Zitate-Ranking von Media Tenor: "Spiegel" vor "Bild" und "Bild am Sonntag"

 

Das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" (Chefredakteur: Klaus Brinkbäumer, Foto) führt das Zitate-Ranking von Media Tenor vor "Bild" und "Bild am Sonntag" im ersten Quartal 2017 an. Die "Süddeutsche Zeitung" verliert dagegen an Resonanz, haben die Analysten ermittelt. Die ganze Übersicht auf kress.de.

"Viele Verlage verkünden wieder schwarze Zahlen. Wer mit exklusiven Inhalten auf sich aufmerksam machen kann, muss sich keine Sorgen um die Zukunft machen", erklärt Roland Schatz, Gründer und CEO von Media Tenor International die aktuellen Trend-Daten des Media Tenor Zitate-Rankings. "Die Angriffe von Trump auf unseren Berufsstand sind der beste Beleg, einem breiten Publikum die Notwendigkeit von unabhängigen und exklusiven Informationen zu demonstrieren. Die aktuellen GFK-Umfragen zum Image der Journalisten sind ein Beleg, dass saubere Recherche auch international Anerkennung findet."

Vor allem die großen Auslandsthemen - die neue Präsidentschaft in den USA oder der Brexit - sorgen dafür, dass verstärkt Auslandsmedien wie "New York Times", "Washington Post" oder das "Wall Street Journal" zitiert werden.

Auch bei den Themenkompetenzen zeigen sich im ersten Quartal 2017 deutliche Veränderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum: Die "Bild am Sonntag" hat laut der exklusiven Media-Tenor-Untersuchung den besten Start in das Wahljahr 2017 und verdrängt den "Spiegel" von Platz 1 bei Themen zur Parteipolitik. Beide Titel der "Welt"-Gruppe tragen dazu bei, dass Axel Springers "Blaue Gruppe" beim Thema Asyl/Flüchtlinge am meisten zitiert wird, nachdem dieses Thema 2016 noch die Domäne von "Bild" und "Bild am Sonntag" war. Bei Inhalten zur Inneren Sicherheit bleibt der "Spiegel" weiterhin die Nummer 1, während die Hamburger ihre führende Rolle in Sachen exklusive Inhalte zur EU deutlich verlieren: Hier liegt nun - Achtung: Brexit - die "Times" aus England vorn, aber auch "Bild", "Welt am Sonntag" und "Frankfurter Allgemeine Zeitung" erhalten überregional für ihre EU-Kompetenz Aufmerksamkeit.

Im Vergleich der Wirtschaftsmedien behauptet das "Handelsblatt" seine Spitzenstellung beim Themensetzen und landet insgesamt auf Rang 9 - noch vor dem "Wall Street Journal". Die "Financial Times" verliert weiter an Bedeutung und kommt nur noch auf Gesamtrang 20. Die "Wirtschaftswoche" schafft es nicht mehr unter die Top 20.

Im Regionalzeitungsvergleich kann der "Tagesspiegel" seine Führungsrolle zurückgewinnen, nachdem im gleichen Zeitraum 2016 noch die "Rheinische Post" vorne lag. Beide Titel können bundesweit ihre Bedeutung mit einem Platz unter den Top 20 festigen.

Was auffällt - insgesamt wurden die Recherchen der Redaktionen deutlich weniger zitiert als im Vorjahr: 5861 Zitate gegenüber 6702 Zitate im Vorjahreszeitraum. Verliert das saubere Zitieren mit Quellenangabe an Wert oder haben alle Medien jetzt vor allem eigene Geschichten im Blatt?

Die Top 20 der meistzitierten Medien in den ersten drei Monaten 2017:

1. "Der Spiegel" (Chefredakteur: Klaus Brinkbäumer; Stellvertretende Chefredakteure: Susanne Beyer, Dirk Kurbjuweit, Alfred Weinzierl). 291 Zitate.

2. "Bild"-Zeitung (Vorsitzender der Chefredaktionen und Chefredakteur Digital: Julian Reichelt; Chefredakteurin Zeitung: Tanit Koch; Chefredakteur für digitale Entwicklungsprojekte: Manfred Hart. Stellvertreter der Chefredakteure: Daniel Böcking (Digital), Matthias Brügelmann (Print), Ulrike Zeitlinger-Haake (Print). Mitglieder der Chefredaktion: Nikolaus Blome, Martin Brand, Martin Heidemanns, Florian von Heintze, Bettina Kochheim, Mandy Sachse, Wolf-Ulrich Schüler, Walter M. Straten). 279 Zitate.

