Ulli Hartmann und Mario Steinheil von der Motor Presse Stuttgart: "Die Mehrfachverwertung von Inhalten ist bei uns geübte Praxis"

26.04.2017
 

Verzichtete die Motor Presse Stuttgart darauf, ihre Inhalte mehrfach und vielkanalig auszuspielen, würde sie einen Umsatz in Millionenhöhe einbüßen. Mario Steinheil, Leiter Digitale Medien, und Ulli Hartmann, stellvertretender Verlagsleiter des Geschäftsbereichs Sport und Lifestyle, sagen im Interview, wie sich erfolgreiche Verwertungsketten von Content knüpfen lassen.

Die bekannteste Zeitschrift und Keimzelle der Motor Presse Stuttgart (MPS) ist "Auto Motor und Sport". Über 100 weitere Magazine gibt der Verlag heute heraus. Online, TV, Events und Dienstleistungen ergänzen und erweitern das Medienangebot. Eine stabile Säule des Geschäfts sind die Aktivitäten rund um Sport, Freizeit und Lifestyle, die als Wachstumsfeld gelten. Gerade bei Magazinen wie "Mountainbike", "Roadbike", "Outdoor", "Cavallo" und "Planet Snow" ist die Mehrfachverwertung von Inhalten über sämtliche Distributionskanäle strategisch angelegt. Mario Steinheil, Leiter Digitale Medien, und Ulli Hartmann, stellvertretender Verlagsleiter des Geschäftsbereichs Sport und Lifestyle, ziehen die Fäden - und sagen im "kress pro"-Interview, wie man aus Inhalten mehr herausholt

"kress pro": Mal angenommen, all Ihre digitalen Kanäle würden für ein Jahr gesperrt und Sie könnten dort keine Inhalte weiterverwerten. Wie viel weniger Umsatz würde das für die sieben Medienmarken des MPS-Geschäftsbereichs Sport bedeuten?

Ulli Hartmann: Damit würden wir einen Umsatz in Millionenhöhe verlieren. Die Mehrfachverwertung von Inhalten ist bei uns geübte Praxis. Wir haben solche Verwertungsketten gezielt auf- und ausgebaut. Dadurch gelingt es jetzt, sowohl über Paid Content vom Nutzer als auch durch Werbeerlöse auf unseren Onlineplattformen zusätzlichen Umsatz zu erwirtschaften.

"kress pro": Inwiefern hat sich unter der Maßgabe, Inhalte über möglichst viele Kanäle zu verwerten, die Herangehens- und Arbeitsweise von Redakteuren verändert?

Mario Steinheil: Es steht nicht mehr eine Geschichte für einen Kanal, zum Beispiel das gedruckte Magazin, im Fokus der Redaktion. Sondern: ein Thema oder eine Fragestellung, auf die unsere Redakteure mit genau dem Content in genau den Zuschnitten auf genau den Kanälen antworten, die für unsere Leser und Nutzer relevant sind. Das bedeutet: Schon am Startpunkt eines Themen-Lifecycles sollte sich die Redaktion möglichst umfassend Gedanken machen, was an Recherche, Schwerpunkten, Content-Elementen nötig ist, um das Thema auf allen geeigneten Kanälen zu bedienen.

"kress pro": Wie sieht das in der Praxis aus?

Mario Steinheil: Zunächst wird ausgelotet, für welche Kanäle ein Thema taugt. Und dann gehen wir sehr strukturiert vor. Zum Beispiel haben wir eine Fahrrad -Fitness -App produziert. Da war von Anfang an klar, dass der Content so produziert werden muss, dass Textstrukturen, Bilderstrecken et cetera später auch fürs Magazin und für die Webseite nutzbar sind. Das gilt auch für die Nutzungsrechte an Text und Bild. Oder ein anderes Beispiel: Primär fürs gedruckte Magazin haben wir eine längere Serie von Fahrtechnik -Workshops produzieren lassen. Der externe Autor und Fotograf hatte zugleich den Auftrag, für jede Folge auch ein passendes Video für die E -Magazin -Ausgabe, für die Website und eine eigene Smartphone -App zu produzieren. Das sind Beispiele für den Idealprozess, den wir anstreben.

kress.de-Tipp: Welche Themen und Produkte sich innerhalb der Mehrfachverwertung bei der MPS bislang wirtschaftlich am erfolgreichsten entwickelt haben, und wie wichtig lang haltbare Inhalte für digitale Werbeerlöse sind, lesen Sie im "kress pro"-Dossier "Mehrfachverwertung: Wie Publisher mehr aus ihren Inhalten machen". Darin verrät auch Ebner-Digitalchef Dominik Grau, wie man mit "Evergreens" Geld verdient. Ebenfalls ein Erfolgsbeispiel in Sachen Mehrfachverwertung von Content: Das Medienunternehmen IDG. Das Dossier aus "kress pro" 2/2017 können Sie gedruckt oder als E-Paper erwerben.

"kress pro" - das Magazin für Führungskräfte bei Medien - erscheint wie kress.de im Medienfachverlag Oberauer. Das Dossier "Mehrfachverwertung" stammt von "kress pro"-Autor Roland Karle. "kress pro"-Chefredakteur ist Markus Wiegand, Herausgeber Johann Oberauer. "Zum "kress pro"-Abo.

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