt extrem umkämpft", sagt Meinke. Und wird deutlich: "Die Preise sind inzwischen häufig ein Witz. Besonders die Entwicklung zu Gratisbildern ist für qualitativ hochwertige Agenturen existenzbedrohend."

In den vier Jahren ihres Bestehens hat Stars & Stories auf diese Weise 582 Produktionen und Interviews gemacht. Was aus den Interviews, Fotos und Backgroundinfos wird, die ihnen geliefert werden, entscheiden die Chefredaktionen selbst. Eine Garantie für möglichst viele Abdrucke gibt es also nicht, für Vielfältigkeit allerdings schon. So könnten am Ende aus einem einzigen Termin ganz verschiedene Headlines hervorgehen, berichtet Jurko. "Wir haben mit Beatrice Egli etwas produziert, das lief in der Tina mit der Zeile 'Glücksgeheimnis'. Das Neue Blatt hat aus dem gleichen Material 'Das traurige Geheimnis um ihre Sommerliebe' gemacht. Neue Post legte den Schwerpunkt auf den Ruhepol, den Egli mit ihren Pferden hat."

Ein so breites Spektrum an Interpretationsmöglichkeiten zu liefern, setzt hohe Qualität bei der Produktion voraus - die Reporterinnen und Reporter müssen bereits beim Termin alle zu bedienenden Formate im Hause Bauer mitdenken. "Sie müssen ein Interview führen, das für möglichst viele Chefredakteure im Haus und deren Zielgruppen relevant ist", erklärt Jurko. Neben diesem Verständnis für unterschiedliche Zielgruppen müssten Reporterinnen und Reporter auch extrem hartnäckig und geduldig sein. Und eine gewisse Portion Eitelkeit mitbringen, lächelt Jurko, denn "sie müssen immer den Anspruch haben, die Promis, die bisher noch keiner gekriegt hat, zu knacken."

Zwischen Nähe und Distanz balancieren

Das dauert gelegentlich Jahre, Jahre, in denen man Nähe zu den Prominenten aufbauen muss. Zu nah ist aber auch nicht gut. "Aus meiner Sicht muss für eine faire Zusammenarbeit immer eine gewisse Distanz da sein", gibt Jurko zu bedenken. "Sonst steht man am Ende vor einem Gewissenskonflikt. Natürlich sind die Produktionen darauf angelegt, nett und schön auszusehen, aber wir wollen keine Hofberichterstattung für die Promis machen oder irgendeinen Lalelu-Bericht verkaufen."

Deshalb gäbe es auch kein Handgeld, die Produktion sei schließlich pure Werbung für die Prominenten, fügt er hinzu. "Eine Beatrice Egli lässt sich ja nicht fotografieren, weil sie unsere Demokratie retten will, sondern weil sie eine Platte zu promoten hat. So ein Termin ist also vor allem PR für sie selber. Und viele wissen das zu schätzen."

Wenig Aufwand, große Wirkung

Künstler und Künstlermanagements haben verstanden, dass sich eine Zusammenarbeit mit Stars & Stories für sie lohnen kann (siehe Was Promis sagen unter dem Bericht). "Mit geringem Aufwand können sie - je nachdem, wer abdruckt - eine Reichweite von bis zu 33 Millionen haben. Mit einem einzigen Ansprechpartner, voller Transparenz und ohne Fallstricke. Und dank Action Press mit sensationell guten Fotografen", lobt Jurko.

"Und", führt Meinke an, "Action Press syndiziert die Bilder dann auch im Nachgang. Mehr Aufmerksamkeit kann man für so wenig Aufwand gar nicht kriegen."

"Uschi Glas ist unser Hack"

Definierte Listen über das Prominenten-Alphabet gibt es übrigens nicht. "Das weiß man einfach. Genau wie man weiß, was zieht, weil es jeder haben will. Das große doppelseitige Liebes- oder Hochzeitsinterview mit Florian und Helene und danach irgendwann die Babyproduktion mit Helene Fischer zum Beispiel. Oder Angela Merkel in der Uckermark. Das ist die Sorte Prominenz, da muss man über Jahre Kontakt pflegen, aufbauen, um dann mal zum Zug zu kommen."

Mit dieser Geduld und auch mit ihrem Credo, immer transparent und fair zu arbeiten und den Prominenten einen gewissen Einfluss darauf zuzugestehen, was am Ende gedruckt wird, hat sich die Redaktion einen Pool an Celebrities aufgebaut, darunter manche Auflagengaranten. Allen voran? "Uschi Glas", sagt Jurko, "Uschi Glas ist unser Hack. Als Dame über 50 geht sie bei Frauenzeitschriften, aber ist auch für die Yellows immer interessant und für die Programmtitel ohnehin. Wenn wir also eine Titelproduktion mit Uschi Glas abliefern, ist klar, dass alle Redaktionen sie mit Kusshand nehmen."

Nachgefragt bei den Stars: "Zuverlässig, engagiert und interessiert"

Hannes Jaenicke:

"Wir hatten bei zwei unserer Drehs von ,Im Einsatz für…’ die Chefreporterin Christine Staab dabei und haben sie als zuverlässige, engagierte und interessierte Autorin kennengelernt. Die dabei entstandenen Artikel in diversen Zeitschriften fanden großes Echo. Sie leisteten als Promo und Werbung für unsere Ausstrahlung im ZDF einen willkommenen Beitrag zum Erreichen von zweistelligen Einschaltquoten."

Schauspielerin Christine Kaufmann:

"Stars & Stories Experts ist der einzige Partner auf den ich mich 100 Prozent verlassen kann! Der große Vorteil ist, dass ich Vertrauen aufbauen kann!"

Heiko Neumann, PR-Manager von TV-Koch Horst Lichter:

"Mit Bauer Stars & Stories Experts haben wir in den letzten Monaten Geschichten mit Mike Krüger und Horst Lichter realisiert. Der Vorteil ist, dass wir über diese Redaktion gleich mehrere Objekte des Verlages mit einer hohen Auflage und Reichweite erreichen. Und das mit nur einem Interview und einem Fotoshooting. Das kommt auch den oftmals engen Terminkalendern der Künstler entgegen. Die Redaktion selbst zeichnet sich durch eine flache Hierarchie aus. Als Agentur hat man verlässliche Ansprechpartner, die Interviews sind professionell und die Fotoshootings sehr gut vorbereitet und hochwertig. Bauer Stars & Stories Experts verfolgt ein Konzept, welches uns als Agentur und den Künstlern sehr entgegenkommt."

Mitarbeit: Tania Witte

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