Zeitungsverleger glauben nicht, dass sie gegen Google alleine bestehen können

 

Deutschlands Zeitungen glauben nicht, dass sie im Wettbewerb mit Google alleine bestehen können. Schon lange rufen BDZV-Repräsentanten nach der Politik, niemand fordert aber so deutlich eine "faire Wettbewerbssituation" wie Valdo Lehari jr., Verleger vom "Reutlinger General-Anzeiger", einer der wichtigsten Zeitungslobbyisten in Brüssel.

Heute tagt der Verband der Südwestdeutschen Zeitungsverleger (VSZV) in Ludwigsburg. Im Gespräch mit Ulrike Trampus, Chefredakteurin der "Ludwigsburger Kreiszeitung", macht Lehari jr. deutlich, worunter die Verleger und Verlage leiden: "Wir haben im Moment in unserer Branche ja sehr viele Herausforderungen, nicht nur was die Digitalisierung betrifft, sondern wie es überhaupt mit unserer Gesellschaft weitergeht, welche Rolle der Zeitungsjournalismus in Zukunft spielt und wie er finanziert werden kann."

Lehari jr. hält die aktuelle Wettbewerbssituation für unfair: "Wir brauchen das europäische Verlegerrecht, um mit Google überhaupt auf Augenhöhe verhandeln zu können. Auch muss die Mehrwertsteuer auf digitale Produkte den Printprodukten angeglichen werden. Damit die Branche nicht in Schwierigkeiten kommt, muss die Medienpolitik eingreifen."

Bei der Tagung wird auch über den Wettbewerb um die klügsten Köpfe gesprochen. Wie kann qualifizierter Nachwuchs für die Branche gefunden werden? Lehari jr. warnt davor, das Mediengeschäft schlecht zu reden und interessierte Köpfe zu vergraulen. Vielmehr müsse ganz deutlich gemacht werden: "Wenn man bei der Zeitung arbeitet, ist man Mitarbeiter der Demokratie."

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