Chefredakteur Jan Spielhagen zu kress.de: Warum "Essen & Trinken" jetzt auch auf den Thermomix setzt

 

Plätzchen, Kürbis-Flammkuchen, feines Kasseler und schnelle Obstkuchen haben es auf die Titelseite von "Essen & Trinken mit Thermomix" geschafft. Das Magazin, die erste Neueinführung der Deutschen Medien-Manufaktur (DMM), kommt am Mittwoch auf den Markt. Im kress.de-Gespräch verrät Chefredakteur Jan Spielhagen, wann er persönlich auf das Küchengerät setzt, welchen Einfluss der Thermomix-Konzern Vorwerk auf die sechs Mal im Jahr geplante Zeitschrift hat und was Jan Spielhagen eigentlich von seinem eigenen Team hält.

kress.de: Herr Spielhagen, immer mehr Männer kochen gerne und ich glaube Ihnen auch, wenn Sie mir in "Beef!" vorschwärmen, wie lecker Steaks schmecken, die richtig gut auf einem Grill zubereitet sind. Hand aufs Herz - was hat der Thermomix von Vorwerk noch mit Kochen zu tun?

Jan Spielhagen: Der Thermomix ist eine Küchenmaschine, die die Küche ergänzt, nicht ersetzt. Dabei kann er enorm helfen, weil er so viele zeitaufwändige Arbeitsschritte übernimmt: schneiden, häckseln, rühren, kneten und vor allem die Warterei, bei der man das Kochen in der Küche nur überwacht. Wenn das Ding erst mal läuft, macht er nämlich fast alles allein, und man kann in dieser Zeit einkaufen gehen oder duschen.

Und?

Jan Spielhagen: Wer ein Rezept kocht, das für den Thermomix besonders geeignet ist - eine Tomatensuppe zum Beispiel -, der hat am Ende nur ein Viertel des Abwaschs und einen Bruchteil der üblichen Zeit in der Küche verbracht. Für Gerichte, die nicht so Thermomix-geeignet sind, gilt das aber nicht. Der Thermomix ist und bleibt ein großer Topf mit Mixvorrichtung, backen, grillen, braten - also alles, was hohe Temperaturen verlangt, gelingt nicht.

Passt der Thermomix denn zu Lesern von "Beef!"?

Jan Spielhagen: Natürlich scheitert der "Beef!"-Leser mit seinem dry aged Wagyu-Ribeye im Thermomix. Aber das macht ihm nichts aus, weil er ja nicht nur Steaks isst, sondern auch sein Wildgulasch liebt, seine Königsberger Klopse und das erwähnte Ribeye möchte er womöglich mit einer Sauce Bernaise. Und die kriegt er nirgendwo besser hin als im Thermomix. Genau wie die sechs Pfeffersorten und acht Kräuter für seinen Fleisch-Rub, die hackt ihm auch keiner besser. Glauben Sie mir: Eine ganze Menge "Beef!"-Leser besitzen den Thermomix. Schon deshalb, weil die eigentlich alle Küchengeräte besitzen.

Kochen Sie denn noch selbst oder messen, wiegen und stellen Sie bereits jedes Gericht am Thermomix ein?

Jan Spielhagen: Ich persönlich koche überwiegend old-school. Wenn ich aber mehrere Gänge zubereiten will, plane ich immer mindestens einen Thermomix-Gang ein. Zum Beispiel die Suppe aus frischen Tomaten, die kostet mich dann nur 10 Minuten. Machen Sie das mal ohne den Thermomix! Solche Rezepte entlasten sehr, vor allem die Logistik in der Küche.

Sie haben fünf Ihrer Köche von Vorwerk auf die Entwicklung von Thermomix-Rezepten schulen lassen. Mit welchen Eindrücken ist Ihr Team zurückgekommen?

Jan Spielhagen: Meine Kolleginnen und Kollegen aus der Versuchsküche von Gruner + Jahr waren vor allem von der Professionalität der Thermomix-Küche und seiner Protagonisten überrascht. Das scheint da in Wuppertal alles einem klugen Masterplan zu folgen.

