Daniel Drepper führt BuzzFeed Deutschland: "Perfekter Zeitpunkt, um BuzzFeeds digitale Expertise für deutschen Journalismus zu nutzen"

31.03.2017
 

Heute ist der letzte Arbeitstag von Daniel Drepper (31) beim gemeinnützigen Recherchebüro Correctiv. Am Samstag, 1. April, startet er als Chefredakteur von BuzzFeed Deutschland. "Ich freue mich sehr auf die Aufgabe, guten Journalismus ins Zeitalter der sozialen Medien zu tragen. Darauf, von BuzzFeed-Kollegen auf der ganzen Welt zu lernen. Und darauf, das Relevante interessant zu machen. Ich glaube, dass dies der perfekte Zeitpunkt ist, um BuzzFeeds digitale Expertise für den deutschen Journalismus zu nutzen", so Drepper.

Bislang habe sich BuzzFeed in Deutschland vor allem auf Entertainment konzentriert - und das sehr erfolgreich. In den kommenden Monaten werde man nun zusätzlich ein Newsteam aufbauen, kündigt Drepper auf seiner Facebook-Seite an.

"Ich beobachte BuzzFeed schon seit Jahren und habe großen Respekt vor der Arbeit der Kollegen, sowohl im Entertainment-, als auch im News-Bereich. Deshalb freue ich mich, dass ich in Zukunft eng mit den Chefredakteuren in London (Janine Gibson) und Paris (Cecile Dehesdin) zusammen arbeiten darf", so Drepper weiter.

In Deutschland werde man das bestehende Team langsam ausbauen: "Wir werden ausprobieren und uns auf einige Themen konzentrieren, die in meinen Augen zu wenig Aufmerksamkeit erfahren. Wir werden zum Beispiel über Rassismus berichten, über soziale Ungerechtigkeit und über die LGBTQ-Community."

Rückblickend sagt Drepper: "Ich hatte eine großartige Zeit bei Correctiv. Viereinhalb Jahre hat mich das Projekt von der Idee über die Gründung bis heute begleitet. Ich habe unglaublich viel gelernt. Wir haben viele Recherchen veröffentlicht, wir haben auch Dinge ausprobiert. Kooperationen mit Dutzenden Medien, Datenjournalismus, Crowdfunding und Crowdsourcing, Videos, Dokumentationen - und ein Buch habe ich auch geschrieben. Ich danke allen, die dabei geholfen haben, dass Correctiv heute auf so stabilen Füßen steht. Wir haben viele spannende Sachen gemeinsam angeschoben. Unser Team werde ich sehr vermissen."

Hintergrund: Daniel Drepper hat als Senior Reporter des gemeinnützigen Recherchezentrums correctiv.org gearbeitet. Zuletzt schrieb er ein Buch über den Kampf um gute Pflege: "Jeder pflegt allein: Wie es in deutschen Heimen wirklich zugeht". Drepper war bis Ende Mai 2014 Fellow am Stabile Center for Investigative Journalism und Scholar am Brown Institute for Media Innovation der Columbia University in New York City. Er arbeitete von 2010 bis 2013 für das Recherche-Ressort der heutigen Funke-Mediengruppe. Dort gewann er unter anderem einen Wächterpreis und wurde als Journalist des Jahres in der Kategorie Newcomer ausgezeichnet. Drepper war unter anderem freier Journalist für den Deutschlandfunk, den WDR, "Zeit Online" und die "FAZ". Zudem gründete er für die WAZ-Gruppe die Recherche-Plattform fussballdoping.de, die für den Grimme-Online-Award nominiert wurde. Der diplomierte Journalist schrieb seine Abschlussarbeit über das Informationsfreiheitgesetz.

BuzzFeed wurde 2006 von Jonah Peretti gegründet, Hauptsitz ist in New York. In den letzten Jahren kamen Ableger in Frankreich, Großbritannien und Deutschland hinzu. 2014 eröffnete man ein Büro in Berlin. Als Chefredakteurin wirkte bis Januar 2016 Juliane Leopold. Seitdem verantwortete Sebastian Fiebrig als Editorial Director BuzzFeed Germany das Online-Angebot. Fiebrig soll sich nach dem Einstieg von Daniel Drepper (weiter) um unterhaltendere Themen kümmern. Auf Twitter bezeichnet er sich als "Captain der Spaßeinheit".

Ihre Kommentare
Kopf
Inhalt konnte nicht geladen werden.