Beim DPRG-Neujahrsempfang: Hans-Ulrich Jörges kritisiert die "Süddeutsche Zeitung"

 

Hans-Ulrich Jörges warnt die Medien davor, Gerüchte aus den Sozialen Netzwerken aufzugreifen und ungeprüft zu verbreiten: "Wir in den etablierten Medien müssen aufpassen, dass wir uns mit dem, was in den asozialen Medien passiert, nicht infizieren", so Jörges am Donnerstagabend in Berlin beim Neujahrsempfang des Bundesvorstands sowie der Landesgruppe Berlin-Brandenburg der Deutschen Public Relations Gesellschaft. Jörges, der seit 2007 der "stern"-Chefredaktion angehört, ging hart mit der "Süddeutschen Zeitung" ins Gericht.

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte über den Inhalt eines Gerüchte-Dossiers über Donald Trump berichtet, das nicht verifiziert werden kann. Buzzfeed hatte es zuvor ins Netz gestellt, mit dem Hinweis, das Dossier sei von einem ehemaligen britischen Geheimdienst-Agenten zusammengestellt worden: "Wir müssen aus diesem Fall unsere Lehren ziehen, wir müssen unsere Standards verteidigen", sagte Jörges unter großem Beifall in Berlin. Und ergänzte: "Es gibt eine Gattungsgrenze, die darf nicht übersprungen werden. Sonst gehen wir zugrunde." Wenn Qualitätsmedien überleben wollen, dürfen sie nicht die Gerüchteküche anheizen, nur weil sie auf Twitter oder Facebook von anonymen Konten lebhaft diskutiert werden. (Lesen Sie dazu auch: "Einwurf: Franz Sommerfeld über von Donald Trump überforderte Journalisten"). Jörges selbst berichtete Ende der 1980er Jahre als Düsseldorfer Korrespondent für die "SZ".

Im Gespräch mit Sebastian Vesper vom Berliner Oberauer-Büro machte "Tagesspiegel"-Herausgeber Sebastian Turner beim DPRG-Neujahrsempfang klar, dass in den Sozialen Netzwerken schon 22 Personen so viel Krach machen könnten, als ob sich eine ganze Stadt gegen einen gestellt habe. "Aber dass ist nicht der Fall", so Turner, der die negativen Seiten der sozialen Netzwerke am eigenen Leib erfahren musste, als er OB-Kandidat in Stuttgart war. Man dürfe sich nicht von den locker auf dem Smartphone geschriebenen Tweets oder Facebook-Posts treiben lassen, empfahl er den Fachleuten aus der PR-Welt. 

Digitale Transformation Kernthema der PR 2017

2017 werde die PR sich vor allem mit der Digitalisierung beschäftigen müssen, erklärte der Berliner DPRG-Landesvorsitzende Steffen Ritter: "Die Digitale Transformation ist das Thema, das uns alle umtreibt", so Ritter: "Viele sind noch nicht vorbereitet."

Ritter und DPRG-Präsident Norbert Minwegen konnten am Donnerstagabend zahlreiche Mitglieder und Freunde der DPRG im Restaurant Cum Laude begrüßen, vor Ort waren unter anderem KRESS-Verleger Johann Oberauer, PR-Legende Gerhard A. Pfeffer (Gründer und Herausgeber vom "PR-Journal"), Sabine Clausecker, Mitinhaberin und Geschäftsführerin der Berliner Kommunikationsagentur CB.e Clausecker | Bingel AG, die frühere baden-württembergische Landesministerin Bilkay Öney, Stephan Becker-Sonnenschein, Die Lebensmittelwirtschaft, Mirco Hillmann, Sprecher Gazprom Germania, Patrick Kammerer, Coca-Cola, Torsten Rössing, Ewald & Rössing, Johannes Tiefensee, Leiter Public Affairs/Presse Berliner Wasserbetriebe. Themen vieler persönlicher Gespräche - Donald Trump, der anstehende Bundestagswahlkampf und die Berliner Landespolitik.

Hintergrund DPRG

Die DPRG ist der Deutsche Berufsverband für die gesamte PR-Branche. Gegründet im Jahr 1958, zählen zu den Kernanliegen des Vereins neben dem direkten Erfahrungsaustausch auch die Nachwuchsförderung und Qualitätssicherung. Den DPRG-Bundesvorstand bilden: Norbert Minwegen, Präsident; Philipp Schindera, Vizepräsident; Prof. Dr. Stefan Hencke, Vizepräsident; Sabine Clausecker, Schatzmeisterin; Thomas Lüdeke, Beisitzer, Themenschwerpunkt Nachwuchsförderung; Sybille Höhne, Beisitzerin, Themenschwerpunkt Verbandsmanagement; Christina Kahlert, Beisitzerin, Themenschwerpunkte Landesgruppen und Internationale PR ; Ferdinand von Reinhardstoettner, Beisitzer, Themenschwerpunkte Social Media, digitale Transformation; Thomas Zimmerling, Beisitzer, Themenschwerpunkt Public Affairs.

Ihre Kommentare
Kopf

Joseph Meyer

j-meyer.be

20.01.2017
!

Mir ist noch immer präsent vor Augen welch erbärmliche Figur Herr Jörges in der Talk-Runde zusammen mit Markus Lanz abgegeben hat, als die Beiden vereint Sahra Wagenknecht in übelster Manier beleidigt haben weil sie eine Reichensteuer eingefordert hatte. Deshalb "Nie wieder Jörges oder Lanz" für mich! Herr Jörges spricht von "unseren Qualitätsmedien" und das ist doch ein Witz, wenn man bedenkt wie verlogen weil schlecht bis überhaupt nicht recherchiert die Berichte dieser Massenmedien sind!


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