ProSiebenSat.1-Vorstand Christian Wegner im Interview: "Man darf nicht dumm scheitern"

 

Auch ein erfahrener Digital-Vorreiter muss lernen, mit Fehlern umzugehen. "Wir probieren viel aus", sagt Christian Wegner, Vorstand Digital Ventures & Commerce bei ProSiebenSat.1, im großen "kress pro"-Interview. "Man darf nicht dumm scheitern", sagt er über den Umgang mit Fehlentscheidungen. Er gibt Einblick, welche Ziele der TV-Konzern sich bei Investitionen gesetzt hat und wie sich die Digitalstrategie geändert hat.

"Wichtig ist, dass man aus den Fehlern lernt und sie nicht wiederholt", sagt Christian Wegner. "Eine Kultur des Scheiterns ist schon wichtig: Wenn etwas aus dem Ruder läuft, stellen wir dies ab und machen besser weiter."

Oberste Maxime seines Vorstandsbereich ist es seit langem, die Abhängigkeit vom TV-Geschäft, das sich nicht mehr so rasant entwickelt, zu verringern. "Ziel ist es, langfristig unabhängiger von der klassischen Vermarktung zu werden", beschreibt Christian Wegner seine Aufgaben. Der promovierte BWLler und Ex-McKinsey-Berater ist schon seit Oktober 2011 Vorstandsmitglied des mittlerweile im DAX gelisteten Konzerns.

Unter seiner Führung hat ProSiebenSat.1 zuletzt große Zukäufe getätigt - etwa beim Vergleichsportal Verivox und Parship. Damit hat sich die Strategie des Hauses, das als eines der ersten erfolgreiche Media-for-Equity- und Media-for-Revenue-Modelle entwickelte, behutsam geändert. "Es war ein wichtiger Lerneffekt, dass wir als großes Unternehmen besser mit Firmen zusammenarbeiten können, die einen gewissen Reifegrad aufweisen." Bei sehr jungen Unternehmen will er eher Minderheitsgesellschafter bleiben und sie über Media-for-Equity groß machen.

Wann schlägt ProSiebenSat.1 bei Unister zu?

Immer wieder wird in der Branche ProSiebenSat.1, das mit 7Travel bereits ein recht abgerundet aufgestelltes "Cluster" rund um Reise-Unternehmen mit Firmen wie Etraveli (neue Dachmarke: überflieger.de), mydays, weg.de, tropo, aber auch billiger-mitwagen.de und wetter.com hat, Interesse an einem Zugriff beim insolventen Unister-Konzern nachgesagt. "Wir kommentieren Marktgerüchte generell nicht", sagt Wegner im "kresspro"-Interview über mögliche Kauf-Gelüste.

Er bestätigt aber, dass der "Markt in Bewegung" ist - und dass er von den Unister-Schwächen profitiert. "Die 7Travel-Marktanteile steigen deutlich - sowohl im Flugbereich bei überflieger.de und Etraveli als auch im Package-Bereich", so Wegner. "Sicherlich ist das auch damit zu erklären, dass Unister derzeit Marktanteile verliert. Bei all den Presseberichten entscheiden sich die Konsumenten lieber für eine solide Marke, hinter der ein großes Unternehmen steht", lobt er sein eigenes Haus. Mittelfristig erwartet er eine weitere Konsolidierung im Online-Reisemarkt. "Wir müssen sehen, wo es Player gibt, die wir kaufen oder mit denen wir in der einen oder anderen Form zusammengehen können."

Alle Hintergründe im "kress pro"-Titel-Interview

Lesen Sie im vollständigen "kress pro"-Interview (Ausgabe 08/2016), wie schmerzhaft für Wegner die Aufteilung seines bisherigen Digital-Ressorts ausfiel und welche Pläne er mit großen Marken wie Parship, Stylight und Verivox verfolgt.

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