Prozess um VW-Übernahme: Staatsanwalt zieht Anklage gegen früheren PR-Chef Anton Hunger zurück

 

Am Ende und nach vielen bangen Monaten ist auch für den früheren PR-Chef von Porsche alles gut. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat die Anklage gegen Anton Hunger (68) zurückgenommen und das Verfahren eingestellt.

Hunger war wegen des Verdachts der Beihilfe zur Marktmanipulation im Zusammenhang mit der Übernahme der Volkswagen AG durch die Porsche SE am 12. August 2015 beim Landgericht Stuttgart angeklagt worden.

Die Staatsanwalt hatte damals erklärt, dass Hunger gemeinsam mit dem ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und dem ehemaligen Finanzchef Holger Härter eine Kommunikationsstrategie ausgearbeitet habe, "um diese bei ihren Straftaten zu unterstützen". Nach dem Freispruch gegen die früheren Porsche-Vorstände am 18. März 2016 und der Rücknahme der Revision durch die Staatsanwaltschaft am 28. Juli 2016 war die Entscheidung der Staatsanwaltschaft zu Gunsten Hungers folgerichtig, erklärte jetzt Barbara Livonius, Verteidigerin des ehemaligen Porsche-Sprechers.

Dem "Handelsblatt" hatte sich Livonius bereits im Vorjahr optimistisch gegeben: "Die betreffenden Aussagen von Herrn Wiedeking und Herrn Härter waren nicht falsch. Damit liegt keine informationsgestützte Markmanipulation, und in der Folge auch keine Beihilfe zur einer solchen vor". Auch Porsche hatte den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft direkt widersprochen.

Anton Hunger, geboren 1948 in Cham/Bayern, absolvierte zunächst eine Schriftsetzerlehre und ein Volontariat bei der Südwest-Presse, bevor er an den Universitäten Tübingen und Regensburg Volkswirtschaft, Politikwissenschaft und Soziologie studierte. Anschließend war er 16 Jahre als Wirtschaftsjournalist bei der "Stuttgarter Zeitung" und dem Münchner "Industriemagazin" tätig. Anton Hunger war von 1992 bis Juli 2009 Kommunikationschef bei Porsche in Stuttgart, die letzten beiden Jahre bei der Dachgesellschaft Porsche Automobil Holding SE.

Heute ist Anton Hunger erfolgreicher Buchautor und Kolumnist.

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