Die neue Leiterin der Deutschen Journalistenschule: Was für Henriette Löwisch bei der Ausbildung wichtig ist

05.01.2017
 

Dort, wo sie einst selbst die Schulbank drückte, wird sie bald Chefin: Henriette Löwisch leitet ab Juli 2017 die Deutsche Journalistenschule. Sie übernimmt von Jörg Sadrozinski, der nach sechs Jahren an der Spitze der Ausbildungseinrichtung wieder selbst journalistisch tätig sein will. 

Henriette Löwisch ist derzeit Professorin für Journalistik in den USA. Zuvor war sie Auslandskorrespondentin und Chefredakteurin der Nachrichtenagentur AFP. 

Volker Herres, Vorstandsvorsitzender der DJS, bezeichnet Henriette Löwisch als sehr qualifizierte Journalistin, die große Erfahrung in der Journalistenausbildung besitzt. Diese Doppelqualifikation prädestiniere sie für die Leitung einer der Top-Ausbildungsstätten für Journalisten. Sie treffe dort auf ein engagiertes Team und werde von Jörg Sadrozinski eine gut aufgestellte Schule mit einem unter seiner Leitung modernisierten, auf die Herausforderungen der digitalen Welt ausgerichteten Lehrplan übernehmen, kündigt Herres an. Auch von Löwischs internationalen Erfahrungen werde die DJS profitieren.

Henriette Löwisch wuchs in Freiburg auf und startete dort als freie Mitarbeiterin der "Badischen Zeitung" in den Journalismus. 1986 wurde sie in die 25. Lehrredaktion der DJS aufgenommen. Parallel zur praktischen Ausbildung an der Schule studierte sie Diplom-Journalistik an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Nach dem Abschluss ging sie 1992 zur Agence France-Presse. Sie berichtete als Auslandskorrespondentin aus Brüssel und Washington, bevor sie 2001 die Chefredaktion von AFP Deutschland übernahm. 

Bereits in ihrer AFP-Zeit entdeckte Löwisch ihre Leidenschaft dafür, journalistische Standards und Techniken zu vermitteln. Sie bereitete junge Reporter auf Auslandseinsätze vor und veranstaltete Workshops für Redakteure und Volontäre. 2009 wurde sie an die Universität von Montana in Missoula berufen und leitet dort seither das Master-Programm für Umwelt- und Wissenschaftsjournalismus. 

Aus den USA bringt Löwisch digitale Medienpraxis mit, aber auch das Wissen darum, wie entscheidend Unabhängigkeit, Glaubwürdigkeit und Weltoffenheit für den Journalismus sind. "Journalisten müssen Aussagen von Politikern, Wissenschaftlern und Unternehmern verifizieren und hinterfragen; sie müssen die Sprache beherrschen und Inhalte auf unterschiedlichsten Kanälen spannend erzählen", sagt sie. "Solche Journalisten auszubilden, dafür steht die DJS."

Hintergrund: Die DJS ist die älteste Journalistenschule in Deutschland. Sie wird getragen von einem gemeinnützigen Verein, in dem sich mehr als 50 Mitglieder engagieren. Seit 1949 haben mehr als 2300 junge Menschen die Münchner Journalistenschule absolviert. Aktuell bildet die DJS jährlich 45 junge Leute in einem Masterstudiengang sowie einer Kompaktklasse zu Redakteurinnen und Redakteuren aus.

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