Robert Schneider baut bei "Focus" um: Weniger Ressorts, Düsseldorf und München schließen - Bekenntnis zu Berlin

 

"Focus"-Chefredakteur Robert Schneider, seit März 2016 am Ruder, greift durch. Das Nachrichtenmagazin entsteht zukünftig komplett in Berlin, die Redaktions-Büros in München und Düsseldorf (hatte "kress pro" bereits gemeldet) werden zugesperrt. Das bedeutet auch, dass neun Mitarbeiter gehen müssen. Eine mögliche Weiterbeschäftigung wird laut Hubert Burda Media derzeit geprüft.

Zudem hat der Verlag heute Mittag in einer Redaktionsversammlung den Mitarbeitern das Angebot unterbreitet, gegen Zahlung einer Abfindung freiwillig zu kündigen. Nach kress.de-Infos betragen die Abfindungen 1 Monatsgehalt pro Jahr Zugehörigkeit bzw. 1,2 Monatsgehälter pro Jahr Zugehörigkeit, wer sich bis zum 20. April entscheidet.

Aus bisher elf werden beim "Focus" nun drei Ressorts: "Politik und Wirtschaft", "Wissen und Gesundheit" und "Kultur und Leben". Wer die Ressorts zukünftig leiten wird, steht noch nicht fest. Nach kress.de-Infos soll vor der Entscheidung erst einmal geprüft werden, wer das Abfindungsangebot ablehnt und die Zukunft von "Focus" als modernes Nachrichtenmagazin mitgestalten wird. Zukünftig will das Magazin, das Helmut Markwort einst gemeinsam mit Verleger Hubert Burda in München gegründet hat und dessen Erstausgabe am 18. Januar 1993 erschien, noch stärker auf freie Autoren setzen.

Chefredakteur Robert Schneider zeigt sich in der offiziellen Verlagsmitteilung betroffen: "Die Redaktion verliert nicht irgendwelche Arbeitsplätze, sie verliert Kollegen. Das schmerzt die betroffenen Mitarbeiter - und die gesamte Redaktion." Laut Schneider tragen die Schließungen des Münchner und Düsseldorfer Büros dem neuen Charakter des Nachrichtenmagazins Rechnung: "Das Heft entsteht in Berlin. Von dort aus recherchiert, schreibt, plant und baut die Redaktion das komplette Heft." Für Schneider ist es ein Bekenntnis zur Bundeshauptstadt: "Jede einzelne Focus-Redakteurin, jeder einzelne Redakteur ist in Berlin direkt an der Entwicklung ihrer, seiner Story beteiligt. Der Umbruch wird die Redaktion wirklich fordern. Er bedeutet aber auch eine große Chance, das Heft noch zupackender, aufregender und unverwechselbarer zu machen."

Geschäftsführer Burkhard Graßmann sagt: "Dass mit diesen notwendigen Veränderungen der Verlust von Arbeitsplätzen verbunden ist, tut uns aufrichtig Leid. Wir tun unser Bestes, damit der Übergang für jeden betroffenen Kollegen akzeptabel ist." Wie hoch die Abfindungen sind, die der Verlag den Redakteuren beim "Focus" anbietet, wollte eine Sprecherin am kress.de-Telefon nicht sagen.

Hintergrund "Focus Magazin"

"Chefredakteur vom "Focus" ist Robert Schneider, der Chefredaktion gehören offiziell außerdem an Markus Krischer und Wolfgang Reuter als stellvertretende Chefredakteure, Ulrich Reitz als Editor-at-Large und Jörg Harlan Rohleder als Creative Director. Berater des Chefredakteurs ist der frühere "Bild am Sonntag"-Chefredakteur Walter Mayer. Geschäftsführende Redakteurin ist Cosima Jäckel, Chefreporter Margarete van Ackeren und Josef Hufelschulte, Autor Daniel Goffart. Verleger ist Hubert Burda, Geschäftsführer Burkhard Graßmann, CFO BurdaNews GmbH Gunnar Scheuer. Anzeigenchef ist Kai Sahlfeld, Vertriebschef Markus Cerny. "Focus" erscheint in einer verkauften Auflage von 480.339 Exemplaren (IVW 4/2016). Die Redaktion vom "Focus" Magazin arbeitet unabhängig von Focus Online. Chefredakteur von Focus Online ist Daniel Steil, stellvertretende Chefredakteurin Katja Hertin. Geschäftsführer der Focus Online Group GmbH sind Daniel Steil, Jürgen Schlott und Andreas Laube.

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