"Impulse"-Verleger Nikolaus Förster: "Schnäppchenkäufer bringen uns nicht weiter"

25.01.2017
 

Nikolaus Förster hat vor vier Jahren von Gruner + Jahr den Zuschlag für den Kauf des Magazins "Impulse" bekommen. Sein Ziel: eine hochwertige und profitable Medienmarke zu etablieren. Ist ihm das als Verleger und Chefredakteur gelungen?

"Information, Inspiration, Tipps und Kontakte - egal auf welchem Kanal", so beschreibt Nikolaus Förster die Erwartungen seiner Leser an "Impulse". Um diese zu erfüllen, setzt der Verleger und Chefredakteur längst nicht mehr nur auf das Printmagazin. Er hat nach dem Management-Buy-Out den Verlag auf verschiedene Säulen gestellt, unter anderem gründete er eine Akademie und bindet Abonnenten als Mitglieder stärker ein.

Das Konzept scheint aufzugehen. "Im ersten Jahr haben wir ein kleines Plus erzielt, im zweiten Jahr, vor allem durch Investitionen, fast eine halbe Million Euro Verlust gemacht. Seither nähern wir uns dem Break-even", erklärte Förster im Gespräch mit dem aktuellen "Wirtschaftsjournalist" (Ausgabe 6/2016).

Zwar schwächelte zuletzt der Anzeigenumsatz, im Jahr 2015 ging er um eine Million auf brutto rund 3,8 Millionen zurück. Aber Förster ist es gelungen, das mit einer zweimaligen, satten Erhöhung des Copypreises von jeweils 30 Prozent zu kompensieren. "Es gab kaum negative Reaktionen, die Kündigungsquote ist sogar zurückgegangen", sagt Förster. "Unsere Leser haben kein Geld-, sondern ein Zeitproblem. Sie suchen Relevanz, da spielen solche Preisunterschiede keine Rolle". Mit dem Thema sei die Redaktion offen umgegangen. "Ich habe im Heft und auf meinem Blog die Leser gefragt, wie viel ihnen "Impulse" wert ist. Darauf habe ich Dutzende von Antworten und konkrete Vorschläge erhalten. Das war sehr konstruktiv. Und wir wurden darin bestätigt, dass es für eine starke Medienmarke wie "Impulse" noch Preisspielraum gibt", so Förster.

Die Redakteure begreift Förster heute als Wissensarbeiter, die spezielle Inhalte an eine anspruchsvolle Zielgruppe, die Unternehmer, vermittelten. Wer "Impulse" abonniere, solle das tun, weil er die inhaltliche Qualität und den Nutzen schätze. "Schnäppchenkäufer bringen uns nicht weiter", so Förster.

kress.de-Tipp: Das gesamte Gespräch lesen Sie in der aktuellen Ausgabe des "Wirtschaftsjournalist". Die Zeitschrift gibt es im Newsroom-Shop, oder auch digital - als E-Paper im iKiosk.

Der "Wirtschaftsjournalist" (Chefredakteurin: Susanne Lang) erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer.

Hintergrund: Nikolaus Förster, 48, ist seit 2009 Chefredakteur von "Impulse" und seit Januar 2013 geschäftsführender Gesellschafter der Impulse Medien Gesellschaft (rund 40 Mitarbeiter), in der das Wirtschaftsmagazin erscheint. Der Geisteswissenschaftler (Germanistik, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft), der an der Universität Bonn über die "Wiederkehr des Erzählens" promovierte, gehörte zur Entwicklungsredaktion der "Financial Times Deutschland" (FTD) und leitete an 2002 das "Agenda"-Ressort.

"Impulse": Im Zuge eines Management-Buy-outs erwarb Förster zusammen mit dem Minderheitsgesellschafter Dirk Möhrle das Magazin "Impulse" von Gruner + Jahr. Die verkaufte Auflage beträgt aktuell 73.194 Exemplare (III/2016), gut die Hälfte (52 Prozent) davon sind Abonnenten. 2015 gründete Nikolaus Förster zusammen mit dem Unternehmer Stephan Kowalski die Impulse Akademie.

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