"Wir fragen unsere kressköpfe": Wie Riverside-Chef Rolf Hellgardt Johannes B. Kerner und Kai Pflaume bei Laune hält

 

Rolf Hellgardt, der das MDR-Magazin "Brisant" mit aufgebaut hat, als Weggefährte von Johannes B. Kerner gilt und auch schon mal Programmchef von kabel eins war, hat Spaß am Show-Produzieren. Er habe sein Hobby zum Beruf gemacht, wie er im kress.de-Gespräch sagt. Unlängst wurde der Vertrag des Riverside-Entertainment-Chefs um fünf Jahre verlängert. Außerdem erhält er Unterstützung durch Peter Schönrock.

kress.de: Herr Hellgardt, Ihr Vertrag bei Riverside wurde kürzlich um fünf weitere Jahre verlängert. In wie weit gibt Ihnen das persönliche Planungssicherheit - und eine Extra-Portion Motivation für die Arbeit?

Rolf Hellgardt: Ich bin sehr glücklich, fünf Jahre weiter machen zu dürfen. Meine persönliche Planungssicherheit ist da wirklich zweitrangig. Aber um ein Unternehmen weiter entwickeln zu können, ist eine dauerhafte Perspektive entscheidend. Ohne solche Zeithorizonte kann nichts gedeihen und nichts mit Atem strategisch nach vorne gebracht werden.

kress.de: Aktuell wurde bekannt, dass Ihr bisheriger Herstellungsleiter Peter Schönrock in die Geschäftsführung aufrücken wird. In wie weit verschafft Ihnen das Luft und neue Gestaltungsspielräume, und wie wollen Sie die nutzen?

Rolf Hellgardt: Ich bin wirklich sehr froh, dass sich Peter dafür entscheiden hat, mit in die Geschäftsführung der Riverside Entertainment einzusteigen. Er wird mir als Kaufmann den Rücken bei vielen administrativen Themen, aber auch bei vielen Verwaltungsthemen im Konzern, frei halten. Das gibt mir die Zeit und die Kraft noch intensiver in der Akquise unterwegs zu sein und uns bei Formaten, wie Kunden breiter aufzustellen.

kress.de: Der Erfolg gerade von Shows lebt von Ihren Moderatorenpersönlichkeiten. Was muss man tun, um die Ihre Kontakte mit Persönlichkeiten wie Johannes B. Kerner oder Kai Pflaume stets frisch und die Beteiligten gut gelaunt zu halten?

Rolf Hellgardt: Haha! Gut gelaunt und frisch sind die ja von ganz alleine. Beide sind großartige Moderatoren. Ich denke, es wird immer wichtiger, dass starke Köpfe auch starke Formate bekommen oder zumindest welche, die gut zu ihnen passen. Da wir ja keinen internationalen Rechtekatalog besitzen, entwickeln wir jede Idee selbst und versuchen sie dann zusätzlich auf den Moderator zu zuschneiden.

kress.de: Sie sind in der TV-Branche bestens vernetzt. Wie sehr helfen diese Kontakte, die sie aus der Westentasche ziehen können?

Rolf Hellgardt: Wenn Kontakte gleich abgeleitetes Vertrauen bedeuten oder eine gemeinsame Arbeitsvergangenheit, dann sind sie sehr wichtig - wichtig, zu pflegen und wichtig, frisch zu halten. Klar ist es gut, wenn man sich kennt und einordnen kann. Das hilft auch bei der einen oder anderen "Kaltakquise". Der Begriff 'aus der Westentasche ziehen' klingt so, als ginge es dann immer ganz leicht. Das ist selbst bei besten Kontakten nicht so. Der Aufwand ein Format zu entwickeln und zu platzieren, hat sich in meinen Augen in den letzten Jahren mindestens verdreifacht.

kress.de: An welchen Stellen haben Sie sich vorgenommen, Ihr persönliches Adressbuch rasch weiter ausbauen?

Rolf Hellgardt: Da habe ich mir keine konkreten Ziele gesetzt. Ich freue mich auf jeden neuen Tag und jede spannende Persönlichkeit, die ich durch meinen Job kennen lernen darf.

kress.de: Welche Stationen und Erfahrungen aus Ihrem bisherigen Lebenslauf und aus Ihrem Ausbildungsweg sind für Ihre Tätigkeit besonders wichtig?

