Kallen macht den Deal: Burda kauft "Radio Times" und Co. für 300 Mill. Euro

 

Paukenschlag kurz vor der Digital-Konferenz DLD: Burda investiert in klassisches Mediengeschäft! Und wie! Trotz nahendem Brexit erweitert Hubert Burda Media mit einem Millionen-Investment sein Portfolio in Großbritannien und übernimmt von einer Private-Equity-Gesellschaft (PEG) das erst 2011 gegründete Immediate Media mit Sitz in London. Für die Medien rund um die alterwürdige "Radio Times" soll Burda etwa 300 Mill. Euro (260 Mill. Britische Pfund) auf den Tisch gelegt haben - ein Sprecher des Unternehmens wollte den Preis aber nicht bestätigen. Burda-Chef Paul-Bernhard Kallen (Foto) gibt sich optimistisch und gut gelaunt!

Mit der vor allem von Kallen vorangetriebenen Übernahme erwirbt Burda auf einen Schlag 75 britische, teils äußerst lukrative und traditionsreiche Medienmarken, neben der "Radio Times" auch "Lonely Planet Traveler", "BBC Good Food", "The Knitter" oder "You & Your Wedding". Für Immediate Media arbeiten über 1300 Mitarbeiter, CEO Tom Bureau bleibt wie weiteres Führungspersonal auch nach der Übernahme an Bord. Laut Burda erreicht Immediate Media im Monat "über 19 Mill. Konsumenten" in Großbritannien. Zum Portfolio gehören diverse Zeitschriften, deren Lizenzrechte sich Immediate Media langfristig von der BBC gesichert hat und an denen Burda festhält. In Großbritannien publiziert Burda bereits einige wenige Magazine, darunter YourHome und Wedding und hat zuletzt als Hauptinvestor die Finanzierungsrunde des Online-Marktplatzes Notonthehighstreet.com geleitet.

Kallen über das deutsche Mediengeschäft: Es wächst!

Optimistisch betrachtet Burda-CEO Paul-Bernhard Kallen das klassische Mediengeschäft - auch in Deutschland. Hier würden die nationalen Printmedienmarken wie beispielsweise "Bunte" oder "Focus" auch wegen ihrer "engen, emotionalen Beziehung zu ihren Lesern" wieder "wachsen". Zahlen wollte Kallen aber auch nicht im Gespräch mit der "Financial Times" nennen. Keine Hoffnung macht sich Kallen, dass über kurz oder lang klassische Medien wie Zeitschriften und Zeitungen im Digitalgeschäft nennenswerte Erträge mit Bannerwerbung erwirtschaften - das würde "alles an Facebook und Google" gehen.

Laut Kallen steigert die Übernahme in Großbritannien die Einnahmen von Burda auf der Insel auf rund 270 Millionen Pfund im Jahr. Das UK-Geschäft wird damit zukünftig zwölf Prozent des Gesamtumsatzes des Medienkonzerns ausmachen. Im UK-Geschäft selbst gehört Burda zukünftig zu den fünf größten Zeitschriftenverlegern.

Damit spielen gleich zwei große deutsche Medienhäuser eine wichtige Rolle in Großbritannien - neben dem familiengeführten Burda Media aus München gehört schließlich auch Yvonne Bauers Bauer Media Group schon längst zu den wichtigsten Verlegern der Insel.

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