Zum 90. Geburtstag: Groß, Größer, Günther Grotkamp

 

Mit einer siebenseitigen Beilage setzt die Funke Mediengruppe dem Mann, dem das Haus so viel zu verdanken, ein Denkmal: Günther Grotkamp, der Architekt des Essener Medienhauses, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Zu den Gratulanten gehören unter anderem der legendäre "Westfalenpost"-Chef Bodo Zapp, die Funke-Geschäftsführer Michael Wüller und Manfred Braun, der ehemalige BDZV-Präsident Helmut Heinen aus Köln - und natürlich Verlegerin Petra Grotkamp persönlich.

"Er kam immer regelrecht ins Büro meines Vaters hinein gestürmt. Er hatte eine unglaubliche Dynamik und Vitalität. Das empfanden alle so, auch meine Schwestern, so dass wir uns nach dem Tode unseres Vaters einig waren, ihn zum Geschäftsführer und zum Bevollmächtigen der Funke-Familiengesellschaft zu machen. "Das ist der richtige Mann für uns", hatte mein Vater gemeint, und wir wussten: Er hatte Recht. Seinen Charme wussten wir obendrein alle zu schätzen", gibt Verlegerin Petra Grotkamp auch persönliche Einblicke in der Geburtstagsbeilage, die heute in der "WAZ" und "NRZ" erscheint.

Günther Grotkamp kam am 20. Januar 1927 in Essen-Werden zur Welt. Der Jurist und Betriebswirt lenkte von 1960 bis 2000 die Geschicke der WAZ-Gruppe (heute: Funke Mediengruppe). 

"Gleichgültig mit welchen der noch lebenden Zeitzeugen aus dem Unternehmen oder der Branche man spricht: Die Schlaglichter, die deren Erzählungen auf Günther Grotkamp werfen, laufen immer wieder auf eine Reihe von Eigenschaften hinaus, die bis auf Akzentverschiebungen von allen etwa so gesehen werden: ein langfristig denkender, kluger Stratege mit "Elefantengedächtnis"; schnell, aber genau; bestens informiert, auch über Details; erfindungsreich und entscheidungsfreudig; sparsam, aber hilfsbereit; streng, aber fair", heißt es in der Geburtstagsausgabe.

"Der Titel einer TV-Sendung könnte nach Günther Grotkamp benannt worden sein: Hart, aber fair", sagt Bodo Zapp, langjähriger Chefredakteur der "Westfalenpost". Helmut Heinen, Herausgeber der "Kölnischen Rundschau" und viele Jahre Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger, lobt: "Günther Grotkamp ist derjenige in seiner Generation, der den besten Job in der Branche gemacht hat."

"Mit Respekt blicken wir auf das, was Sie für unsere Mediengruppe geleistet und erreicht haben. Sie sind der Architekt der WAZ-Gruppe und damit auch der heutigen Funke Mediengruppe. Stets das Wohl des Unternehmens im Blick, visionär und doch pragmatisch, intellektuell großzügig und effizient wirtschaftend, weltläufig und dem Ruhrgebiet verbunden - so erinnern sich viele von uns an Ihre Arbeit. Mit Ihren gleichermaßen verlegerischen wie unternehmerischen Entscheidungen und Ihrem entschlossenem Handeln haben Sie wesentlich dazu beigetragen, das Fundament für unser Medienhaus zu legen, das heute zu den führenden Unternehmen seiner Branche gehört. Die Grundlagen, die Sie gelegt haben, waren nicht nur besonders wertvoll und von unternehmerischer Weitsicht geprägt. Sie sind auch heute noch in gewisser Weise eine Blaupause für Funke", schreiben Michael Wüller und Manfred Braun, die Geschäftsführer der Funke Mediengruppe.

Für kress gehört Günther Grotkamp zu den 50 wichtigsten Medienmachern in der 50-jährigen kress-Geschichte. In der Jubiläumsausgabe von "kress pro" notieren die Juroren zu Günther Grotkamp: "Er kam 1960 als Justiziar in den WAZ-Verlag und übernahm schon bald Geschäftsführer-Aufgaben. Weil sich die Eigentümer-Familien Brost und Funke schon früh auch in den eigenen Reihen stritten, gehörte es auch zu Grotkamps Aufgaben, immer wieder Einigkeit herzustellen."

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