Kai Diekmann in Afrika: "Unglaublich inspirierend"

 

Zurück aus Afrika ist Kai Diekmann. Eine Woche lang hat der ehemalige "Bild"-Herausgeber junge Journalisten trainiert. "Es war unglaublich inspirierend", sagt Kai Diekmann heute Morgen am kress.de-Telefon.

Diekmann ist gerade auf dem Rückflug nach Berlin, als kress.de ihn in London erreicht. Diekmann war der Bitte von Marc Walder, CEO von Ringier, gefolgt, Ringier-Töchter in Nigeria und Ghana zu besuchen und dort die Redaktionen zu trainieren. 

"Ich habe unglaublich engagierte, leidenschaftliche, junge Kollegen kennengelernt", sagt Diekmann. Die Journalisten vor Ort würden unter schwierigsten Verhältnissen Journalismus machen. Die Newsrooms sind so, wie sie sich Diekmann vorstellt - voll mit Menschen, die kreativ und laut sind, über Themen diskutieren und die Zukunft des Journalismus vom Scratch erfinden. Ringiers Medienhäuser in Afrika sind rein digitale Webportale, ohne Printmarken im Rücken. Ringiers Journalisten vor Ort würden ein Kontrastprogramm zu den Traditionsmedien machen, die häufig von den Regierungen dominiert werden. Was ihn besonders beeindruckt, ist dabei der völlig selbstverständliche Einsatz von Facebook. So wird Facebook Live wie ein richtiges Programm eingesetzt, als Fernsehersatz begriffen, mit einer richtigen Sendestruktur mit festen Sendungen zu festen Zeiten. Die Reichweite der afrikanischen Ringier-Töchter wie "Pulse Nigeria" sei immens, so Diekmann.

"Ich bewundere die Kollegen, die in Afrika Journalismus neu erfinden müssen", sagt Diekmann, gerade im Vergleich mit Journalisten in Europa werde klar: "Kein Journalist in Deutschland, in Österreich oder der Schweiz, kein Journalist in Großbritannien geht ein persönliches Risiko ein, wenn er ein Thema aufgreift. In Afrika ist das anders", so Diekmann am kress.de-Telefon. Für Diekmann steht fest, wie der Journalismus auch in Zukunft funktionieren kann: "The only way to do it is to do it".

Kai Diekmann war bis Ende Januar 2017 Chefredakteur und Herausgeber der "Bild". Seit seinem Ausscheiden bei Axel Springer nimmt er verstärkt seine Aufsichtsratsmandate (unter anderem "Hürriyet" Türkei und "The Times" Großbritannien) und Beratertätigkeiten (unter anderem Uber) wahr.

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