Warum Ashwin Raman seinen Film nicht im SWR zeigt: "Ich fühlte mich dort nicht mehr wohl"

 

Mit einem eindrucksvollen Doku-Film meldet sich der preisgekrönte Journalist Ashwin Raman heute Nacht zurück. Nicht sein langjähriger Heimatsender SWR, sondern das ZDF zeigt im Rahmen seiner Reihe "auslandsjournal - die doku" das bedrückende Dokument "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS". Der stellvertretende ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen freut sich über den neuesten Ashwin-Raman-Film.

Für den Film war Ashwin Raman in diesem Sommer über zwei Monate im Irak unterwegs. Ausgestattet mit einem Rucksack und einer kleinen Videokamera lebte der mehrfach ausgezeichnete Kriegsreporter wochenlang mit den Soldaten der kurdischen Armee. Dabei gelangen ihm hautnahe Aufnahmen vom Leben an der Frontlinie. Exklusiv konnte er zudem die Ausbildung kurdischer Rekruten durch deutsche Bundeswehr-Soldaten begleiten.

Das ZDF ist sich bewusst, welch Glück die Verpflichtung des erfahrenen Journalisten für den Mainzer Sender darstellt. Den ganzen Tag über wird über die Doku in den unterschiedlichsten Sendungen im ZDF berichtet. Für den stellvertretenden ZDF-Chefredakteur Elmar Theveßen ein wichtiger Schritt: "Wir wollen, dass gute Information so viele Zuschauer und User erreicht wie möglich. Die 'Perlen' sollen sich in all dem 'Lärm' in dieser multimedialen Welt noch besser abheben." Daher sei die Cross-Promotion im eigenen Programm ein wichtiger Schritt.

Theveßen freut sich über die Qualität der festangestellten Korrespondenten des ZDF und nennt dabei beispielhaft die Arbeit der erfahrenen Journalisten Hans-Ulrich Gack (Leiter ZDF-Studio Kairo), ZDF-Krisenreporter Luten Leinhos oder Jörg-Hendrik Brase, Leiter des ZDF-Studios in Nairobi. "Freie Journalisten wie Herr Raman sind dazu eine großartige und wichtige Ergänzung", so Elmar Theveßen zu kress.de.

"Beim SWR fühlte ich mich nicht mehr wohl"

Im großen Interview mit "epd Medien" druckst Ashwin Raman eher rum, warum er den SWR verlassen hat: "Ich möchte das mal so formulieren: die Umstände der Betreuung meiner Filme haben sich geändert. Der SWR war mein Zuhause, und ich bin im Grunde ein sehr loyaler Mensch. Ohne jedoch in Details zu gehen: Ich fühlte mich einfach nicht mehr wohl. Auch lange Beziehungen können irgendwann mal einen Knacks bekommen. Vielleicht später wieder einmal. Mit Elmar Theveßen bin ich lange befreundet und wusste, die Türen beim ZDF sind für mich offen. Die Zusammenarbeit ist kollegial und auf Augenhöhe", sagt Ashwin Raman zu Interviewer Fritz Wolf (Interview: "Ich bin kein Abenteurer").

Ramans Wechsel irritiert

Eines muss aber festgehalten werden - wenn ein Journalist aus der ersten Reihe zum Konkurrenzsystem wechselt, müsste das doch die Verantwortlichen im SWR und in der ARD irritieren. Denn Autoren mit dieser Handschrift und eigenwilligen Produktionsweise gibt es halt nicht wie Sand am Meer und sie sind auch nicht beliebig auswechselbar. Zumal die Auslandskorrespondenten weder diese Zugänge eines Ashwin Raman haben und auch nur selten bereit sind, direkt an der Front echte Kriegsberichterstattung zu betreiben.

kress.de-Tipp: Der Film "An vorderster Front - Der Krieg gegen den IS" von Ashwin Raman läuft Mittwoch, 12. Oktober 2016, um 0.45 Uhr im ZDF.

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