Was Frank Schirrmacher zu "FAQ" sagen würde

 

Claudius Seidl, der Feuilleton-Chef der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", brachte im November die "Frankfurter Allgemeine Quarterly" mit auf den Weg. kress.de-Chefredakteur Bülend Ürük hat ihn in seinem Büro besucht. Dabei sprachen sie über den Mann, der Seidl einst zur "FAS" lotste: den verstorbenen Frank Schirrmacher.   

Das Büro von Claudius Seidl, dem Feuilleton-Chef der "Sonntagszeitung" der "Frankfurter Allgemeinen", sieht genauso aus, wie ich es mir vorgestellt habe. Überall Stapel von Büchern und Zeitschriften, ein Schreibtisch, kreativ und voller Einfälle, an den Wänden die Layouts der Feuilletonseiten der nächsten Ausgabe. Hier arbeitet ein kluger Kopf. Zudem strahlt die Berliner "FAZ"-Niederlassung, in bester Berliner Lage, unweit des Bahnhofs Friedrichstraße und natürlich im Eigentum der "FAZ", die Größe und Bedeutung der Tageszeitung aus, die man sich vorstellt.

Gemeinsam mit Co-Chef Rainer Schmidt hat Seidl im November die "Frankfurter Allgemeine Quarterly" auf den Weg gebracht, die bei den Lesern am Markt gut angekommen ist. Seidl war stellvertretender Feuilletonchef der "Süddeutschen Zeitung", als ihn Frank Schirrmacher zur "FAS" lotste. "FAQ" will sich ja vor allem mit der Zukunft befassen. Ist die "FAQ" vielleicht auch ein wenig daran angelehnt, wie er einst mit dem 2014 verstorbenen Frank Schirrmacher arbeiten konnte? "Ja und Nein", sagt mir Seidl, als ich ihn in Berlin treffe. "Ich brauchte nicht Frank Schirrmacher, um mich für die Zukunft zu interessieren." Seidl zieht an seiner selbstgedrehten Zigarette, und ergänzt: "Aber, natürlich hinterlassen 13 Jahre mit Schirrmacher ihre Spuren. Ich habe ihn immer so verstanden und ihm dabei meistens zugestimmt: Die Zukunft ist schon da, man muss sie nur ausgraben." Für Seidl steht fest: "Wobei ich immer sagen würde, Schirrmacher hatte andere Quellen, andere Interessen. Aber in der Leidenschaft für Fragen der Zukunft waren wir uns sehr einig." Seidl wird für einen Moment ruhig, bevor er mir sagt: "Die Vorstellung, dass Frank Schirrmacher im siebten Himmel sitzt und das Magazin gerne liest, wäre eine schöne Vorstellung."

Und was macht Rebecca Casati, die Witwe von Frank Schirrmacher? Nach dem Tod ihres Mannes hatte sie ja bei Hubert Burdas "Harper's Bazaar" gekündigt und war zu Suhrkamp gewechselt. Dort baut sie gerade eine neue Sachbuchreihe auf, die aus der Ich-Perspektive geschrieben werden soll. Das erste Buch hat sie bereits vor-gestellt, geschrieben hat es Miriam Stein: "Das Fürchten verlernen - 7 Mutproben, die alles verändern".

Autor: Bülend Ürük, kress.de-Chefredakteur

Hintergrund: Der Text stammt aus Bülend Ürüks Kolumne "Aus unseren Kreisen", die fester Bestandteil von "kress pro" ist, dem Magazin für Führungskräfte in den Medien.

"kress pro", das wie kress.de zum Medienfachverlag Oberauer gehört, kann im Newsroom.de-Shop bestellt werden. Zum Abo geht es hier entlang. "kress pro" gibt es auch im ikiosk.

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.