"Meins"-Chefredakteurin Sabine Ingwersen: "Mit 50 ist noch lange nicht Schluss"

 

Als Monatstitel ging "Meins" 2012 an den Start, seit Frühjahr 2016 erscheint die Zeitschrift für die Frau über 50 alle zwei Wochen. Zum vierten Geburtstag hat Chefredakteurin Sabine Ingwersen fünf Leserinnen aus Hannover in die Redaktion eingeladen. Für Ingwersen und ihr Team steht fest: "Mit 50 ist noch lange nicht Schluss".

Interessant ist dabei auch eine große Umfrage von "Meins" und dem Markt- und Meinungsforschungsinstituts YouGov (1.068 befragte Frauen ab 50 Jahren). Die neuen Frauen 50plus, an die sich "Meins" richtet, sind beruflich dort angekommen, wo sie sein wollen. Weniger arbeiten? Kommt gar nicht infrage! Das sagen 56 Prozent der Befragten. So bewahren sie sich auch ihre finanzielle Unabhängigkeit. 

Obwohl 80 Prozent der Befragten arbeiten, weil sie auf das Geld angewiesen sind, sind rund vier von fünf (81 Prozent) zufrieden in ihrem Job. "Wir arbeiten gerne!" so 86 Prozent der Frauen 50plus. "Meins"-Chefredakteurin Sabine Ingwersen kennt ihre Leserinnen ganz genau und weiß, wie diese ticken: "Die Meins-Leserin ist selbstbewusst, optimistisch, voller Lebensenergie und Mut. Von Auswandern über Motorradfahren bis hin zu Tindern - alles geht mit 50plus! Und auch im Job ist noch lange nicht Schluss. So wundert es mich gar nicht, dass gut ein Viertel der Frauen 50plus sich vorstellen kann, ihren Job nochmals zu wechseln." 

kress.de: Gerade Zeitschriften lassen immer öfter von größeren Panels untersuchen, wie der Inhalt bei der Kernlesergruppe ankommt. Sie gehen eine Schritt weiter, haben zum vierten Geburtstag von "Meins" gleich fünf Leser-Chefredakteurinnen gekürt. Warum?

Sabine Ingwersen: Unsere wirklich enge Leserblattbindung ist unser Erfolgsgeheimnis. Keine Zeitschrift ist näher an ihren Leserinnen als Meins. Schauen Sie, wir haben mit unserer Leser-Community "Café Meins" die größte Fan-Gemeinde 50plus im Magazin-Bereich. Jeden Monat treffen sich Hunderte von Meins-Leserinnen zum Austausch - nicht hier bei uns in Hamburg, sondern direkt bei sich vor Ort. Wir orientieren uns an den Wünschen  und Interessen unserer Leserinnen, nehmen ihre Anregungen wirklich ernst. Darum liegt es nah, dass sie auch zu besonderen Anlässen - wie unserem vierten Geburtstag - zu Blattmacherinnen werden.

Zum Verständnis und auch für andere Chefredakteure, die Leser vielleicht mehr einbinden möchten: Worauf kommt es bei der Planung an? Wie wählt man die richtigen Leserinnen aus, die dann zum Blattmachen eingeladen werden?

Sabine Ingwersen: Die Treusten, die alle zwei Wochen zugreifen, sind am besten geeignet. Sie kennen ihr Lieblings-Magazin und unterstützen unsere Arbeit mit voller Leidenschaft. In diesem Fall fiel die Wahl auf vier Meins-Leserinnen aus unserer Regionalgruppe Hannover, die viel Spaß bei uns in der Redaktion hatten und voller Leidenschaft dabei waren.

Was nimmt man nach solchen Tagen für die eigene Arbeit mit?

Sabine Ingwersen: Es ist wichtig, ganz genau zuzuhören. Auch, wenn man das vielleicht nicht glaubt: Die Generation 50plus ist vielen Dingen aufgeschlossener als die Generation 30plus. Für uns ist das die beste Marktforschung. Und dabei wird immer wieder deutlich - mit 50 ist noch lange nicht Schluss!

Sie haben viel Leserkontakt. Wie sollten Redaktionen aus Ihrer Sicht mit Lesern umgehen?

Sabine Ingwersen: Jede Anregung, jede Frage, jede Beschwerde muss eingehend und intensiv bearbeitet werden. Schließlich machen wir unser Magazin ja für unsere Leser. Wir bleiben keine Antwort schuldig.

Hintergrund Café Meins

Die Meins-Community wächst stetig: Auf Facebook hat man aktuell 20.697 Fans, in der Online-Community zählt die Redaktion 2.611 angemeldete Nutzer und es gibt rund 98 regionale Gruppen, deren Mitglieder sich regelmäßig treffen.

Hintergrund Meins

Klares Ziel: "Meins", als Magazin für Frauen 50plus, will die Lebenswelt seiner Leserinnen so zeigen, wie sie sich selbst sehen wollen - ohne Diktat. Mit seinem eigenständigen Konzept für Frauen ab 50 sichert die Zeitschrift sich mit einer verkauften Auflage von 150.910 Exemplaren (IVW II/2016) einen festen Platz im Markt. Die drei Kernsäulen Service und Ratgeber, Geschichten über Prominente und andere Menschen sowie die Café Meins Leser-Community sind in dieser Mischung einzigartig und geprägt von einem besonderen "Wir-Gefühl". "Meins" erschien das erste Mal 2012 als Monatstitel, im März 2016 hat der Verlag die Frequenz erhöht, die Zeitschrift erscheint jetzt alle zwei Wochen. Die Chefredaktion liegt seit Januar 2015 in den Händen von Sabine Ingwersen. Redaktionsleiterin ist Stephanie Gottmann, ihre Stellvertreterin Kathrin Behr. Uwe Killing hat die Leitung Entertainment inne. Mitglieder der Chefredaktion sind: Markus Dietsch (Content-Manager), Hubert Kieser (Art Director) und Petra Meerjanssen (Photo Director). Volker Lietz ist Chef vom Dienst, Khanh Nguyen technischer Koordinator. Textchefin ist Wiebke Bredemeyer. Meins erscheint in der Bauer Women KG, Verlagsgeschäftsführer ist Ingo Klinge. Objektleiterin ist Ilka Clarke, die Gesamt-Anzeigenleitung Women liegt in den Händen von Thomas Schmidt.

Mit Sabine Ingwersen, Chefredakteurin von "Meins", sprach kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük.

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