Rolf Hellgardt: Ich hatte das große Glück alles von allen Seiten kennen lernen zu dürfen. Ich war bei öffentlich-rechtlichen wie privaten Sendern in leitenden Funktionen und ich arbeite als Produzent für ARD und ZDF genauso wie für private Sender, Plattformen oder Industrie. Beruflich war meine Zeit mit Hans-Jürgen Kliebenstein in Wiesbaden und dann der Aufbau von "Brisant" in Dresden extrem prägend und spannend. Sehr viel gelernt habe ich auch von Jörg Howe, dessen Stellvertreter ich sowohl beim MDR als auch bei SAT.1 war. Und meine Zeit in Berlin beim Medienkontor von Theo Baltz, wo wir mit dem Start von "Sabine Christiansen" begonnen haben und ich dann Programmchef für alle Formate wurde - mit großen Shows für das ZDF, "bizz" auf ProSieben und vielen anderen, spannenden Projekten. Für meine Tätigkeit heute war es besonders wichtig, dass ich mich 2004 dann alleine mit einer GmbH selbständig gemacht habe und Geschäftsführung und GmbH-Recht von der Pike auf gelernt habe. 

kress.de: Welche Ziele haben Sie sich mittelfristig in Ihrer persönlichen Berufslaufbahn gesetzt?

Rolf Hellgardt: Da gibt es keine Besonderen. Ich möchte, dass die Riverside Entertainment sich weiter und breiter im Markt etabliert und dass wir mit Michael Lehmann und dem Team in der Riverside weiter so viel Spaß bei der Arbeit haben.

kress.de: In Ihrem Aufgabenbereich sind Kreativität, originelle Lösungen und gutes Verhandlungsgeschick - bis hin zum nicht immer ganz leichten Umgang mit Stars - gefragt. In wie weit kann man das trainieren und wo schöpfen Sie Kraft für pfiffige Ideen, die den Unterschied machen?

Rolf Hellgardt: Ich glaube, das kann man nicht trainieren. Dafür ist man gemacht oder nicht. Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht und brenne wie am ersten Tag. Es macht einfach unfassbar viel Spaß. Die Kraft kommt bei dem Glück so arbeiten zu dürfen dann ganz von allein.

kress.de: Warum haben Sie sich ein kress.de-"Köpfe"-Profil angelegt und wie wichtig ist es für die Arbeit in Ihrem Netzwerk?

Rolf Hellgardt: Ich kann mich gar nicht genau erinnern, aber es muss über 25 Jahre her sein, dass ich mein Profil angelegt habe. Es war damals der "place to be". Ich bin insgesamt nur auf zwei Plattformen aktiv zu finden. So werde ich gut gefunden. Die Arbeit in meinem Netzwerk mache ich sehr direkt und persönlich.

kress.de: Mit welchem Kollegen würden Sie sich - idealerweise über die kress.de-"Köpfe" - gerne einmal zu einem Mittagstermin verabreden? Und warum?

Rolf Hellgardt: Keine leichte Frage. Ich glaube, ich würde mich gerne einmal mit Georg von Hirschberg zum Mittagessen verabreden. Mit ihm kann man immer so herrlich lachen.

kress.de: Welche Neuigkeiten und beruflichen Inspirationen ziehen Sie aus Ihrer Lektüre von kress.de und "kress pro"?

Rolf Hellgardt: Konkrete Neuigkeiten zu nennen fällt mir schwer. Es ist wichtig, dass es immer verschiedene Quellen für Mediennews gibt und kress hat eine so große Tradition, deswegen ist es klar, dass man dort immer ein Auge hat.

Hintergrund: Rolf Hellgardt begann seine Karriere in der ZDF-Sportredaktion und bei 3sat, bevor er 1993 Producer für das Magazin "Brisant" wurde und dieses mit aufbaute. 1996 wechselte er als stellvertretender Programmchef für das Familien- und Tagesprogramm zum MDR. 1997 wurde er stellvertretender Chefredakteur der "blitz"-Redaktion. Von 1998 bis 2000 arbeitete Hellgardt dann als stellvertretender Redaktionsleiter des Polit-Talks "Sabine Christiansen". 2004 wurde er Programmchef der MedienKontor Gruppe. Im August 2004 gründete er die Firma Passepartout Media GmbH. Zwischen 2006 und 2008 war Hellgardt Programmchef bei kabel eins, 2010 wurde er zum Geschäftsführer der White Balance GmbH berufen. Aktuell ist er Geschäftsführer der Produktionsfirma Riverside Entertainment ("Quiz-Champion", "Das Spiel beginnt", "Das ist Spitze!", "Die Goldene Kamera") aus der Studio Hamburg Produktion-Gruppe.

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