Neue Reihe "Wir fragen unsere kressköpfe": Sabine Eckhardt ist in den P7S1-Vorstand aufgestiegen - was ist ihr Erfolgsrezept?

 

Als Berufsanfängerin hatte Sabine Eckhardt einen Traum: Sie studierte Germanistik, Philosophie und BWL und wollte Journalistin werden. Doch es kam anders: Die heute 44-Jährige sitzt auf einem Vorstandssessel bei der ProSiebenSat.1 Media SE - als Chief Commercial Officer. In unserer neuen Interview-Reihe "Wir fragen unsere kressköpfe" wollten wir von Sabine Eckhardt wissen, wie eine Germanistik-Studentin Vorstand eines DAX-Konzerns wird - und was ihr Erfolgsrezept ist.

kress.de: Frau Eckhardt, erst einmal noch ein herzlichen Glückwunsch zu den neuen Aufgaben. Mit welchen Vorsätzen sind Sie sie angegangen?

Sabine Eckhardt: Ganz vielen Dank für die Glückwünsche! Ich möchte Brücken bauen, da ich der Überzeugung bin, dass das ganz grundlegend für unser aller Zusammenleben ist - persönlich wie geschäftlich. Die Strukturen in unserer Gesellschaft und in der Geschäftswelt sind hoch komplex. Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, zu verbinden und Silo-Denken zu überwinden. Ich möchte mich dem Thema Leadership annehmen und die Bedeutung von Werten und von Diversität noch stärker betonen. Dazu benötigt man die Fähigkeit, Dinge aus den unterschiedlichsten Perspektiven zu betrachten - und stets auch zu hinterfragen. Tatsächlich ist Hinterfragen vermeintlich feststehender Dinge fast so etwas wie mein Erfolgsrezept geworden. Damit werde ich fortfahren.

kress.de: Von der Germanistik-Studentin zum DAX-Vorstand: Wie sehr müssen Sie sich selbst noch die Augen reiben, wenn Sie an Ihren Werdegang bei ProSiebenSat.1 zurückdenken? Ab wann war Ihnen klar, dass Journalismus die möglicherweise weniger spannende Wahl für Sie war?

Sabine Eckhardt: Die Schellingstraße 3 (das Institut für Sprach- und Literaturwissenschaften der LMU München, Anm. d. Redaktion) und meine Studentenzeit habe ich sehr positiv in Erinnerung. Grundsätzlich können sich Führungskräfte mit den verschiedensten Qualifikationen zu Vorständen entwickeln. Daher glaube ich, dass die Frage nach der Ausbildung allein zu kurz greift. In der heutigen Zeit ist es sehr, sehr selten geworden, dass jemand den gelernten Beruf bis zur Rente ausübt - Menschen müssen sich oft verändern und unterschiedlichen Herausforderungen stellen. Wer Veränderung wie ich positiv empfindet und sich über Gestaltungsmöglichkeiten freut, für den kann damit ein Aufstieg verbunden sein. Mein Karriereschritt jetzt gibt mir noch mehr Möglichkeiten zur Gestaltung und das bedeutet auch, Dinge in die Zukunft zu führen. Darauf freue ich mich.

kress.de: Sie haben im Haus viele Stationen durchlaufen und vieles kennengelernt, mit geprägt und mit aufgebaut: Wie sehr stärkt Sie dieser Rundumblick auf das Unternehmen und was sind Stärken, mit denen Sie sich für die Vorstandsarbeit gewappnet haben?

Sabine Eckhardt: Ich bin tatsächlich schon lange hier im Konzern, zwölf Jahre sind es jetzt. Ich habe in dieser Zeit schon viele unterschiedliche Aufgaben - und damit unterschiedliche Perspektiven einnehmen dürfen. Dabei habe ich immer wieder gesehen, dass wir durch Brückenbauen, durch das Zusammenfügen einzelner Teilbereiche in etwas Übergreifendes, Gemeinsames, langfristig viel mehr herausbekommen als die Summe der einzelnen Teile. Ich glaube, das ist nicht nur meine persönliche Sichtwiese sondern letztendlich ein globaler Trend, stark befeuert durch die Digitalisierung. Für die Zukunft ist es unabdingbar, die unterschiedlichsten Bereiche stärker zu verschmelzen. Stetiges Hinterfragen, Trends zu erkennen, die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen und sie anschließend für unser Geschäftsfeld auf die Straße zu bringen - das werden die Herausforderungen für uns sein und auch darauf freue ich mich.

kress.de: Wie würden Sie Ihren eigenen Arbeitsstil beschreiben, was hat sich als gutes Motto bewährt - und wie motivieren Sie sich für Aufgaben, vor denen man auch mal ein wenig mehr Respekt haben muss?

Sabine Eckhardt: Ich bin entscheidungsstark und in der Zusammenarbeit diplomatisch. Großen Aufgaben nähere ich mich immer mit Respekt - aber auch voller Tatendrang.

kress.de: Woraus ziehen Sie Ihre Energie und wie oft und bei welchen Gelegenheiten gelingt es Ihnen, auch mal nicht an die Arbeit zu denken?

Sabine Eckhardt: Ich gehe gerne Laufen, dabei kann ich hervorragend denken und gleichzeitig Energie tanken. Außerdem habe ich eine hohe Affinität zu Kunst und gehe so oft ich kann in Museen und Ausstellungen. Solche Besuche sind immer eine Quelle für Inspiration und Innovation. Und ich reise für mein Leben gern, es gibt so viel zu entdecken - und zu genießen.

kress.de: Welche Neuigkeiten und beruflichen Inspirationen ziehen Sie aus Ihrer Lektüre von kress.de?

Sabine Eckhardt: Ich schätze vor allem den kressblitz: schnelle Branchennews, gut recherchiert - genau das Richtige, um im Lauf des Tages informiert zu bleiben.

kress.de: Warum haben Sie sich ein "kressköpfe"-Profil angelegt und wie wichtig ist es für die Arbeit in Ihrem Netzwerk?

Sabine Eckhardt: Netzwerkpflege ist ein wichtiger Aspekt in unserem Geschäft und dazu nutze ich gerne auch die "kressköpfe".

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