Wie anders ist die Entwicklung von Rezepten für Thermomix im Vergleich zur Entwicklung von Rezepten für die normalen Gerätschaften in der Küche?

Jan Spielhagen: Unsere Köche sind ja sehr routiniert bei der Entwicklung anspruchsvoller Rezepte. Für den Thermomix mussten sie sich trotzdem erheblich umstellen. Weil das Küchengerät von einem verlangt, dass man die eigene Arbeitsweise der Arbeitsweise des Gerätes unterordnet. Ein Rezept für den Thermomix wird ja dadurch besser, dass es die Stärken des Gerätes möglichst maximal ausnutzt. Das beeinflusst natürlich die Auswahl der zu entwickelnden Rezepte. Anders gesagt: Ein Rezept, bei dem nicht gehackt, geknetet, gerührt und erhitzt wird, hat wahrscheinlich nicht das Zeug zum Thermomix-Kracher.

Am 12. Oktober erscheint das erste Mal "Essen & Trinken mit Thermomix". Es wird die erste Zeitschrift sein, die in Kooperation mit Thermomix direkt erscheint. Wie groß ist die redaktionelle Freiheit?

Jan Spielhagen: Genau 100 Prozent. Thermomix ist ein Küchengerätehersteller. Und Gruner + Jahr ist ein Verlag mit Foodzeitschriftenkompetenz. Die einen bauen und verkaufen also die Küchenmaschine, und die anderen machen die Rezepte und das Magazin dazu. Und so wird es auch bleiben. Das bedeutet aber nicht, dass man nicht sehr kollegial und vertrauensvoll zusammen arbeiten kann.

Was können die Leser vom neuen Magazin erwarten?

Jan Spielhagen: Ganz einfach: die besten und anspruchsvollsten Rezepte für den Thermomix. Der ist ja nicht mehr ganz jung, es gibt also schon eine Menge Rezepte. Allerdings eher im Bereich der einfacheren Küche. Unser Anspruch war es, das Qualitätsversprechen, das landläufig mit der Marke "Essen & Trinken" verbunden wird, auch auf die Rezepte für den Thermomix zu übertragen. Inklusive unserer Vorgehensweise, die das dreimalige Probekochen und die berühmte Gelinggarantie von "Essen & Trinken" beinhaltet. Da haben wir ja nun wirklich einen Ruf zu verlieren. Außerdem haben wir das Magazin sehr hochwertig ausgestattet und uns ein paar Überraschungen einfallen lassen. Zum Beispiel das praktische Lesezeichensystem, das ist völlig neu im Markt.

Die Zeitschrift ist die erste Neueinführung der neu gegründeten Verlagsgruppe Deutsche Medien-Manufaktur (DMM), der Tochter von Gruner + Jahr und dem Landwirtschaftsverlag. Die Druckauflage beträgt 200.000 Exemplare, der Preis beträgt 5 Euro. Wie gehen Sie mit den Erwartungen an das neue Magazin um? Wie viele Hefte wollen Sie verkaufen?

Jan Spielhagen: So viele wie möglich, natürlich. Aber ich bin vorsichtig mit Prognosen. Wirklich erstaunlich ist, wie viel Feedback es schon auf die Ankündigung des Magazins gab und wie emotional diese Reaktionen sind. Das habe ich so noch nicht erlebt, und es schürt natürlich die Hoffnungen. Für mich ist unser Thermomix-Magazin vor allem eine moderne, kluge Line-Extension der Marke "Essen & Trinken", außerdem das achte Mitglied der Foodzeitschriftenfamilie bei Gruner + Jahr und der Beweis dafür, wie stark mein Team ist.

Die Fragen an Jan Spielhagen, Chefredakteur "Essen & Trinken mit Thermomix", stellte kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük.

Ihre Kommentare
Kopf

Lars Lubienetzki

11.10.2016
!

Wieso muss ich, wenn ich koche, nebenher noch einkaufen gehen und duschen? Wenn mich die Zubereitung meiner Mahlzeit ungefähr gar nicht interessiert, warum tue ich mir dann noch an, so zu tun, als würde ich kochen? Schwache Werbung für eine Zeitschrift, die sich 'Essen & Trinken' nennt.


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