Funke-Mitgesellschafter neuer VDZ-Präsident: Zeitschriftenverleger ernennen Stephan Holthoff-Pförtner zum Nachfolger von Hubert Burda

07.11.2016
 

Die Delegiertenversammlung des VDZ Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat Stephan Holthoff-Pförtner (68) einstimmig als Nachfolger von Hubert Burda (76) in das Amt des VDZ- Präsidenten gewählt. Mit Respekt und Dank ehrten die Delegierten Leistungen und Verdienste von Burda und ernannten ihn zum Ehrenpräsidenten. Was Burda rückblickend über seine Amtszeit sagt und was er seinem Nachfolger mit auf den Weg gibt.

"Professor Burda hat die positive Entwicklung des VDZ maßgeblich gestaltet und der gesamten Branche sehr wichtige Impulse gegeben. Als Verleger ist er ein Musterbeispiel dafür, wie ein Unternehmer in der zunehmend digitalisierten Verlagswelt agieren kann", so VDZ-Vizepräsident Rudolf Thiemann.

Rückblickend sagt Hubert Burda über seine Amtszeit: "Google hat uns praktisch mattgesetzt. Und wir haben alle klein beigegeben", sagte Burda. "Die grundsätzliche Weichenstellung zur Zeit der Jahrtausendwende, als wir begannen, Google unsere Inhalte kostenlos zu geben, war ein Fehler, für den ich als Verlegerpräsident mitverantwortlich bin", so Burda im Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Die besonderen Herausforderungen für seinen Nachfolger sieht Burda in der "amerikanischen Digital-Hegemonie" und der europäischen Antwort darauf. "Stephan Holthoff-Pförtner ist Miteigentümer von Funke und kennt sich in der Politik sehr gut aus. Er wird deutlich machen, was auf dem Spiel steht. Die europäische Wirtschaft kommt sonst in eine Sackgasse."

Hubert Burda stand zwei Jahrzehnte lang an der Spitze des Präsidiums. Er will sich aber auch künftig für die Branche und den VDZ engagieren. "Ich bin als Verleger auf die Welt gekommen, und es gibt auch keinen schöneren Beruf. Ich gehe oft 20 Minuten früher zum Flughafen als nötig, damit ich beobachten kann, was die Leute lesen und kaufen. Als Verleger muss man immer ganz nah am Puls sein. Das wird sich bei mir nicht ändern."

Da Burda zu Mitte der Amtszeit die Präsidentschaft aufgibt, übernimmt Holthoff-Pförtner das Amt bis zum Ende der regulären Legislatur im Juni 2018.

Stephan Holthoff-Pförtner (68) arbeitet als Rechtsanwalt in Essen und hält Anteile an der Funke Mediengruppe ("Westdeutsche Allgemeine", "Gong"). Holthoff-Pförtner vertrat einst Helmut Kohl in Rechtsfragen. 

Hintergrund

Nach der Satzung des VDZ werden Präsident und Präsidium durch die Delegiertenversammlung gewählt. Sie setzt sich paritätisch aus Vertretern der Landes- und Fachverbände zusammen. Das VDZ Präsidium besteht neben dem neugewählten Präsidenten aus vier Vize-Präsidenten: Rudolf Thiemann (Verleger Liborius Gruppe und Vorsitzender des Fachverbands Konfessionelle Presse), Lars Joachim Rose (Verleger Mediengruppe Klambt) und Stefan Rühling (Vorsitzender der Geschäftsführung Vogel Business Media und Vorsitzender des Fachverbands Fachpresse im VDZ) sowie dem als Nachfolger von Werner Neunzig neu gewählten Volker Breid (Geschäftsführer der Motor Presse Stuttgart und Vorsitzende des Südwestdeutschen Zeitschriftenverleger-Verbands). Dem Präsidium gehören weiterhin an: VDZ- Schatzmeister Christoph Müller (Geschäftsführer der Rudolf Müller Medienholding und Vorsitzender des Verbands der Zeitschriftenverlage in Nordrhein-Westfalen) und als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied, VDZ-Hauptgeschäftsführer Stephan Scherzer.

Dem VDZ mit seinen Landes- und Fachverbänden gehören mehr als 400 Verlage in Deutschland mit 6000 Titeln an

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