DuMont hält bei Sozialplan Wort - neuer Newsroom im März komplett arbeitsfähig

 

Die Kölner DuMont Mediengruppe hält Wort und nimmt für den Umbau ihres Berliner Standortes viel Geld in die Hand. Der Sozialplan und die freiwillige Betriebsvereinbarung, die Berliner Verlag, Gewerkschaft und Betriebsrat getroffen haben, gibt betroffenen Beschäftigten ihren Arbeitsplatz nicht zurück. Aber er lässt sie weicher fallen.

Im Oktober 2016 hatte die DuMont Mediengruppe ihren Fahrplan für den Standort Berlin mitgeteilt und verkündet, einen "neuartigen integrierten Newsroom" für "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" aufzubauen, Jochen Arntz, Elmar Jehn und Thilo Knott wurden zu Chefredakteuren berufen. Am 1. November hat das "Team mit spezifischen Zuständigkeiten" am neuen Standort in Berlin Kreuzberg (Alte Jakobstraße) seine Arbeit aufnehmen; der neue Newsroom soll im März komplett arbeitsfähig sein. Thilo Knott verantwortet die digitale Strategie, Jochen Arntz steht für die "Berliner Zeitung" und Elmar Jehn für den "Berliner Kurier".

DuMont betonte, dass dieser Schritt ein ausdrückliches Bekenntnis zur publizistischen Qualität an ihrem Berliner Standort sei. Nur der Erhalt von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" sichere die publizistische Vielfalt in der Hauptstadt.

Im neuen Newsroom sind 140 Stellen vorgesehen, 30 Stellen entfallen auf die Hauptstadtredaktion und  Berlin24 Digital GmbH. Etwa 110 neue Stellen werden in der Berliner Newsroom GmbH geschaffen. Insgesamt fallen in Berlin "in der Summe" 50 Stellen weg, für alle anderen Positionen konnten sich nicht nur die bisherigen Redakteure von "Berliner Zeitung" und "Berliner Kurier" bewerben, auch von außen waren Bewerbungen möglich. Nach kress.de-Infos hat es für die Stellen in der neuen Redaktion insgesamt 450 qualifizierte Bewerbungen gegeben.

"Jede Stelle, die wegfällt, bedeutet für die oder den Betroffenen eine soziale Härte. Die DuMont-Gruppe wird sich um jeden einzelnen Fall kümmern, wie es in diesem Hause Tradition ist. Soziale Verantwortung gehört zur Kultur des Kölner Medienhauses", hatte DuMont-Aufsichtsrat Hans Werner Kilz im kress.de-Interview versprochen. Und das Kölner Traditionshaus hält Wort.

Bei der Personalversammlung heute Mittag haben die Geschäftsführer Michael Braun, Jens Kauerauf und Personalchef Christian Hesse zusammen mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften die Pläne vorgestellt:

- Der Sozialplan sieht eine Grundabfindung vor, die sich aus der Betriebszugehörigkeit ergibt, die mit dem Faktor 0,5 und dem Bruttomonatsgehalt multipliziert wird. Berücksichtigt wird dabei ein Bruttomonatsgehalt von maximal 6.200 Euro. Die Grundabfindung ist auf 120.000 Euro begrenzt. 

- Darüber hinaus gibt es Zuschläge für Kinder (je 2.500 Euro) und für Schwerbehinderte (ab 50 Prozent, 2.500 Euro). 

- Da die Lage für bestimmte Altersgruppen deutlich schwieriger wird auf dem Arbeitsmarkt, sieht der Sozialplan darüber hinaus einen Arbeitsmarktzuschlag vor: Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die das 50. Lebensjahr abgeschlossen haben und höchstens 62 Jahr alt sind, sind Zahlungen zwischen 2.000 und 15.000 Euro vorgesehen. Weiterhin startet am 1. März 2017 eine Transfergesellschaft mit einer zwölfmonatigen Laufzeit mit einer 80-prozentigen Vergütung des monatlichen Nettogehalts. 

- Für Qualifizierungsmaßnahmen innerhalb der Transferagentur und der Transfergesellschaft sind bis zu 5.000 Euro vorgesehen.

- Zudem haben sich Verlag und Arbeitnehmervertreter auf eine freiwillige Betriebsvereinbarung verständigt, die für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mit dem Unternehmen eine einvernehmliche Trennungsvereinbarung abschließen, nochmals weitergehende Leistungen vorsieht. 

- So wird die Berechnungsgrenze von 6.200 Euro Bruttomonatsgehalt aufgehoben und der Abrechnungsfaktor auf insgesamt 0,7 erhöht. Der Deckelungsbetrag für die Grundabfindung wird in diesem Fall auf 130.000 Euro erhöht.

- Zusätzlich bietet diese Vereinbarung eine Einigungsprämie von bis zu 15.000 Euro. Weitere Aspekte wie beispielsweise der Wechsel in die Transfergesellschaft und Qualifizierung gelten auch hier.

Das neue Konzept für Berlin soll helfen, den Standort profitabel betreiben zu können. Spätestens 2018 will der DuMont-Vorstand endlich auch in Berlin schwarze Zahlen schreiben.

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