DJV-Chef Frank Überall erinnert sich: Mit 34 PS zu den ersten journalistischen Terminen

 

Seine ersten journalistischen Schritte hat Frank Überall, Vorsitzender vom Deutschen Journalisten-Verband, bei Anzeigenblättern in Köln und Bonn gemacht. Vor dem DJV-Verbandstag, der an diesem Sonntag in Bonn tagt, erinnert er sich in einem persönlichen Beitrag über seinen Weg in den Journalismus.

"34 PS hatte mein Kleinwagen, mit dem ich von Termin zu Termin raste. Als freier Journalist hatte ich beim Anzeigenblatt in Köln angefangen. Eines Tages übernahm ein Kollege die Chefredaktion beim 'Schaufenster', und er nahm mich mit", schreibt Überall in seinem Gastbeitrag für das Bonner "Schaufenster".

Und macht deutlich, wie sehr der Lokaljournalismus ihn geprägt hat: "Gelernt habe ich damals vieles: Themen schnell einschätzen, flotte Texte schreiben, gute Blickwinkel für Fotos wählen. Damals habe ich kaum darüber nachgedacht, dass ich meine Erfahrungen einmal als Professor an einer Medienhochschule weiter geben würde. Eines ist mir aus der 'Schaufenster'-Zeit nie aus dem Kopf gegangen: Im Gegensatz zum Fernsehen, das ich später viele Jahre für den WDR machen durfte, ist die Zeitung ein ruhiges Medium. Deshalb sind Fotos beispielsweise von Straßenfesten, auf denen viele Menschen zu sehen sind, (nicht nur) im Anzeigenblatt immer beliebt. Wenn das gedruckte 'Schaufenster' dann im Briefkasten landete, war bei den Lesern die Freude groß, wenn sie sich dort wiedererkannten. Oft war ich auf Straßenfesten oder Konferenzen im Rheinland mit einer Klappleiter unterwegs, um möglichst eindrucksvolle Bilder mit vielen Menschen einzufangen", so Frank Überall.

Beim Verbandstag vom DJV will Überall übrigens von der Bühne aus eine alte Tradition aufleben lassen lassen "und die Teilnehmer fotografieren: 200 engagierte Journalistinnen und Journalisten aus ganz Deutschland. Unter dem Hashtag #bühnenblick habe ich mit diesem Format bei Twitter bereits angefangen. Ein bisschen ist das so wie damals, zu meiner Reporterzeit im "Schaufenster". Denn auch Journalisten sehen sich manchmal gerne auf Fotos."

Hintergrund

Der DJV-Verbandstag startet am Sonntag mit einer Solidaritätsaktion für die verfolgten Journalistinnen und Journalisten in der Türkei. Die 200 DJV-Delegierten aus ganz Deutschland werden am 6. November um 13.30 Uhr vor dem Eingang zum Maritim-Hotel in Bonn Luftballons mit Protestpostkarten an die türkische Botschaft in Berlin steigen lassen. Prominente Unterstützung bekommt der DJV dabei vom ehemaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm sowie von Vertretern von Amnesty International und von Reporter ohne Grenzen. Teilnehmen wird auch der Türkei-Experte Baha Güngör, der im Anschluss den DJV-Delegierten die Lage der Pressefreiheit in der Türkei erläutern wird.

In der Antragsberatung wird es unter anderem um Forderungen des DJV an die Politik im bald beginnenden Jahr der Bundestagswahl gehen. Für Frank Überall steht fest: "Der Journalismus darf nicht unter die Räder der Politik geraten. Dafür wollen wir die Weichen stellen."

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