Deutsche-Bank-Kommunikationschef Jörg Eigendorf über seinen Talkshow-Auftritt: "Das war ein Experiment"

09.12.2016
 

Trotz mehrerer TV-Auftritte und dem Ende der Funkstille auf Twitter und Facebook will Kommunikationschef Jörg Eigendorf nicht der Außenminister der Deutschen Bank werden. "Wir wollen viele Gesichter, viele Stimmen, eine Botschaft", so Eigendorf. Der 48-Jährige hatte seinen Arbeitgeber nicht nur in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner" verteidigt.

Im großen Interview im "PR Report" (Ausgabe 6/2016) mit Chefredakteur Daniel Neuen sagt Eigendorf weiter: "Wir werden in jeder Situation abwägen, wer am besten rausgeht: mal wird es John Cryan sein, mal ein anderer Vorstand, Manager oder Ökonom. Und ein anderes Mal gehe eben ich raus."

Der 48-Jährige hatte seinen Arbeitgeber in der ZDF-Talkshow Maybrit Illner in Schutz genommen - sein Auftritt sorgte in der PR-Branche für Diskussionen. "Für uns ist das ein ungewöhnlicher Schritt, in einer Talkshow vertreten zu sein. Das war ein Experiment mit Chancen und mit Risiken. Wäre es schief gegangen, wären wir wohl wieder für lange Zeit Talkshows fern geblieben", antwortete Eigendorf auf die Frage, ob nicht ein Vorstand zu Illner hätte gehen müssen. Weiter sagte er zu seinem Auftritt: "Natürlich kann man in einer solchen Sendung Schaden nehmen. Das wäre aber weniger schlimm, als wenn das einem Vorstand passiert."

Schon in den Wochen zuvor hatte der frühere "Welt"-Investigativ-Chef Jörg Eigendorf mehrere Fernsehinterviews gegeben, unter anderem bei CNBC. Am selben Tag, als Eigendorf bei Illner zu Gast war,meldete er sich bei Twitter zurück und startete eine neue Facebook-Seite. "Wir brauchen Kanäle für die weniger förmliche Kommunikation zwischen ,Kein Kommentar', einer Pressemitteilung und dem Vorstandsinterview. Da gibt es viele Abstufungen. Wenn demnächst wieder eine Studie für Schlagzeilen sorgt, kann ich auf Twitter kurz und schnell reagieren", sagte Eigendorf.

kress.de-Tipp: Wie Eigendorf die dramatischen Wochen im Herbst erlebte, als sogar über den Untergang der Deutschen Bank spekuliert wurde, wie er sich gegen die Kritik an seiner Arbeit wehrt, und ob er den Wechsel zur Bank bereut, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des "PR Reports" (zum Inhaltsverzeichnis).

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