"Intelligent Printvertising": Wie Adnymics-Chef Dominik Romer Publisher für Paket-Broschüren gewinnen will

 

Print und Online sind für Dominik Romer, CEO und Gründer des Münchner Startups Adnymics, keine unvereinbare Geschäftswelten - im Gegenteil. Er lässt Paketen individualisierte Werbebroschüren beilegen, die just in time gedruckt werden und die ihre Empfänger persönlich ansprechen - je nach den Einkaufsvorlieben. "Wir lieben Print", sagt er über das neue Werbemittel, das zu hohen Wiederkaufsraten führt.

"Wir glauben stark an die Vertrauenskraft des Mediums Papier", ist das Credo des Jungunternehmers, der bereits für Werbepartner wie den Möbelhändler Kare sowie Versandunternehmen wie Docdate, tausendkind.de, Found4you und ambientedirect.com arbeitet. Mit 30 Mitarbeitern steuert Adnymics dabei eine direkte Ansprache von Endverbrauchern, die Mechanismen des Online-Retargetings nutzt - auf bedrucktem Papier. Das liegt Romer tatsächlich sehr am Herzen, immerhin hat er selbst Druck- und Medientechnik studiert.

Wer beim Mode-Versandhändler Waren bestellt, erhält dank der Adnymics-Unterstützung im Päckchen je nachdem acht-, zwölf- oder 16-seitige Broschüren beigelegt, die schon auf der Titelseite den Besteller mit Namen ansprechen. Im Innenteil sind dann Angebote aufgeführt, die exakt zur bisherigen Einkaufshistorie und den Vorlieben des Bestellers passen. Naturgemäß erscheint jeder individueller Kundenprospekt somit in "Auflage: eins". Technisch macht das eine digitale Druckmaschine möglich, die direkt beim Logistikpartner steht und mit der die Pakete kundenspezifisch bestückt werden.

"Es ist Retargeting im Printbereich - nach denselben Mechaniken, wie man sie sonst nur aus dem Onlinebereich kennt", sagt Domnik Romer. Sein Junior Marketing Manager Florian Klötzler ist dabei stolz darauf, dass Adnymics so eine Print-Werberform entwickelt hat, "die es so vorher noch nicht gab".

Eigene Erhebungen weisen ihr eine hohe Wirkung nach: So sehen sich die so aktivierten Kunden beim nächsten Einkauf im Onlineshop drei Mal mehr Produkte als zuvor an. Außerdem werden sie zehn Mal häufiger zu Wiederkäufern. Der Wert ihrer Warenkörbe steigt jeweils um 15 Prozent. "Durch Papier getriggerte Warenkörbe sind größer", so CEO Romer. "Papier schneidet immer besser ab", sagt er über den Werbemittelvergleich.

Während Agenturen und sogar Mediaagenturen immer bereitwilliger auf die Adnymics-Ideen anspringen, wünscht sich das junge Münchner Unternehmen mehr Schulterschlüsse mit Publishern. Empfehlungen etwa für ein weiteres Zeitschriftenangebot oder andere Verlagstitel ließen sich über personalisierte Broschüren individuell aussteuern. Außerdem könnten Content-Partner auch bei der inhaltlichen Gestaltung der Adnymics-Broschüren zum Zuge kommen. "Wir strecken stark unsere Fühler in Richtung Content-Marketing aus - mit individuellen redaktionellen Inhalten", sagt Dominik Romer.

kress.de-Tipp: Wie das Adnymics-Business-Modell genau funktioniert, was der individualisierte Broschüren-Einsatz kostet und wo sich Kooperationen mit Verlagen anbieten, erfährt man im gedruckten "kress pro" (02/2017). Zur "kress pro"-Einzelheftbestellung. "kress pro" gibt es auch im iKiosk

Hintergrund: "kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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