3. "Bild am Sonntag" (Vorsitzender der Chefredaktionen: Julian Reichelt; Chefredakteurin: Marion Horn; Stellvertretender Chefredakteur: Tom Drechsler). 209 Zitate.

4. "New York Times" (Herausgeber: Arthur Ochs Sulzberger jr.; Chefredakteur: Dean Baquet; Stellvertretender Chefredakteur: Joseph Kahn). 192 Zitate.

5. "Süddeutsche Zeitung" (Herausgeber: Johannes Friedmann, Albert Esslinger-Kiefer, Thomas Schaub, Christoph Schwingenstein; Chefredakteure: Kurt Kister, Wolfgang Krach; Mitglied der Chefredaktion, Innenpolitik: Heribert Prantl; Mitglied der Chefredaktion, Digitale Projekte: Stefan Plöchinger). 160 Zitate.

6. "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Herausgeber: Werner D'Inka, Jürgen Kaube, Berthold Kohler, Holger Steltzner). 144 Zitate.

7. "Washington Post" (Herausgeber: Frederick J. Ryan Jr.; Chefredakteur: Martin Baron). 124 Zitate.

8. "Welt am Sonntag" (Herausgeber: Stefan Aust; Chefredakteure: Ulf Poschardt; Peter Huth; Stellvertreter der Chefredakteure: Arne Teetz, Oliver Michalsky; Stellvertretende Chefredakteurin: Dagmar Rosenfeld). 118 Zitate.

9. "Handelsblatt" (Verleger: Dieter von Holtzbrinck; Herausgeber: Gabor Steingart; Chefredakteur: Sven Afhüppe; Stellvertretende Chefredakteure: Peter Brors, Thomas Tuma). 118 Zitate.

10. "Wall Street Journal" (Herausgeber: Rupert Murdoch; Chefredakteur: Gerard Baker; Stellvertretender Chefredakteur: Matthew J. Murray). 114 Zitate.

11. "Die Welt" (Herausgeber: Stefan Aust; Chefredakteur: Ulf Poschardt; Stellvertreter des Chefredakteurs: Peter Huth, Oliver Michalsky, Arne Teetz; Stellvertretende Chefredakteurin: Dagmar Rosenfeld). 108 Zitate.

12. "Der Tagesspiegel" (Verleger: Dieter von Holtzbrinck; Herausgeber: Giovanni di Lorenzo, Sebastian Turner; Chefredakteure: Stephan-Andreas Casdorff, Lorenz Maroldt). 101 Zitate.

13. Redaktionsnetzwerk Deutschland (Chefredakteur: Wolfgang Büchner; Mitglieder der Chefredaktion: Rüdiger Ditz, Marco Fenske, Matthias Koch). 92 Zitate.

14. "Rheinische Post" (Herausgeber: Karl Hans Arnold, Man­fred Droste, Flo­rian Merz-Betz, Irene Wen­de­roth-Alt; Ehren-Herausgeberin: Esther Betz; Chefredakteur: Michael Bröcker; Stellvertretende Chefredakteure: Horst Thoren, Stefan Weigel; Mitglied der Chefredaktion: Eva Quadbeck). 87 Zitate.

15. CNN (Präsident: Jeff Zucker). 82 Zitate.

16. "Die Zeit" (Chefredakteur: Giovanni di Lorenzo; Stellvertretende Chefredakteure: Moritz Müller-Wirth, Sabine Rückert, Bernd Ulrich; Mitglieder der Chefredaktion: Malin Schulz, Holger Stark, Stefan Willeke). 77 Zitate.

17. "The Times of London" (Herausgeber: Rupert Murdoch; Chefredakteur: John Witherow). 69 Zitate.

18. "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (Herausgeber: Werner D'Inka, Jürgen Kaube, Berthold Kohler, Holger Steltzner). 68 Zitate.

19. WDR (Chefredakteurin: Sonia Mikich). 67 Zitate.

20. "Financial Times" (Chefredakteur: Lionel Barber). 66 Zitate.

kress.de-Übersicht: Meistzitierten Medien zu unterschiedlichen Themen

Innere Sicherheit / Spionage / Kriminalität

1. "Der Spiegel"

Einordnung Roland Schatz: "Zu Themen wie Innere Sicherheit, Terror und Kriminalität verbessert der "Spiegel" sein Standing und wird inzwischen wieder deutlich intensiver zitiert als die zweitplatzierte "Bild" und das Recherche-Netzwerk um "Süddeutsche", NDR und WDR.

