"Panama Papers" und "Dieselgate": Helmut Schmidt-Journalistenpreis geht nach München, Berlin und Hamburg

 

Die Sieger des mit insgesamt 30.000 Euro dotierten, angesehenen Helmut Schmidt-Journalistenpreises 2016 stehen fest. Zu den Preisträgern gehören unter anderem Kayhan Özgenc und Jan C. Wehmeyer von der "Bild am Sonntag" (Foto). Die hochkarätig besetzte Jury musste aus 191 Bewerbungen auswählen. 

Den ersten Platz beim Helmut Schmidt-Journalistenpreis belegen Frederic Obermaier, Bastian Obermayer und Vanessa Wormer von der "Süddeutschen Zeitung". Zusammen mit anderen Medien hatten sie im Frühjahr 2016 die "Panama Papers" publik gemacht und damit für weltweites Aufsehen gesorgt. Aus den Papieren ging hervor, wie Staatschefs, Diktatoren und Sportstars mithilfe des auf Panama ansässigen Offshore-Dienstleisters Mossack Fonseca ihr Vermögen vor den Finanzbehörden verschleiern.

Mit dem zweiten Platz würdigte die Jury die investigative journalistische Leistung, mit der Kayhan Özgenc und Jan C. Wehmeyer den VW-Abgasskandal verfolgten und immer neue Details ans Tageslicht brachten, die für die Vorstände mehr als peinlich sein mussten. Der "Dieselgate" ist eng mit den Recherchen des Investigativ-Teams von Marion Horn, seit nun drei Jahren Chefredakteurin von "Bild am Sonntag", verbunden. "Bild-am-Sonntag"-Investigativ-Chef Özgenc und sein Team kümmern sich von Anfang an intensiv um das Thema.

Miriam Oprensik vom "Hamburger Abendblatt" erhält für ihre Serie "Tausche Bankjob gegen eigenen Laden: Tagebuch einer Existenzgründung" den dritten Platz. Die Journalistin begleitete ein Jahr lang Existenzgründer auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit, darunter die Ex-Bankerin Jennifer Hinze, die ein veganes Feinkostgeschäft mit Café gründete.

Der angesehene Journalistenpreis für besondere Leistungen im Wirtschafts-, Finanz- und Verbraucherjournalismus wurde das erste Mal 1996 verliehen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Ranga Yogeshwar, Hauke Reimer, Thomas Öchsner, Reto U. Schneider, Robert von Heusinger, Gabor Steingart, Thomas Leif, Alexander Neubacher, Thomas Tuma, Martin U. Müller, Stefan Aust, Thomas Ammann, Eva Roth und Jonas Rest (alle Gewinner gibt es auf JournalistenPreise.de, dem Portal für preisgekröntem Journalismus). 

Hintergrund:

Ziel von dem von ING-DiBa ausgeschriebenen Preis, für den der im vergangenen Jahr verstorbene frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt die Namenspatenschaft übernommen hatte, ist es, hervorragende Leistungen auf dem Gebiet des Wirtschafts- und Verbraucherjournalismus zu würdigen. Der Helmut-Schmidt-Journalistenpreis-Jury gehören an: Ulrich Wickert (Jury-Vorsitzender), Clarissa Ehlers (NDR), Arno Balzer (Herausgeber "Bilanz" Deutschland), Hans Leyendecker ("Süddeutsche Zeitung"), Claudia Mast (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft und Journalistik an der Universität Hohenheim), Berthold Morschhäuser (Chefredakteur "bank und markt"), Hermann-Josef Tenhagen (Chefredakteur "finanztip"), Uwe Vorkötter (Chefredakteur "Horizont"), Frank-B. Werner (Herausgeber von "Euro am Sonntag") und Ulrich Ott (Moderator und Pressesprecher der ING-DiBa AG).

Verliehen wird der Helmut Schmidt Journalistenpreis in diesem Jahr am 10. November im Frankfurter "Kap Europa".

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