"Parteien/Parteipolitik

1. "Bild am Sonntag"

Einordnung Roland Schatz: "Zu Beginn des Superwahljahres 2017 verschafft sich die "Bild am Sonntag" die größte Aufmerksamkeit zu parteipolitischen Themen und dem Parteien-Streit. Anlassgemäß dringen die Sender mit ihren Umfrage-Partnern stärker ins öffentliche Interesse."

Flüchtlinge/Asylpolitik

1. "Die Welt"

Einordnung Roland Schatz: "War die "Bild"-Gruppe lange Zeit tonangebend in der Debatte um Einwanderung und Asylpolitik, so machen im ersten Quartal 2017 inzwischen vor allem die "Welt"-Titel zu diesen Themen von sich reden."

Außenpolitik

1. "Bild"

Einordnung Roland Schatz: "Die "Bild" landet mit dem Trump-Interview den größten Scoop im ersten Quartal 2017. Deutlich besser positionierte sich auch die Washington Post, die mit ihrer Berichterstattung über verschwiegene Russland-Kontakte von US-Justizminister Sessions auf sich aufmerksam machte."

EU-Politik

1. "The Times of London"

Einordnung Roland Schatz: "Zur EU-Politik wurde die "Times of London" in deutschen Meinungsführer-Medien am häufigsten zitiert, noch vor den deutschen Medien. Der "Spiegel" - 2016 noch meistzitiert zu EU politischen Themen - verliert deutlich an Einfluss."

Automobil

1. "Bild am Sonntag"

Einordnung Roland Schatz: "Der Abgasskandal bei den Autobauern war eindeutig das bestimmende Zitate-Thema in der Unternehmens-Berichterstattung. Die Titel der "Bild"-Gruppe gaben hier klar den Ton an, in erster Linie die "Bild am Sonntag"."Banken1. "Bild am Sonntag"Einordnung Roland Schatz: "Die Aufregung um die Bankenbranche, allen voran die Verwicklungen der Deutschen Bank, hat sich zu Beginn des Jahres 2017 etwas gelegt. Nicht die Wirtschaftsmedien waren zur Bankenbranche in Q1 tonangebend, sondern die Sonntagszeitungen."

E-Technik / IT

1. "Wall Street Journal"

Einordnung Roland Schatz: "Mit seinen exklusive Informationen zum Markt von Smartphones, zur Bedeutung und Entwicklung von Social Media App-Entwicklern oder zum Kampf der Suchmaschinen-Anbieter wird vor allem das "Wall Street Journal" zitiert."

Hintergrund: Die Auswertung

Insgesamt wurden von den Analysten um Roland Schatz im ersten Quartal 2017 in den Politik- und Wirtschaftsteilen der 40 deutschen Meinungsführermedien 5861 Zitate (Vorjahr 1. Quartal: 6702 Zitate) ausgewertet. Jeder Artikel wird von den Analysten gelesen und jedes Zitat auf seine Relevanz geprüft, zudem überprüfen sie, ob eine inhaltliche Recherche-Leistung mit dem Zitat verknüpft ist und Nachrichten transportiert werden oder nicht.

Untersucht wurden "Berliner Zeitung", "Bild", "Die Welt", "Frankfurter Allgemeine Zeitung", "Frankfurter Rundschau", "Leipziger Volkszeitung", "Süddeutsche Zeitung", "taz", "Tagesspiegel", ARD Tagesschau und Tagesthemen, ZDF Heute und Heute Journal, Bericht aus Berlin, Berlin direkt, Fakt, Frontal 21, Kontraste, Monitor, Panorama, Plusminus, Report (BR), Report (SWR), Börse im Ersten, "Die Zeit", "Focus", "Spiegel", "Stern", "Super Illu", "Brand Eins", "Bild am Sonntag", "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung", "Welt am Sonntag", "Handelsblatt", "Wirtschaftswoche", "Capital", "Manager Magazin" sowie die 7-Uhr-Nachrichten vom Deutschlandfunk. Bei Printmedien wird der Politik- und Wirtschaftsteil ausgewertet. TV- und Hörfunksendungen werden vollständig erfasst, ebenfalls das "Handelsblatt".

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